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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

Als letztes Kriterium

Als letztes Kriterium steht die Reversibilität, d.h. die Möglichkeit den Ausgangszustand wieder herzustellen. Auch hier zeigt sich ein Zusammenhang mit der Bewältigungsfähigkeit des Systems. Allerdings ist die Möglichkeit einer Einschätzung eher gegeben als bei der Persistenz, da eine zeitliche Komponente fehlt. Auswahl der zu bearbeitenden Schwarzen Schwäne Die Grundlage zur Auswahl der vertieft zu bearbeitenden Schwarzen Schwäne bildet vor dem Hintergrund der vorangegangenen Ausführungen die Bewertung des Kriteriums „Betroffenheit“. Für jedes Cluster erfolgte die Bewertung unabhängig durch dreizehn Experten auf Basis des vorhandenen und durch den Arbeitsschritt „Identifikation“ ergänzten Wissens. Da die Cluster – und einzelne Ereignisse – auf unterschiedliche Rahmenbedingungen wirken können, wurde der Einfluss auf jede Rahmenbedingung abgeschätzt. Die Einzelbewertungen wurden dann für jedes Cluster zu einer Gesamtbewertung aggregiert, wobei die Rahmenbedingungen nach ihrer Bedeutung für die Energiewende gewichtet wurden. Die Gewichtung ihrerseits wurde auf Basis von Experteneinschätzung vorgenommen, die in der folgenden Abbildung dargestellt ist: Abbildung 2-6: Einflussstärke der Rahmenbedingungen auf die Energiewende Welchen Einfluss haben die Rahmenbedingungen auf die weitere Entwicklung der Energiewende? (aggregierte Experteneinschätzung, Skala von 1 bis 3) Politik Wirtschaft Akzeptanz Technologie Infrastruktur Gesellschaft Rohstoffe gering mittel hoch 2,92 2,54 2,54 2,31 1,85 1,77 1,54 Quelle: Expertenbefragung 2015 Zur weiteren Unterstützung der Auswahl wurden die Kriterien „Verzögerungswirkung“ und „Reversibilität“ ebenfalls durch Experten abgeschätzt. Beide Kriterien wurden – im Gegensatz zum Kriterium „Betroffenheit“ – nur entscheidungsbegleitend genutzt. Auf Basis dieses Vorgehens wurden die 41 Cluster in eine Rangfolge gebracht und die ersten 15 als Vorschlagsliste in einen gemeinsamen Workshop mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eingebracht (siehe auch Tabelle 5-3 auf Seite 190). In diesem Workshop erfolgte die Diskussion der Vorschlagsliste und 17

die finale Auswahl der vertieft zu bearbeitenden Schwarzen Schwäne. Für die Bearbeitung wurden elf Cluster aus der Vorschlagsliste ausgewählt, weitere vier wurden nach der Diskussion durch die Workshopteilnehmer von Seiten des BMWi ergänzt. Auf Grund von spezifischem Erkenntnisinteresse des BMWi wurde dabei das Kriterium „Eintrittswahrscheinlichkeit“ bzw. „unerwartet und über-raschend“ zum Teil weniger stark in die Entscheidung einbezogen als in der ursprünglichen Vorschlagsliste. Zur vertieften Bearbeitung wurden folgende Cluster und dazugehörige Initialrisiken ausgewählt: Tabelle 2-2: Auswahl der zu bearbeitenden Schwarzen Schwäne und Initialrisiken Cluster Prioritätenänderung in Politik und Gesellschaft Infrastrukturmangel Digitalisierung Entwicklung nicht-fossiler Technologien Durchbruch bei Speichertechnologie Internationales Klimaregime Änderung der Energiepreise Finanzmittel für erneuerbare Energien Kriminalität & Terrorismus Initialrisiko Gesellschaftliche Prioritäten ändern sich aufgrund eines oder mehrerer Ereignisse fundamental: Die Themen Energie- und Klimapolitik erhalten eine geringere Bedeutung. Blockaden beim Netzausbau werden durch „Not In My Backyard-Mentalität“ (NIMBY) verstärkt „Digitalisierung breitet sich in allen Lebenslagen rasant aus“ und ersetzt alte Technologien Entwicklung von bahnbrechenden neuen Technologien („Game Changer“) erfolgt und sie werden am Markt eingeführt und etabliert (z.B. Wasserstoff, Kernfusion gelingt) Entwicklung von bahnbrechenden Speichertechnologien sowie deren Markteinführung gelingen Trotz grundsätzlicher Einigung in Paris reichen die Klimaschutzbeiträge der Staaten nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Auf weitergehende Maßnahmen kann sich die Staatengemeinschaft nicht verständigen. 2 Dauerhaft sehr niedrige Preise für fossile Energien Es stehen in Deutschland keine weiteren finanziellen Mittel für den Ausbau der EE mehr bereit Smart-Technologien in der Heizungsanlage ermöglichen den Angriff auf eine spezifische Steuerung eines bestimmten Herstellers durch Produkterpresser 2 Das ursprünglich gewählte, aber im Projektverlauf durch die politische Entwicklung überholte Initialrisiko lautete „In Paris scheitert ein internationales Klimaabkommen endgültig“. Nach Abschluss der Konferenz in Paris 2015 erfolgte die Anpassung des Initialrisikos. 18

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