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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

3.1.3.2 Wirkungen des

3.1.3.2 Wirkungen des Initialrisikos Indirekte Effekte der Prioritätenänderung Direkte Effekte der Prioritätenänderung Bedeutung von Themen der Energiewende innerhalb der Gesellschaft deutlich ab. Die Änderungen der Agenda können über Wahlen dann auch grundsätzliche Form annehmen. Eine Änderung der politischen Agenda beeinflusst die Energieund Klimapolitik direkt: Die Themen stehen weniger im Fokus der Politik, vorhandene politische Instrumente werden nicht weiterentwickelt und Herausforderungen in der Weiterentwicklung der politischen Rahmenbedingungen werden nicht wahrgenommen. In einem weiteren Schritt werden Ressourcen auf andere Themen (z.B. Sicherheit, nationale Programme zur Förderung wirtschaftlicher Stabilität, Stützung der Sozialsysteme) verschoben. Damit fallen Fördermittel oder sonstige finanzielle Steuerungsmechanismen in wichtigen Bereichen der Energiewende geringer aus. Diese Entwicklungen können durch indirekte Effekte begleitet werden. Je nach Initialrisiko werden beispielsweise weniger Ressourcen im Bereich der Forschungspolitik eingesetzt. Dies ist der Fall, da die verfügbaren Ressourcen beschränkt sind und mehr Ausgaben z.B. für Sicherheit, die Förderung wirtschaftlicher Stabilität oder für die Unterstützung der Sozialsysteme getätigt werden. Geringere Ausgaben für Forschung können dazu führen, dass Innovationen als wesentliche Treiber für eine beschleunigte Energiewende ausbleiben oder nicht zur Umsetzungsreife gebracht werden. Daneben kann der Fall eintreten, dass die internationale Zusammenarbeit weniger intensiv oder zielgerichtet wird. Dies kann dazu führen, dass zentrale (auf internationale Lastenteilung zielende) Instrumente der Klimapolitik, wie der Emissionszertifikatehandel, abgeschafft werden. Zudem ist die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Klimapolitik allgemein bedroht. Wenn es keine internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich gibt, kann die Klimapolitik insgesamt scheitern: Einzelne Länder haben kein Interesse daran, Klimapolitik zu betreiben, wenn es kein internationales Bekenntnis dazu gibt, da sie wirtschaftliche Nachteile befürchten. Diese Effekte sind insbesondere bei einer starken Rückbesinnung auf nationale Sicherheit und einer damit verbundenen Abschottung gegenüber dem Ausland möglich. Investitionen in erneuerbare Strom- und Wärmeerzeugung sind auf absehbare Zeit aufgrund hoher Fixkosten dieser Projekte und schwankender Cash-Flows auf stabile Rahmenbedingungen und Fördermittel angewiesen. Dasselbe gilt für Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz aufgrund langer Amortisazionszeiträume so- Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 25

Mögliche Rückkopplungen wie von Investitionshemmnissen. Durch den Abbau nationaler Fördermittel oder -mechanismen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz sinkt deren Wirtschaftlichkeit und / oder ihre Attraktivität für Investoren massiv. Dadurch werden in weiterer Folge deutlich weniger EE- und Effizienz-Projekte realisiert. Dies hat einerseits Konsequenzen für Wirtschaftsbranchen in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Ehemals stark wachsende Branchen erfahren einen deutlichen Rückgang der Nachfrage und damit auch der Produktion. Arbeitsplätze fallen weg, zum Teil müssen Unternehmen ihren Betrieb einstellen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sich die Folgen des Initialrisikos nicht auf bestimmte Regionen oder Länder beschränken, was bei einer umfassenden Wirtschaftskrise oder hohen Migrationsströmen als Initialrisiko zu erwarten ist. Aufgrund des Wegfalls von Arbeitsplätzen und der wirtschaftlichen Probleme in einer Reihe von Branchen sinkt die gesellschaftliche Akzeptanz für klimapolitische Maßnahmen und das Vertrauen in die Politik allgemein. Langfristig angelegte Investitionen in für die Energiewende notwendige Infrastruktur (z.B. Stromnetze) werden nicht mehr als wichtig erachtet und daher nicht weiter vorangetrieben. In weiterer Folge entstehen sunk costs, die von der Gesellschaft getragen werden müssen. Diese Belastung der Gesellschaft mit weiteren Kosten verringert die Akzeptanz für die Energiewende weiter. Durch die ausbleibende Realisierung von Projekten in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien kann die geplante Reduktion der CO 2-Emissionen nicht umgesetzt werden. Im weiteren Zeitverlauf steigen sogar CO 2-Emissionen wieder an, da als Ersatz von erneuerbaren Technologien auf noch bestehende konventionelle Technologien (insbesondere Kohlekraftwerke) zurückgegriffen wird. Dadurch verschärft sich die Problematik der Klimaänderung, insbesondere dann, wenn die Änderung der gesellschaftlichen Prioritäten überregional stattfindet. Bei den beschriebenen Initialrisiken ist zu erwarten, dass sich die Auswirkungen nicht auf Effekte innerhalb nationaler Grenzen beschränken. Damit bestehen zwei mögliche Rückkopplungen auf die gesellschaftlichen und politischen Prioritäten. Wenn durch die verstärkte Dynamik der Klimaänderung Adaptionsstrategien gegenüber Minderungsstrategien bevorzugt werden, kann sich der Klimawandel weiter verstärken (und ggf. nicht mehr kontrollierbar sein). Die geschwundene Hoffnung, den Klimawandel beherrschen zu können, führt zu weiteren Adaptionsstrategien, die vor allem in wohlhabenden Ländern schnell realisiert werden können. Damit können Initialrisiken (z.B. Migration) sogar verstärkt werden. Allerdings besteht auch die Möglichkeit einer weiteren Rückkopplung: Aufgrund der immer stärker wahrgenommenen gesellschaft- Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 26

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