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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

3.7.3.3 Betroffene

3.7.3.3 Betroffene Rahmenbedingungen genden EEG-Umlage den sinkender Großhandelspreise überwiegen würde. Als direkte Folge wäre eine sinkende Akzeptanz der Energiewende denkbar, sofern diese mit einer steigenden Stromrechnung assoziiert wird. Neben den direkten Folgen dauerhaft niedriger Energiepreise im Strommarkt, existieren denkbare Auswirkungen auf den Bereich Forschung und Entwicklung in Bezug auf Erzeuger und Marktakteure. So würde ein dauerhafter Energiepreisrückgang tendenziell zu sinkenden Anreizen führen, in Forschung und Entwicklung im Bereich Energieeffizienz zu investieren. Direkte Folge wären sinkende Fortschritte im Hinblick auf die generelle Energieeffizienz von Erzeugern. Dauerhaft sehr niedrige fossile Energiepreise führen zu Veränderungen wichtiger Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft, die sich insbesondere hinsichtlich jeweils betroffener Bereiche differenzieren lassen. Veränderte Preisstrukturen von Energieträgern beeinflussen den Rohstoffverbrauch und somit auch die Infrastruktur. Beispielsweise würde ein vermehrter Verbrauch von Gas zu einer steigenden Auslastung der bestehenden Gasinfrastruktur führen. Eine Stärkung ausgewählter Industriebetriebe hingegen würde direkt die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft beeinträchtigen. Neben den angeführten Wirkungen würden dauerhaft sehr niedrige fossile Energiepreise, sofern sie zu steigenden Endkundenpreisen führen, die Gesellschaft und die Akzeptanz der Energiewende berühren und somit politische Reaktionen erforderlich machen. Würden Investitionsanreize in Energieeffizienz sinken, wären die technischen Rahmenbedingungen ebenfalls betroffen. 3.7.3.4 Quantifizierungsmöglichkeiten der Wirkungen Zur Quantifizierung der Wirkungen dauerhaft sehr niedriger fossiler Energiepreise kann das ewi-Modell DIMENSION, ein europäisches Investitions- und Dispatch-Modell, genutzt werden, um die Entwicklung des europäischen Kraftwerkparks und entsprechende Stromerzeugung differenziert nach Energieträgern zu simulieren. Als quantitative Ergebnisse resultiert die Auswirkung dauerhaft sehr niedriger Energiepreise auf die deutschen CO 2-Emissionen sowie auf das Investitionskalkül von Anlagenbetreibern erneuerbaren Energien. In diesem Zusammenhang sollen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen auf Basis des Return on Investment für Anlagenbetreiber erneuerbarer Energien durchgeführt werden. Ableitbar sind hieraus resultierende Folgen für die EEG-Umlage zur Sicherstellung des geplanten Ausbaus an Erzeugern auf Basis erneuerbarer Energien. Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 83

3.7.3.5 Verbindungen und Ähnlichkeiten mit anderen Risikoclustern Das Risikocluster 7 „Änderung der Energiepreise“ weist Interdependenzen zu weiteren Risikoclustern auf. Augenscheinlich ist dies in Hinblick auf Risikocluster 1 „Prioritätenänderung in Politik & Gesellschaft“: Niedrige Energiepreise aber zugleich ansteigende Endkundenpreise können dazu führen, dass Kostengesichtspunkte in der gesellschaftlichen Wahrnehmung prioritär werden. Eine in der Folge extrem niedriger fossiler Energiepreise steigende Subvention von Erzeugern auf Basis erneuerbarer Energien könnte den Bedarf an Finanzmitteln für die Energiewende erhöhen, was in den Bereich von Risikocluster 8 „Finanzmittel für erneuerbare Energien“ fallen würde. Verbindungen zu Risikocluster 10 „Rohstoffzugang“ könnten insofern bestehen, dass dauerhaft niedrige Energiepreise aus neuen Möglichkeiten des Rohstoffzugangs resultieren könnten. Zuletzt wäre aus dauerhaft sehr niedrigen fossilen Energiepreisen eine Stärkung fossiler Energien zu erwarten, die Risikocluster 12 „Stärkung fossiler Energietechnologien“ tangiert. 3.7.4 Beispielhafte Quantifizierung des Risikoclusters Im Rahmen von Risikocluster 7 werden exemplarisch die Auswirkungen dauerhaft sehr niedriger Energieträgerpreise analysiert. Im Detail werden insbesondere die Implikationen für das Stromversorgungssystem quantifiziert und vergleichend dargestellt. Die Preise für konventionelle Energieträger befinden sich Anfang 2016 auf einem historischen Tiefstand. Zur Quantifizierung der Auswirkungen dauerhaft sehr niedriger Energiepreise wird neben einem „Referenzszenario“, das auf aktuell gehandelten Future- Preisen und Brennstoffpreisprognosen publizierter Studien (z.B. DECC Fossil Fuel Price Projections 2015) basiert, ein „Niedrigpreisszenario“ betrachtet. In diesem Szenario relativiert sich das „Low-Price“ Szenario aus den DECC Fossil Fuel Price Projections 2015 auch nach 2020 nicht wieder und die Primärenergieträgerpreise bleiben weiterhin konstant niedrig. Vor diesem Hintergrund skizziert Abbildung 3-12 vergleichend die angenommene Entwicklung der Brennstoffpreise für Gas, Steinkohle und Öl im Referenzund Niedrigpreisszenario. Die zusätzlich exogen vorgegebenen CO 2-Preise für die durchgeführten Simulationsrechnungen berücksichtigen Wechselwirkungen mit den zu Grunde liegenden Brennstoffpreisannahmen. Sie variieren folglich zwischen beiden Szenarien. Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 84

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