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Auswirkungen von Mindestabständen zwischen WEA und Siedlungen

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Auswertung im Rahmen der UBA-Studie „Flächenanalyse Windenergie an Land“

Position 'Fläche

Position 'Fläche gemischter Nutzung' ist eine bebaute Fläche einschließlich der mit ihr im Zusammenhang stehenden Freifläche (Hofraumfläche, Hausgarten), auf der keine Art der baulichen Nutzung vorherrscht. Solche Flächen sind insbesondere ländlich-dörflich geprägte Flächen mit land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, Wohngebäuden u.a. sowie städtisch geprägte Kerngebiete mit Handelsbetrieben und zentralen Einrichtungen für die Wirtschaft und die Verwaltung. Die Objektartengruppe Wohnbaufläche enthält ausschließlich Daten zur Wohnbebauung, diese können allerdings nicht als vollständig betrachtet werden. Insbesondere kleinere Siedlungen und Einzelwohngebäude sind nicht vollständig enthalten. Insgesamt enthält diese Objektartengruppe überwiegend Flächendaten zur Wohnbebauung des Innenbereichs, bildet diesen jedoch bei weitem nicht vollständig ab. Die Objektartengruppe Fläche gemischter Nutzung umfasst demgegenüber sowohl Wohngebäude im Innenbereich (ebenfalls unvollständig) als auch Einzelwohngebäude und Splittersiedlungen im Außenbereich. Die genutzte Datengrundlage bildet daher näherungsweise die in der Regel von den Planungsträgern genutzte Trennung zwischen der Wohnbebauung in Innen- und Außenbereich ab. 4.2 Methodik Die Analyse untersucht die Auswirkungen pauschaler Mindestabstände zwischen WEA und Siedlungsflächen auf die aktuelle Flächenkulisse. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass durch solche Mindestabstände i.d.R. ein größerer Abstand zwischen WEA und Siedlungen gewährleistet werden soll, als dies aktuell der Fall ist (vgl. Abschnitt 3). Entsprechend ist davon auszugehen, dass in Folge der Festlegung größerer Mindestabstände ein Teil der heute ausgewiesenen Windflächen nicht mehr nutzbar sein wird 12 , wenn Teile oder die Gesamtheit der jeweiligen Windfläche gegenwärtig einen geringeren Abstand zu den nächstgelegenen Siedlungsflächen aufweisen. Ziel der im Rahmen des Forschungsprojektes durchgeführten Untersuchung ist es somit, die jeweils verbleibende deutschlandweite Flächenkulisse in Abhängigkeit unterschiedlicher Mindestabstände von 1.000 bis 2.000 m zu bestimmen. Für jeden ausgewerteten Mindestabstandswert wird ein zweistufiger Prozess durchlaufen. Zunächst werden die Siedlungsflächen mit einem Puffer versehen. Der Pufferradius entspricht dem jeweiligen zu untersuchenden Abstandswert. Anschließend wird die gepufferte Fläche (Siedlung + Abstand) mit dem Datensatz der Windflächen verschnitten. Werden dabei Teile der Windflächen durch die gepufferten Flächen überlagert, wird der überlagerte Teil der Windfläche entfernt. Es verbleibt somit jener Flächenanteil, welcher außerhalb des jeweiligen Siedlungsabstandes liegt und weiterhin der Windenergienutzung zur Verfügung steht 13 . Die Berechnung erfolgt auf Bundeslandebene. Dieser Prozess wurde insgesamt zweimal durchlaufen, jeweils mit unterschiedlicher Datengrundlage hinsichtlich der Siedlungsflächen: ► Variante 1: Pufferung nur der Objektartengruppe Wohnbaufläche 12 Ob und wann die betroffenen Flächen tatsächlich nicht mehr für die Errichtung von WEA nutzbar sein würden, wäre von der Ausgestaltung etwaiger Übergangsregelungen abhängig. 13 Die folgenden Betrachtungen unterliegen der Annahme, dass die von den Puffern überdeckten Flächen nicht mehr für die Windenergienutzung verfügbar wären und keine sofortige Kompensation der somit wegfallenden Flächen durch neue Ausweisungen an anderer Stelle erfolgt. 12

Position ► Variante 2: Pufferung der Objektartengruppen Wohnbaufläche und Fläche gemischter Nutzung Aufgrund der oben beschriebenen Unzulänglichkeiten der Datengrundlage führt die ausschließliche Betrachtung der Wohnbauflächen dazu, dass tendenziell zu wenige Flächen gepuffert werden und somit ein Teil der Wohnbebauung im Innenbereich als auch kleinere Siedlungen oder Einzelwohngebäude im Außenbereich unberücksichtigt bleiben. Bei der sich anschließenden Verschneidung mit den Windflächen wird die Flächenkulisse somit in geringerem Maße reduziert. Bei gemeinsamer Betrachtung von Wohnbaufläche und Fläche gemischter Nutzung werden grundsätzlich auch Einzelwohnbebauungen und Splittersiedlungen berücksichtigt. Die Windflächen werden dadurch insgesamt stärker beschnitten. Variante 1 stellt somit die Auswirkungen eines Mindestabstandes nur zu Wohngebäuden im Innenbereich dar. Aufgrund der Unvollständigkeit der Datengrundlage wird die tatsächlich verbleibende Flächenkulisse in der Realität jedoch deutlich niedriger ausfallen. Diese Variante zeigt somit auch auf, welcher Flächenanteil bei Anwendung des Mindestabstandes mindestens verloren geht. Variante 2 hingegen stellt den worst case dar. Hier wird der jeweilige Mindestabstand sowohl zu Wohngebäuden im Innenbereich als auch Außenbereich angesetzt. Diese Variante zeigt somit, welcher Flächenanteil bei Anwendung des Mindestabstandes maximal verloren geht 14 . 4.3 Ergebnisse 4.3.1 Flächenkulisse Zur Auswertung werden die Daten deutschlandweit aggregiert betrachtet. Abbildung 2 stellt die Veränderung der Flächenkulisse in Abhängigkeit des gewählten Abstandes zwischen Siedlung und WEA dar. Die verfügbare Flächenkulisse je Abstandswert wird dabei als prozentualer Anteil der ursprünglichen Flächenkulisse (100%) dargestellt. Die ursprüngliche Flächenkulisse umfasst die Gesamtheit aller Windflächen, welche aktuell regionalplanerisch (teilweise zusätzlich auf Ebene der Bauleitplanung) rechtskräftig ausgewiesen sind bzw. sich in Aufstellung befinden (siehe Abschnitt 3.1.1). 14 In Einzelfällen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass aufgrund der Datenlücken sogar ein noch größerer Flächenanteil verloren gehen würde. Erste Untersuchungen legen nahe, dass zwischen den Bundesländern systematische Unterschiede hinsichtlich des Datenumfangs bestehen. 13

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