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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

2012, TU Ilmenau 2012).

2012, TU Ilmenau 2012). Der Mehrkostenfaktor bei Erdverkabelung von Wechselstromleitungen liegt hingegen zwischen vier und sechzehn, je nach Untergrund, Trassenlänge und lokalen Bedingungen (ENTSO-E & Europacable 2010, 50 Hertz 2012). Tabelle 3-2: Kostenparameter für Wechselstrom Kosten pro Kilometer Freileitung 1 bis 1,5 Mio. € Kosten pro Kilometer Erdkabel 4 bis 16 Mio. € Um die Mehrkosten einer generellen Erdverkabelung zu bestimmen, werden die jeweiligen Mehrkostenfaktoren mit der zusätzlich als Erdkabel zu verlegenden Leitungslänge multipliziert. Die entsprechenden Kosten sind in Abbildung 3-3 dargestellt. Während eine Verwendung von Freileitungstechnologie mit Gesamtkosten von ca. 2,6 bis 3,9 Milliarden Euro verbunden ist, führt das Auftreten von Netzausbaublockaden und die damit verbundenen Folgen zu Gesamtkosten von ca. 10,4 bis 42 Milliarden Euro. Dies entspricht Mehrkosten zwischen 6,6 und 39,4 Milliarden Euro im Vergleich Netzausbau mit Freileitungen. Für den Stromkonsumenten spiegeln sich die Netzausbaukosten in erhöhten Netznutzungsentgelten wider. Als Proxy für den Anstieg der Netznutzungsentgelte beim Eintritt des Schwarzen Schwans werden für die Quantifizierung die annuitätischen Kosten des Netzausbaus auf die gesamtdeutsche Stromnachfrage bezogen. Im Falle einer Realisierung durch Freikabel entspräche dies einer Erhöhung von 0,05 bis 0,08 ct/kWh. Käme es jedoch beispielsweise aufgrund von Akzeptanzproblem zu einer generellen Erdverkabelung von neuen Höchstspannungsleitungen, würde dies zu spezifischen jährlichen Kosten in Höhe von 0,2 bis 0,8 ct/kWh führen. Eine generelle Erdverkabelung würde demnach Zusatzkosten in Höhe von 0,1 bis 0,8 ct/kWh bedeuten. 5 Im Vergleich hierzu induziert die Erdverkabelung der HGÜ-Pilot- Leitungen zu geschätzten zusätzlichen Investitionskosten in Höhe von insgesamt rund 200 Millionen Euro. Diese Zusatzkosten führen zu einem Anstieg der Netzentgelte durchschnittlicher Haushaltskunden um 0,1 Prozent – dies entspricht in etwa 0,007 ct/kWh. 6 5 Es wurde eine Lebensdauer von 80 Jahren für Freileitungen und 40 Jahren für Erdkabel angenommen (50 Hertz 2012). Außerdem basiert die Berechnung auf dem Nettostromverbrauch im Jahr 2014 in Höhe von 511 Mrd. kWh (BMWi 2015). 6 Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus. Drucksache 18/4655. Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 37

Abbildung 3-3: Gesamtkosten der betrachteten Netzausbaumaßnahmen nach Technologiewahl Abgesehen von bereits gesetzlich beschlossenen Netzausbaumaßnahmen beinhaltet der aktuelle Entwurf des Netzentwicklungsplans 2015 weitere Vorschläge von Netzausbaumaßnahmen (NEP-Entwurf vom 29.02.2016). Für die Quantifizierung wird angenommen, dass alle ergänzenden Netzausbauvorhaben tatsächlich als Erdkabel realisiert werden. Für die Berechnung werden alle Projekte aus dem Entwurf des NEP 2015 berücksichtigt, die zwar bereits im NEP 2014 aufgeführt sind, jedoch nicht in das BBPlG aufgenommen wurden. Die entsprechende Leitungslänge beträgt hierbei 1.467 Kilometer. Des Weiteren werden alle erstmals angeführten Vorhaben an Freileitungsbauten im Höchstspannungsbereich berücksichtigt. Diese ergeben eine gesamte Leitungslänge von 1.109 Kilometern. Analog zu dem bisherigen Vorgehen werden lediglich jene Projekte berücksichtigt, die nicht ohnehin eine Erdverkabelung vorsehen. Die zusätzlich anhand des NEP-Entwurf 2015 identifizierten Netzausbaukosten betragen je nach angenommenen Mehrkostenfaktoren zwischen 2,6 und 3,9 Milliarden Euro. Käme es jedoch aufgrund von Akzeptanzproblem zu einer generellen Erdverkabelung von Höchstspannungsausbauten, wäre mit Gesamtkosten zwischen 10 und 41 Milliarden Euro zu rechnen. Diese Kosten sind zuzüglich der Kosten für die Netzausbaumaßnahmen auf dem BBPlG und EnLAG zu bewerten. Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 38

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