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Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit im Energiesystem

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Handlungsanalyse der dena-Plattform Systemdienstleistung. Julie 2016

4 Status quo,

4 Status quo, Herausforderungen und Lösungsansätze für BuS im Verteilnetz. Wie hoch diese ausreichende Zahl ist, muss weiter erforscht und gegebenenfalls im Einzelfall ermittelt werden. Generell gilt für die Abwägung zwischen dezentralen und zentralen Steuerungskonzepten, dass dezentrale Automatisierungslösungen den Vorteil niedriger Einstiegskosten haben. Es sind außerdem vergleichsweise geringe Änderungen an der Netzleitstelle erforderlich und aufgrund der Einfachheit ist eine schnelle Realisierung und Inbetriebnahme möglich. Nachteile sind jedoch unter anderem unkoordinierte Regelentscheidungen und eine erschwerte bzw. komplexere Wartung aufgrund der Vielfalt der eingesetzten Lösungen. Dem gegenüber stehen zentrale Steuerungsansätze, die die Optimierung des Systemzustands durch Koordination aller Aktoren erleichtern, jedoch mit hohem Datenaufwand, hohen Kosten und hoher Komplexität verbunden sind. Bisher werden Analysemethoden zur Vorbereitung von Steuerentscheidungen vor allem in der Hochspannungsebene eingesetzt. Da auch in der Mittel- und Niederspannungsebene das Niveau an Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit steigen muss, ist es notwendig, Analysemethoden und Algorithmen für dezentrale Steuerungen zu entwickeln. Inputgrößen für diese Methoden und Algorithmen sind nicht nur Netzzustandsparameter (Strom, Spannung etc.), sondern auch Messungen und Prognosen zum Verlauf der Last und Einspeisung. Außerdem ist es wichtig, Messkonzepte so zu gestalten, dass sie die Bildung zuverlässiger Ersatzwerte auf Basis weniger Messpunkte ermöglichen, um die Menge der zu verarbeitenden Daten so klein wie möglich zu halten. Um die Steuerbarkeit in der Mittel- und Niederspannungsebene zu verbessern, ist abzuwägen, ob verschiedene Anlagen mit unterschiedlichen Abregelungsstufen adressiert werden können, sodass sich in der Gesamtheit der gewünschte Reduzierungswert einstellt, oder aber die Abregelung von Erzeugungsanlagen nicht nur stufenweise, sondern kontinuierlich erfolgen sollte. 30

5 Entwicklung übergeordneter Organisationsstrukturen für Übertragungs- und Verteilnetz. 5 Entwicklung übergeordneter Organisationsstrukturen für Übertragungs- und Verteilnetz. In den Kapiteln 3 und 4 wurden der Status quo, die Herausforderungen und die Weiterentwicklung der Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit getrennt für Übertragungs- und Verteilnetz betrachtet, um die unterschiedliche Ausgangslage und Problemstellung in den jeweiligen Netzebenen besser verdeutlichen zu können. Die Anforderungen an Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit der verschiedenen Spannungsebenen zeigen, dass neben individuellen Lösungen für jede Spannungsebene auch eine Weiterentwicklung der spannungsebenenübergreifenden Kommunikation und Steuerung notwendig ist. Hierfür werden zurzeit schon übergreifende Organisationsstrukturen entwickelt, deren Bedeutung für Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit im Folgenden kurz dargestellt werden soll. Hierzu gehören: • ENTSO-E Network Codes • Energieinformationsnetz • Netzampelkonzept 5.1 ENTSO-E Network Codes. Vorgaben zur Ausgestaltung der Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit des Stromsystems finden sich in allen ENTSO-E Network Codes. Die Network Codes für „Operational Security“ und „Demand Connection“ befassen sich insbesondere mit dem Informationsaustausch zwischen ÜNB und VNB und sollen daher hier näher betrachtet werden. Um genauer zu definieren, wie die Schnittstelle zwischen ÜNB und VNB in Deutschland ausgestaltet werden soll, hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE FNN) eine Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung einer Anwendungsrichtlinie gegründet. Diese soll 2016 veröffentlicht werden. Demand Connection Code. Der „Demand Connection Code“ beschreibt die Schnittstelle zu den Verbrauchern am Übertragungsnetz. Hierzu gehören industrielle Lasten, aber auch Verteilnetze. Er definiert Anforderungen für Frequenz- und Spannungshaltung sowie Kurzschlussstrom, Blindleistung und Schutzkonzepte. Hinsichtlich des Informationsaustauschs zwischen ÜNB und unterlagerten VNB erlaubt er dem ÜNB, Standards für diesen Informationsaustausch zu definieren, solange diese Standards mit nationalen Regeln konform sind. Die aktuell gültigen Regeln sind im „Transmission Code“ zusammengefasst. 37 37 vgl. (VDN, 2007) Handlungsbedarfsanalyse „Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit im Energiesystem 31

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