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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

mehr Geld kosten als bei

mehr Geld kosten als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Es ist davon auszugehen, dass bei sinkenden Batteriepreisen zum einen deutlich günstigere Fahrzeuge mit weiterhin eingeschränkter Reichweite auf den Markt kämen. Andererseits würde sich ein neues Fahrzeugsegment erschließen lassen durch Fahrzeuge mit gesteigerter Reichweite (wie derzeit beispielsweise optional bei Tesla-Modellen), verbesserten Ausstattungsoptionen (Klimatisierung, IT-Ausstattung etc.) sowie weitere Fahrzeugklassen (Größe, Leistung). Ausschlaggebend ist, dass diese Fahrzeuge nicht primär auf Preis und Energieverbrauch optimiert würden. Eine stärkere Verbreitung und Marktdurchsetzung von batterieelektrischen Fahrzeugen würde einhergehen mit ihrem wachsenden Anteil an der Flottenstruktur. Zugleich würde damit der Anteil an Fahrzeugen mit konventionellen bzw. Verbrennungsmotorantrieben absinken. Die Strukturverschiebung in der Fahrzeugflotte würde zudem Auswirkungen auf die Automotivbranche bzw. die Mineralölindustrie induzieren. In der Automotivbranche verlören diejenigen Fahrzeughersteller an Bedeutung, die die Elektromobilität eher stiefmütterlich behandelt haben, da sie mit einem Nachfragerückgang konfrontiert würden. Umgekehrt käme es bei Herstellern, die batterieelektrische Fahrzeuge im Portfolio und diese Kompetenzen zielgerichtet ausgebaut haben, zu einen Nachfrage- und damit Wachstumsschub. In der Mineralölindustrie würde ebenfalls ein struktureller Wandel stattfinden. Insgesamt sänke die Nachfrage nach Mineralölprodukten analog zum Nachfragerückgang bei traditionell orientierten Fahrzeugherstellern. Dabei würde sich aber auch die Nachfragestruktur ändern. Die Nachfrage nach Diesel für den Straßengüterverkehr und von Kerosin im Luftverkehr bliebe weiterhin dominierend, der Anteil von Benzin würde jedoch (stark) abnehmen. Die Verschiebung der Nachfragestruktur zu langkettigen Mineralölprodukten würde zu sinkenden Preisen von Nafta als Grundstoff für die Chemische Industrie und zum Umbau / Stilllegungen von Raffinerien führen und zugleich die Importabhängigkeit von Mineralöl verringern. Neue Speichertechnologien würden unterstützend bei der Verbreitung und Durchsetzung der Digitalisierung wirken. Günstigere mobile Speicher würde den vermehrten Einsatz von smarten Systemen ermöglichen und unter anderem auch den verstärkten Einsatz von unbemannten, elektrisch betriebenen Flugobjekten ermöglichen. Damit würden grundsätzlich auch die Einführung und Verbreitung neuer Dienstleistungsangebote umsetzbar wie zum Beispiel Lieferservices bzw. individuelle Paketzustellungen. In der Folge käme es zu weiteren Wirkungen auch auf andere Bereiche wie zum Beispiel der Änderung von Wirtschafts- oder Verkehrsstrukturen. Eine gesteigerte Nutzung von Akkumulatoren würde auch das Aufkommen an Akkumulatoren-Schrott steigern. Einerseits könnte dadurch das Recycling wirtschaftlich werden und damit günstigere Rohstoffe für die Produktion bereitstellen – andererseits könnte es Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 63

Energiesystem (Strom) sein, dass Recycling auch bei gesteigertem Aufkommen unwirtschaftlich bleibt und damit im Fall eines Rücknahmezwangs der Hersteller zu erhöhten Produktionskosten führen. Die Zunahme von batterieelektrischen Fahrzeugen würde zu einer anwachsenden Stromnachfrage führen. Dies ist grundsätzlich schon durch den wachsenden Anteil von Elektromobilen im Verhältnis zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor begründet. Allerdings würden sich Durchbrüche in der Speichertechnologie auch auf die Nutzung im Bereich der Elektromobilität auswirken. So würde die höhere Effizienz des elektrischen Antriebs dazu führen, dass der Anteil des Energieeinsatzes für den mechanischen Antrieb sinkt und damit relativ der Verbrauch der Nebenaggregate in den Fahrzeugen ansteigt. Unter anderem stiege damit der Anteil an Energie im Straßenverkehr, welcher für die Klimatisierung der Fahrzeuge verwendet wird. Damit würde der Energiebedarf im Verkehr stärker abhängig vom Wetter – an warmen Tagen würde mehr Leistung für die Klimatisierung benötigt, damit müssten auch die Speicher häufiger und insgesamt mit mehr Energie geladen werden. Potenziell würde die steigende Stromnachfrage damit unregelmäßiger und abhängig von externen Einflüssen. Dennoch ist zu erwarten, dass diesem Effekt aufgrund seiner vergleichsweise geringen Nachfragegröße nur eine untergeordnete Bedeutung zukommt. Schnellladestationen könnten auf Mittelspannungsebene zu hohen Leistungsspitzen führen. Ein Ausbau der Verteilnetze könnte die notwendige Folge sein. Andererseits könnte die Nachfrage gezielt gesteuert werden um zu große Leistungsspitzen zu verhindern. Ebenso wäre es wahrscheinlich möglich und notwendig, die Speicher in Fahrzeugen durch entsprechende Anreize im Lade- und Entladepreissystem zur Stabilisierung des Netzes heranzuziehen. Über die Anwendung im Verkehr hinaus würden mit neuen, verbesserten Speichertechnologien auch neue Einsatz- und Verwendungsmöglichkeiten erschlossen. Neben den schon angeführten Beispielen in der Digitalisierung oder der unbemannten Luftfahrt würde die verstärkte lokale Nutzung von Speichern in Kombination mit dezentraler Stromerzeugung, insbesondere PV, stattfinden. So könnte der Eigenstromanteil durch die Kombination von PV mit Batteriespeicher und damit die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden oder in Gebieten mit schlecht ausgebauter Infrastruktur (insbesondere im Ausland) der dezentrale Einsatz von PV besser ermöglicht werden. Die Einspeisung von PV-Strom würde auch bei gut ausgebauter Infrastruktur regelmäßiger und besser steuerbar und evtl. auch die Herausforderungen von unregelmäßigen Nachfragespitzen durch die Elektromobilität reduziert. Andererseits könnten durch die Kombination von dezentralen PV-Anlagen mit Speichern auch die Eigenverbrauchsanteile zunehmen, so dass weniger er- Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 64

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