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Barometer Digitalisierung der Energiewende

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2Erstes Etappenziel

2Erstes Etappenziel erreicht — Vielzahl an Herausforderungen noch zu meistern Damit hat sich offenbar der Rollout der modernen Messeinrichtungen im Berichtsjahr 2019 noch einmal beschleunigt. Die Verbrauchertransparenzfunktionen werden von den Kunden allerdings auch in diesem Berichtsjahr nur in ausgesprochenen Ausnahmefällen in Anspruch genommen und dann per PIN-Code-Übermittlung zur Verfügung gestellt. 4 Bei den iMSys ist davon auszugehen, dass im Berichtsjahr insgesamt eine niedrige vierstellige Geräteanzahl durch wettbewerbliche MSB bei ausgewählten Kunden auf freiwilliger Basis ausgerollt wurde. 5 In Bezug auf den bevorstehenden Pflicht-Rollout deutet auch die für das Barometer durchgeführte Befragung darauf hin, dass sich die MSB zum Erhebungszeitpunkt noch mehr als im Vorjahr an der Untergrenze der Rollout-Verpflichtung orientieren wollen. 6 Im Vergleich zum Vorjahresbericht scheint ein gewisser Paradigmenwechsel unter den Energieversorgern stattgefunden zu haben. Während die Anzahl der Versorger/ Netzbetreiber — die das intelligente Messwesen in alleinigen Lösungen anbieten wollen — sinkt, steigt die Bereitschaft zu Kooperationsmodellen merklich. 7 Weiterhin wird in diesem Zusammenhang die SMGW-Administration als vorzugsweise zu vergebende Dienstleistung genannt. Darüber hinaus zeichnet sich in diesem Berichtsjahr jedoch auch die vermehrte Bereitschaft zur Vergabe von Dienstleistungen in den Bereichen Einbau des Messwesens und Ablesung der modernen Messeinrichtungen ab. 8 Einen besonderen Auftrieb erhält die Gesamtwertung des Schlüsselfaktors durch die deutlich gestiegene Rollout- Quote der mMEs. Insgesamt spiegelt sich die Entwicklung in einer neuen Bewertung von 27 Punkten. Dieser Wert liegt 13 Punkte über dem Vorjahreswert. 2.4 Der Standardisierungsprozess gewinnt an Kontur Im Sinne des übergreifenden Plattformgedankens des GDEW spielt die Standardisierung der Technologie eine bedeutende Rolle. Im Zielbild sorgt Standardisierung für mehr Wettbewerb, Verlässlichkeit der Technik, Interoperabilität und ein breites Lösungsangebot auf der Plattform. Das bedeutet gleichzeitig aber auch eine umfangreiche Abstimmung aller derzeit und zukünftig beteiligten Stakeholder. Dies führt unter anderem zur Auflösung gewohnter Strukturen mitsamt der damit einhergehenden Handlungsmuster. Vor dem Hintergrund dieser komplexen Herausforderung für die Branche sind die Aktivitäten im vergangenen Berichtsjahr durchaus positiv zu bewerten. Hervorzuheben sind dabei vor allem die koordinativen und steuernden Anstrengungen des BMWi und des BSI. Die fachliche Ausarbeitung der BMWi-/BSI-Roadmap begann bereits 2019 mit dem sogenannten Branchen-Input-Prozess im Zuge des BSI-Projekts „Produkt- und Systemarchitekturanalyse“. Sie wurde mit klaren Zeitvorgaben in Form eines stufenweisen Stakeholder-Prozesses gestartet. Der Prozess staffelt sich in eine Befragungs-, eine Interview- und eine themenspezifische Task-Force-Phase, um die fachliche Expertise eines breiten Teilnehmerkreises zu berücksichtigen. Zur Gewährleistung einer optimalen Ressourcenallokation im Zuge 4 Quelle: VKU-Einschätzung 5 Quelle: eigene Erhebungen bei MSB 6 Quelle: Prolytics, repräsentative telefonische Befragung von 100 MSB im Rahmen des Projekts im Zeitraum Juli—September 2019 7 Quelle: Prolytics, repräsentative telefonische Befragung von 100 VNB im Rahmen des Projekts im Zeitraum Juli—September 2019 8 Quelle: ebenda 12 | Barometer Digitalisierung der Energiewende 2019

der übergreifenden Zusammenarbeit aller Stakeholder wurde darüber hinaus eine Organisationsanpassung im BMWi durchgeführt. Weitere Optimierungsmöglichkeiten bestehen in der Beschleunigung der inhaltlichen Arbeit und der Entscheidungsprozesse, um dem Tempo der Digitalisierung und den Marktanforderungen gerecht zu werden. Dabei sind die Herausforderungen sehr komplex: So zeigt sich zum Beispiel bei der Weiterentwicklung von nationalen Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen, dass die zu treffenden Regelungen immer auch in einem supranationalen Kontext gedacht und letztlich abgestimmt werden müssen. In der Summe ergibt sich für diesen Schlüsselfaktor ein Wert von 33 Punkten und damit ein Anstieg um 12 Punkte gegenüber dem Vorjahr, der vor allem in der Neuaufstellung im BMWi und im Start des BMWi-/BSI-Task-Force- Prozesses begründet ist. 2.5 Technologieangebot: Updatefähige, zertifizierte SMGWs der aktuellen Kommunikationsplattform sind erhältlich Beim Technologieangebot dominieren in der Praxis immer noch proprietäre Lösungen. Bei den Standardlastprofil- Kunden unter 6.000 kW wird mit zunehmender Rollout- Menge von modernen Messeinrichtungen der Ruf nach gesetzeskonformen Erweiterungen der Funktionalität lauter. Dabei stellt sich die Frage, wie die Anforderungen an ein intelligentes Messsystem — und dabei insbesondere die Kommunikationsanbindung — möglichst kostengünstig erfüllt werden können. Die Überlegungen stehen hier noch am Anfang. Mit der Marktverfügbarkeit von zertifizierten SMGWs dreier Hersteller ist jetzt ein erster Schritt in Richtung Angebot gesetzeskonformer Technologie getan. Die nun zertifizierten Geräte sind zudem nach Angaben der Hersteller für bestimmte Tarifanwendungsfälle auch updatefähig, sodass auch bei der Bewertung dieses Kriteriums eine positive Tendenz erkennbar ist. Diese drückt sich in der Verbesserung des Indikators um 8 auf nunmehr 33 Punkte aus. 2.6 Keine Engpässe bei der Geräteversorgung mit mMEs und iMSys Die Verfügbarkeit der Geräte wird dreigeteilt bewertet. Wie schon im vergangenen Berichtsjahr bestätigt, sind die bereits im Rollout befindlichen modernen Messeinrichtungen in ausreichendem Umfang verfügbar. Der formale Startschuss des Rollouts der SMGWs ist mit der Veröffentlichung der Markterklärung des BSI im Januar 2020 erfolgt; die entsprechende Allgemeinverfügung wird zum 25. Februar 2020 wirksam. Auch hier ist festzustellen, dass die für den jetzt beginnenden Rollout benötigten Geräte voraussichtlich verfügbar sein werden. Hinsichtlich des sonstigen benötigten Materials im Sinne einer übergreifenden Verfügbarkeit der intelligenten Messsysteme (iMSys) wurden keine Lieferengpässe mehr identifiziert. Als letzter Indikator wird die Verfügbarkeit einer Steuereinheit herangezogen, die bereits von mehreren Herstellern entwickelt und am Markt angeboten wird. Inwieweit zukünftige Steuereinheiten durch das BSI spezifiziert und zertifiziert werden sollen, wird im Rahmen der BMWi-/ BSI-Task-Forces gemeinsam mit den betroffenen Stakeholdern erörtert. Somit ergibt sich insgesamt für die Verfügbarkeit der Geräte ein neuer Wert von 40. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 13 Punkten ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sowohl für den mME- als auch für den iMSys-Rollout die Geräteversorgung als gesichert erscheint. 2.7 Kommunikationsanbindung: Warten auf die Entscheidung über die Nutzung des 450-MHz-Bandes Schon im letzten Barometerbericht hat sich gezeigt, dass die vorhandenen TK-Netze und Angebote die technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Anforderungen der Digitalisierung der Energiewende nicht vollumfänglich erfüllen können. 9 Diese Aussage hat auch weiterhin Gültigkeit. 9 Vgl. auch Kapitel 4.2 Tabelle 5: „Positionen der Branche zur 450-MHz-Frequenz“ Barometer Digitalisierung der Energiewende 2019 | 13

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