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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

Technischer Fortschritt

Technischer Fortschritt Infrastrukturen • Wirtschaftliche Aspekte wie der Anstieg von Energiepreisen (s.o.); • Änderungen der politischen Agenda aufgrund von (internationalen) Krisen, zunehmender Migration oder epochalen Ereignissen wie dem Fall der Mauer 1989; • Verteilungsfragen, wenn die Verteilung der Nutzen und Kosten der Energiewende als ungerecht betrachtet werden. Denkbar wäre, dass die Akzeptanz der Bevölkerung von erneuerbaren Energien aufgrund stark angestiegener Endkundenpreise signifikant abnehmen könnte; • Die Akzeptanz für energetische Gebäudesanierungen könnte abnehmen, wenn die Energiekosteneinsparungen weniger hoch wären als erhofft – beispielsweise weil die Komfortansprüche sich verändern, die Sanierungen nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden (Mangel an qualifiziertem Fachpersonal) oder die Energiepreise weniger stark steigen; • Die Akzeptanz kann durch Umweltrisiken gefährdet werden, wenn sich zum Beispiel durch neue Materialien oder die Abfallentsorgung unvorhergesehene neue Herausforderungen ergeben würden. Der technische Fortschritt ist elementar für das Gelingen der Energiewende. Im technologischen Bereich sind die Entwicklungen und damit einhergehende Risiken heute zum Teil nur schwer absehbar. Beispiele für Ereignisse, die die Stabilität des technischen Fortschritts beeinflussen können sind: • Eine unerwartet und wesentlich langsamere technologische Entwicklung könnte im Vergleich mit den heutigen Annahmen geringere Effizienzgewinne und geringere Kostenreduktionen (flachere Lernkurven) zur Folge haben. • Technologiedurchbrüche, z.B. im Bereich der Wasserstoffherstellung, der Kernfusion, der Shale Gas Revolution oder des „Carbon Capture and Storage“ (CCS) können langfristig das Energieversorgungssystem massiv verändern. Diese „Game Changer“ könnten bei anderen Techniken zu Fehlinvestitionen führen, insbesondere aufgrund der Langlebigkeit der Infrastruktur. Für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende sind geeignete Infrastrukturen bzw. deren Aufbau, Unterhalt und Betrieb notwendig, möglichst mit auf den Ausbau der EE abgestimmten Zeitska- 7

Soziale und gesellschaftliche Verhältnisse len. Zur Infrastruktur gehören nicht nur die Energieinfrastruktur (Kraftwerke, Netze, Pipelines, Speicher), sondern auch die Verkehrsinfrastruktur (Schienen, Straßen, Ladeinfrastruktur für E- Mobilität und Wasserstoff-Mobilität) sowie Informationsinfrastruktur mit ihrer notwendigen (und nichttrivialen) Sicherung. Mögliche Ereignisse, die die Stabilität gefährden könnten, sind: • Durch die zunehmende Vernetzung von Produktionsanlagen („Industrie 4.0“, Digitalisierung) und Übertragungsnetzen sowie den Einbau von Smart-Technologien (Smart Grid, Smart Metering, Smart Home) steigen die Systemrisiken. Die Verwundbarkeit der Infrastrukturen durch Angriffe (Hacking, Sabotage) nimmt ebenso zu wie diejenige durch technologische Abhängigkeiten (Schnittstellen, wachsende Systemkomplexitäten, technische Defekte). Ein gezielter Angriff auf die Software eines zentralen Netzknotenpunktes könnte so die gesamteuropäische Versorgungssicherheit gefährden. • In Hinblick auf eine erfolgreiche Integration eines steigenden Anteils der erneuerbaren Energien sind ausreichend Übertragungskapazitäten notwendig. Aufgrund eines regional zu differenzierenden Ausbaus könnten Entwicklungen wie Verzögerungen und unerwartete Baustopps von Übertragungsleitungen den anvisierten EE-Ausbau in der Stromerzeugung, der für die Ersetzung fossiler Energien in der Strom- und Wärmezeugung und im Verkehr (Sektorkopplung) relevant ist, wesentlich beeinträchtigen. Die Stabilität der sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse hat unterschiedliche Dimensionen, die zum Teil wieder auf die Akzeptanz der Energiewende als politisches Programm Rückwirkungen zeigen können. Als Beispiele sind anzuführen: • Die sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Energieverbrauchs und der damit verbundenen CO 2-Emissionen. Kommt es zum Beispiel in Folge von Migrationsbewegungen zu einem (starken) Bevölkerungswachstum in Deutschland, würde damit auch der Energieverbrauch weniger stark sinken als unter den bisherigen demographischen Prognosen erwartet oder könnte sogar (zumindest temporär) ansteigen. • Nicht ausreichende Qualifikation bei Handwerkern bzw. Fachkräftemangel würde dazu führen, dass Effizienzmaßnahmen nicht wie erwartet umsetzbar wären oder der technologische Fortschritt nicht ausreichend aufgenommen werden könnte; 8

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