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Blockchain in der Integrierten Energiewende

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Anforderungen an die Digitalisierung steigen Daten nehmen in der digitalen Energiewelt folglich eine immens wichtige Rolle ein, bringen jedoch selbstverständlich auch neue Herausforderungen mit sich. Um die digital gestützte Energieversorgung von morgen auch künftig sicher zu gestalten, müssen von der Erhebung der Daten über deren Nutzung und Aufbewahrung bis hin zu ihrer Weitergabe und Verarbeitung zwingend die Anforderungen des Datenschutzes und der Datensicherheit erfüllt werden. Während sich global agierende Internetkonzerne in den letzten 10 bis 15 Jahren stark entwickelt haben – nicht zuletzt, weil der Umgang mit personenbezogenen Daten international recht ungeregelt war –, zeichnen sich inzwischen auch hier neue Rahmenbedingungen ab. Bereits die am 25.05.2018 in Kraft getretene und für die gesamte EU geltende Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) sowie die Diskussionen über eine Digitalsteuer könnten darauf hinweisen, dass der Datenfluss unter den wirtschaftlich tätigen Akteuren zukünftig besser dokumentiert werden muss und die Wertschöpfung auf Basis von ungeklärter Datennutzung erschwert werden wird. Diese Entwicklungen weisen darauf hin, dass die Digitalisierung ihre erste Phase hinter sich lässt. Neue Begriffe wie Plattformökonomie, Datensouveränität, digitaler Twin, Blockchain und künstliche Intelligenz prägen die Berichterstattung. Von Suchmaschinen, Online-Shops und Big Data hingegen ist inzwischen immer seltener die Rede. Mit dem beschriebenen Wandel nehmen die Anforderungen an die Qualität des Datenaustausches stark zu. Datenmengen und -geschwindigkeiten stellen große Herausforderungen an die Infrastrukturbetreiber. Vor dem Hintergrund des gerade im internationalen Vergleich mangelhaften Ausbaus schneller Internetverbindungen in Deutschland sieht nicht nur die digitale Szene schwerwiegende Auswirkungen für die gesamte Volkswirtschaft. 11 Hinzu kommt, dass sich durch die zunehmende Verknüpfung aller Bereiche der Energiewirtschaft Anforderungen ergeben, die neue Sicherheitsniveaus im Datentransfer adressieren. Um das integrierte Energieversorgungssystem zukünftig auf gleichbleibend hohem Niveau zu betreiben, sind neue Konzepte zur Gewährleistung von Daten- und IT-Sicherheit für die Energiebranche von großer Bedeutung. Hier kommt die noch junge Blockchain-Technologie zum Tragen. Die Energiewirtschaft als Testfeld für die Blockchain-Technologie Distributed Ledger Technologies (DLT) im Allgemeinen oder die Blockchain-Technologie im Speziellen könnten als Informationssysteme mit dezentralen Wesensmerkmalen zukünftig eine wichtige Rolle in allen Wirtschaftszweigen einnehmen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Um der Dokumentation werthaltiger Daten in einer zunehmend dezentralen Energiewelt ein Rückgrat zu geben, bedarf es Technologien, die in der Lage sind, deren Erfordernisse technisch zu unterstützen. Neben existierenden zentralen Systemen gewinnen somit Alternativen an Bedeutung, die, abgestimmt auf den einzelnen Anwendungsfall, für den dezentralen Einsatzzweck geeigneter erscheinen. Diese Technologien stehen in ihrer Entwicklung noch am Anfang. Dabei ist inzwischen nach dem ersten Hype um den Einsatz der Blockchain eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Dies liegt zum einen daran, dass die Blockchain weiterhin häufig auf die Kryptowährung Bitcoin reduziert wird, welche nach einem schwindelerregenden Kurzanstieg zu Beginn des Jahres 2018 inzwischen stark gefallen ist. Durch den teils sehr hohen Energieverbrauch einzelner Blockchains stellt sich für die gesamte Technologie – insbesondere in der Energiewirtschaft – auch die Glaubwürdigkeitsfrage (ob zu Recht, hängt maßgeblich von der Wahl des Konsensmechanismus ab). Zusätzlich macht sich branchenübergreifend eine gewisse Ungeduld breit, die erste Praxisanwendungen in der Realwirtschaft fordert. Die sich im Wandel befindliche Energiewirtschaft erweckt dabei den Anschein, ein ideales Testfeld für die Erprobung zu sein. Die Bedeutung eines sicheren Umgangs mit Informationen erscheint dabei nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Bedeutung der Versorgungssicherheit des Energiesystems besonders relevant. Dass die Energiewirtschaft sich bis dato etwas langsamer wandelt als andere Branchen und sich auch die Blockchain-Technologie noch im Aufbau befindet, könnte zum Entstehen einer kongenialen Partnerschaft führen, in der Schritt für Schritt in stark kontrollierten Umgebungen und bei sehr hohen Anforderungen an die Verlässlichkeit gemeinsam Implementierungen erprobt werden. 11 Der Tagesspiegel (2018). 26 – Teil A

Die fallbezogene Bewertung von Blockchain in der integrierten Energiewende in vorliegender Studie Um die tatsächliche Entwicklung und die wahrscheinlichen Diffusionspfade der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft bewerten zu können, ist eine fallbezogene Betrachtung unabdingbar. Eine Bewertung der Anwendungen ist in Abhängigkeit des aktuellen Reifegrades der Blockchain-Technologie, der Wettbewerbssituation, der betriebs- und volkswirtschaftlichen Nutzenversprechen und des regulatorischen Umfelds durchzuführen. Eben dieses Ziel verfolgt die vorliegende Studie. Dazu wurden 11 Anwendungsfälle (Use Cases) nach dem unten dargestellten Prinzip analysiert. Die detaillierten Bewertungsergebnisse aller Use Cases sind in Kapitel 3 dokumentiert. Blockchain in der integrierten Energiewende ■■ Untersuchung von 11 Anwendungsfällen (Use Cases) entlang des Wertschöpfungsnetzwerks der Energiewirtschaft ■ ■ Standardisierte Beurteilung der Chancen und Risiken der Use Cases ■ ■ Erarbeitung und Abstimmung von Handlungsempfehlungen Technische Bewertung Ökonomische Bewertung Regulatorische Bewertung ■■ Alleinstellung ■■ Mikroökonomischer ■■ Einfluss des bestehenden ■■ Technologische Reife finanzieller Nutzen regulatorischen Rahmens ■■ Wechselkosten ■■ Mikroökonomischer auf die Umsetzbarkeit von ■etc. ■ strategischer Nutzen Blockchain-Anwendungen ■ ■ Wohlfahrtseffekte Teil A – 27

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