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Barometer Digitalisierung der Energiewende

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2Erstes Etappenziel

2Erstes Etappenziel erreicht — Vielzahl an Herausforderungen noch zu meistern Darüber hinaus deuten erste Praxiserfahrungen in Piloten und im beginnenden wettbewerblichen Rollout sowie entsprechende Erkenntnisse aus dem Ausland darauf hin, dass die sichere Kommunikationsanbindung der SMGWs eine zentrale Herausforderung und auch Problemstellung bei der Digitalisierung der Energiewende sein wird. So zeigt sich z. B. im beginnenden flächendeckenden Rollout in Österreich, dass die benötigten sehr hohen Erreichbarkeitsquoten für die Smart Meter mit den bisher verfügbaren technischen Möglichkeiten der Kommunikationsanbindung nur schwer zu erreichen sind. Dies gilt umso mehr, je höher die Zahl der iMSys und je umfangreicher die Datenübertragung wird, insbesondere auch mit Blick auf neue digitale Lösungsangebote auf der Plattform. Entsprechend wachsen die Bedarfe der Branche und es besteht das Risiko, dass die verfügbaren Optionen zur Kommunikationsanbindung einem Massen-Rollout von SMGWs technisch und wirtschaftlich nicht standhalten. Zwingend notwendig und richtig sind daher die intensiven Bemühungen, die das BMWi, die Verbände und die Branche bezüglich einer Nutzung der 450-MHz-Lizenz für die Digitalisierung der Energiewende anstellen. Ohne die Möglichkeit der Nutzung dieser Lizenz werden die notwendigen Erreichbarkeitsquoten im Massen-Rollout nur unter Rückgriff auf einen breiten Mix an Kommunikationstechnologien realisierbar sein. Dies bedeutet absehbar erhebliche Mehrkosten und nach Angaben der Bundesregierung auch hard- und softwareseitige Anpassungen der SMGWs, was zu einem weiteren mehrjährigen Umsetzungsverzug bei der Digitalisierung führen könnte. 10 Die nachhaltigen und einhelligen Bemühungen aller energiewirtschaftlichen Akteure um den Zuschlag für die Nutzung des 450-MHz-Bandes wurden positiv in die Barometer-Bewertung einbezogen. Entsprechend ergibt sich mit 40 Punkten ein leicht erhöhter Wert gegenüber dem Vorjahr, der die Erwartung einer positiven Entscheidung berücksichtigt. 2.8 Die Mobilisierung der Letztverbraucher für die digitale Energiewende bleibt eine Herausforderung Vergleicht man die Ergebnisse der Befragung von Haushalten und Gewerbe im ersten Barometer mit der nun vorliegenden Erhebung, so haben sich im Berichtsjahr die Indikatoren zu Bekanntheit und Akzeptanz in Bezug auf die Digitalisierung der Energiewende insgesamt nur marginal verändert. Der Informationsstand zum Rollout ist weiterhin gering, die Kundenakzeptanz für iMSys weiterhin verbesserungsfähig. Besonders in einer Zeit der stetig wachsenden Aufmerksamkeit und gesellschaftlichen Relevanz von Klimawandel und Nachhaltigkeit erscheint diese Entwicklung auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar. Ein möglicher Erklärungsansatz sind die noch weitgehend fehlenden tatsächlichen Berührungspunkte der Endkunden mit der Digitalisierung der Energiewende. Lediglich 11 Prozent der Letztverbraucher sind in Deutschland vom Pflichteinbau von iMSys betroffen. In der Praxis entstehen zum Teil Unzufriedenheiten bei Endkunden, die aufgrund der zusätzlichen Aufwendungen den Rollout neuer Zähler infrage stellen. Auf der anderen Seite sind Mehrwertangebote im digitalen Messwesen noch nicht sehr verbreitet und werden bisher vor allem im Gewerbekundenbereich angenommen, so zum Beispiel die vergleichende Verbrauchsanalyse bei Filialisten im Handel. Verbesserungspotenzial liegt hier in Art und Inhalt der gegenwärtigen Kommunikation mit Verbrauchern, wie auch die Diskussion mit Branchenvertretern zum diesjährigen Barometer-Schwerpunktthema „Kundeninformation“ gezeigt hat. In diesem Zusammenhang bewertet die Branche die Aktivitäten des BMWi in Bezug auf die organisatorische Stärkung der Kommunikationsarbeit sowie die erste Veröffentlichung eines Informationsflyers als positiv, erwartet aber für das laufende Jahr noch mehr zentrale Unterstützung im beginnenden Pflicht-Rollout. 10 Quelle: Energate Messenger, „Streit um 450-MHz könnte Smart-Meter-Rollout bremsen“, 24. Februar 2020 14 | Barometer Digitalisierung der Energiewende 2019

Die Herausforderungen der Digitalisierung der Energiewende bedürfen einer breiten Akzeptanz bei den Letztverbrauchern und in der Gesellschaft. Zur Stärkung bzw. Ausweitung dieser Unterstützung plant das BMWi weitere Maßnahmen. Messbare Auswirkungen der Aktivitäten werden im Zuge des offiziellen Rollout-Starts der intelligenten Messsysteme im laufenden Jahr erwartet. Die Ergebnisse der nächsten Befragung werden dann im dritten Barometerbericht vorgestellt. In diesem Berichtsjahr ergibt sich bei geringen Veränderungen und uneinheitlicher Tendenz insgesamt ein unveränderter Wert des Indikators von 26 Punkten. 2.9 Gesamtbewertung: Parcours abgesteckt und Startschuss erfolgt — jetzt die Hindernisse meistern und Zeitvorgaben einhalten Im Ergebnis steht in diesem Jahr ein Gesamt-Barometerwert von 36 von 100 möglichen Punkten, das sind 14 Punkte mehr als im Vorjahr. Diese Verbesserung geht maßgeblich auf die inzwischen erfolgte Gerätezertifizierung und Markterklärung zurück. Außerdem tragen der reibungslose Rollout der modernen Messeinrichtungen, eine gesicherte Geräteversorgung und mehr Transparenz und Planungssicherheit beim regulatorischen Fahrplan maßgeblich zu diesem Ergebnis bei. Diese Entwicklung ist auch ein Ergebnis der durchgängigen Bemühungen aller beteiligten Stakeholder sowie des inzwischen sehr zielorientierten Branchendialogs. Dieses Ergebnis kann als eine erste ermutigende Zwischenbilanz auf einem weiterhin komplexen und herausfordernden Pfad zur Digitalisierung der Energiewende gelten. Weiterhin gilt es, die Motivation aller Beteiligten zu erhalten und gemeinsam an einem Strang zu ziehen für die jetzt beginnende Umsetzung der digitalen Energiewende in der Fläche. Als wichtigste Herausforderungen sind die weiterhin ungeklärte Situation in Bezug auf Verfügbarkeit der notwendigen Kommunikationstechnologie (450-MHz-Diskussion) sowie die noch sehr geringe Marktverbreitung von Lösungsangeboten auf SMGW-Technologie-Basis zu nennen. Barometer Digitalisierung der Energiewende 2019 | 15

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