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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

Umweltauswirkungen Die

Umweltauswirkungen Die Betreiber der Fusionskraftwerke stehen in direkter Konkurrenz zu den auf Öl und Gas spezialisierten Energiekonzernen und verdrängen diese, denn die Nachfrage und später auch die Preise von Öl, Gas, Uran und Kohle nehmen stark ab. Die gesamte Wirtschafts- und Wertschöpfungskette der traditionellen Energieversorgung und -konzerne ist betroffen: Kohlebergbau, Öl- und Gasförderung (auch unkonventionelle), entsprechende Dienstleistungen, Offshore-Bohrungen, Explorationsaktivitäten, usf. Sinkende Marktanteile erfordern massive Umstrukturierungen. Neue Nischenmärkte sind u.a. Energiebereitstellung zu Spitzenstunden, Märkte in unterentwickelten Ländern, welche sich ein Fusionskernkraftwerk nicht leisten können oder Diversifizierung nach anderen Energieträgern. Zudem finden soziale Unruhen in den Öl, Gas, Kohle und Uran exportierenden Ländern (hauptsächlich Mittlerer Osten, Venezuela, Libyen, Algerien, Angola) statt, weil die dortigen Regierungen den „sozialen Frieden“ nicht mehr kaufen können. Solche mittelbaren geopolitischen Auswirkungen könnten wiederum die gesellschaftlichen Prioritäten verschieben, auch wenn sie keine direkten Auswirkungen auf die Energiewende haben. Es wird angenommen, dass sich die Nutzung technischer Rohstoffe wie z.B. seltener Metalle etwa im gleichen Rahmen bewegt wie bei der Umsetzung der bisherigen „Energiewende“ – diese also etwa leistungsbezogen in den gleichen Mengen benötigt werden wie bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Viele Handwerks- und Industriebetriebe, die sich auf den Ausbau der erneuerbaren Energien spezialisiert haben, wie z. B. die Produktion von Teilen der Windkraftanlagen oder die Montage der Solarpaneele, brechen zusammen und gehen unter. Andererseits entwickeln sich im Zuge der Kernfusion andere Wirtschaftsketten, z. B. Förderung von Deuterium, Erzeugung von Tritium und damit zusammenhängende Dienstleistungen. Auch die energieintensiven Industrien bleiben ansässig und weiten die Inlandsproduktion möglicherweise noch aus. Fusionskraftwerke werden gewässernah errichtet, denn sie benötigen – wie alle thermoelektrischen Kraftwerke – große Mengen Kühlwasser. Sie werden damit eine direkte Konkurrenz zu anderen Anwendungen mit hohem Wasserverbrauch darstellen, insbesondere zur Landwirtschaft. Eine Konsequenz wäre die Verteuerung des Wassers bzw. der Wassernutzungsrechte. Auf der anderen Seite könnte der billige Strom Wasserentsalzungsanlagen antreiben und die Konkurrenz zur Landwirtschaft und anderen Wasserverbrauchern entschärfen. Dies sind insbesondere interessante Optionen für (Schwellen-)länder in Wüstenregionen. Das während des Betriebes der Fusionskraftwerke den Gewässern entnommene Kühlwasser wird erwärmt und wieder zurückgespeist. Bestimmten Theorien nach kann eine dauerhafte Über- Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 55

Weitere Herausforderungen und Chancen wärmung der Gewässer eine Änderung des Mikroklimas zur Folge haben, was wiederum zu unabsehbaren Umwelt- und Gesundheitsrisiken führen kann (ähnlich dem Klimawandel, z. B. Tigermücke, Algen, Krankheitserreger). Auf der anderen Seite kann es in heißen Sommern vorkommen, dass die Kühlkapazität der (durch die Witterung erwärmten) Flüsse nicht ausreicht, um die benötigte Kühlleistung bereit zu stellen und Kraftwerke heruntergefahren werden müssen, analog zu bereits erfolgten Problemen von Kernkraftwerken in Frankreich und in der Schweiz. Weiterhin ist es möglich, dass Tritium, ein Treibstoff des Fusionsreaktors, austritt und die Umwelt kontaminiert, da es als sehr kleines Element praktisch durch keine Barriere zurück gehalten werden kann. 7 Tritium ist radioaktiv und stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Demgegenüber sind Fusionskraftwerke intrinsisch sicher gegenüber einem der Kernschmelze bei Spaltkraftwerken vergleichbaren Unfall: Der Super-GAU eines Fusionskraftwerks besteht im genannten Austritt des Tritiums. Netto wird die Akzeptanz der Fusionstechnologie vermutlich deutlich höher liegen, als dies derzeit bei der Kernspaltungstechnologie zu beobachten ist. Zumal sich die Möglichkeit ergibt, die bestehenden hochradioaktiven Abfälle der Spaltkraftwerke während des Betriebes der Fusionskraftwerke sukzessive zu zerstören. Dennoch entsteht auch im Fusionskraftwerk mittelradioaktiver (100 bis 500 Jahre) Abfall, nämlich Teile des Wandmaterials der Brennkammer. Dieser kann prinzipiell am Fusionsreaktor selbst gelagert werden, muss jedoch ebenso wie der mittelradioaktive Abfall der Kernkraftwerke jahrzehntelang unter erhöhten Sicherheitsbedingungen gehalten werden. Energieeffizienz wird, wie oben bereits genannt, nicht mehr in dem Maße angestrebt, wie das aktuell der Fall ist, damit wird einerseits der Stromverbrauch und damit der Bedarf an Kraftwerken steigen. Die Auswirkungen der Fusionskraft auf die Umwelt (Wassererhitzung, Tritiumkontamination, Rohstoffabbau (insbesondere Lithium), Entsorgung der radioaktiven Bauteile) werden wahrscheinlich höher sein als dies bei effizienter Energienutzung möglich wäre. Andererseits wird mit geringerer Energieeffizienz auf eine geringere Rohstoffeffizienz von Wirtschaft und Konsum verbunden sein. Während des Betriebes eines Fusionskraftwerks stehen die innersten Bauteile unter enormen Neutronenbeschuss, welcher zu Radioaktivität (s. o.) und auch zu Korrosion des Materials führt. Aus diesem Grund müssen die entsprechenden Bauteile häufig (etwa zweijährlich) getauscht und zwischengelagert werden. Un- 7 Tritium wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einer Rohstoffknappheit unterliegen, da es nach der Anfangsreaktion auch im Reaktor (genauer: Im Blanket des Reaktors) selbst erbrütet werden kann. Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 56

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