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BMWi Strategiepapier Pro Afrika

Afrika ist ein Kontinent mit vielen Herausforderungen und großen Chancen. Seine 54 Länder sind sehr heterogen und daher differenziert zu betrachten. Die Bevölkerung ist jung und wächst überproportional stark. Schätzungen des IWF zufolge müssen bis 2035 jährlich rund 18 Millionen neue Arbeitsplätze in der Region Subsahara-Afrika ent-stehen, um junge Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Gleichzeitig sind viele Staaten Afrikas wirtschaftlich im Aufwind. Die Volkswirtschaften in Afrika wuchsen 2016 durchschnittlich um ca. 3,7 Prozent und damit schneller als die Weltwirtschaft (3,1 Prozent in 2016). Wachstumstreiber sind die fortschreitende Urbanisierung, eine immer breitere Mittelschicht, ein wachsender Dienstleistungssektor sowie Infrastrukturinvestitionen und Einnahmen aus Rohstoffverkäufen (einschließlich Erdöl). Darüber hinaus setzen viele afrikanische Staaten auf einen Ausbau der erneuerbaren Energien.

BMWi Strategiepapier Pro

Pro! Afrika Perspektiven fördern, Chancen nutzen, Wirtschaft stärken Afrika ist ein Kontinent mit vielen Herausforderungen und großen Chancen. Seine 54 Länder sind sehr heterogen und daher differenziert zu betrachten. Die Bevölkerung ist jung und wächst überproportional stark. Schätzungen des IWF zufolge müssen bis 2035 jährlich rund 18 Millionen neue Arbeitsplätze in der Region Subsahara-Afrika entstehen, um junge Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Gleichzeitig sind viele Staaten Afrikas wirtschaftlich im Aufwind. Die Volkswirtschaften in Afrika wuchsen 2016 durchschnittlich um ca. 3,7 Prozent und damit schneller als die Weltwirtschaft (3,1 Prozent in 2016). Wachstumstreiber sind die fortschreitende Urbanisierung, eine immer breitere Mittelschicht, ein wachsender Dienstleistungssektor sowie Infrastrukturinvestitionen und Einnahmen aus Rohstoffverkäufen (einschließlich Erdöl). Darüber hinaus setzen viele afrikanische Staaten auf einen Ausbau der erneuerbaren Energien. Unsere Initiative Pro! Afrika orientiert sich an den Afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung, welche die Grundlagen für Stabilität und Entwicklung stärken und dabei insbesondere gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit, Bekämpfung der Korruption und Bildungschancen fördern will. Der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte unterstützt deutsche Unternehmen, vorbildhaft höhere Arbeits-, Umwelt- und Sozialstandards gerade auch in Afrika einzuhalten und damit auch die menschenrechtliche Situation vor Ort zu verbessern. Deutschland will mit dem Beitritt zur Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) ein klares Zeichen setzen für mehr Finanztransparenz bei der Erfassung und Offenlegung von Zahlungen, die beim Abbau von natürlichen Ressourcen in rohstoffreichen Ländern entstehen, damit der Reichtum aus natürlichen Ressourcen all seinen Bürgern zugutekommt. Mit den Economic Partnership Agreements (EPA) haben afrikanische Länder bereits jetzt 100 Prozent freien Zugang zum europäischen Markt. Im Gegenzug müssen die afrikanischen Staaten ihre Märkte nur für durchschnittlich 80 Prozent der Zolllinien bzw. des Handelsvolumens öffnen. Die restlichen 20 Prozent bleiben dauerhaft vor europäischen Importen geschützt, das betrifft vor allem sensible Agrarprodukte. Damit sind die EPAs entwicklungsorientiert, WTO-konform und asymmetrisch zugunsten der afrikanischen Staaten ausgestaltet. Sie fördern gleichzeitig die regionale Integration in den großen afrikanischen Wirtschafts- und Entwicklungsgemeinschaften (SADC, EAC, ECOWAS etc.), was letztlich auch den Unternehmen zugute kommt, die in diesen integrierten Wirtschafts regionen attraktive Binnenmärkte für ihre Produkte vorfinden. Mit der Initiative Pro! Afrika wollen wir die ökonomische Entwicklung Afrikas unterstützen. Die deutsche Wirtschaft ist auf vielen dieser Gebiete gut aufgestellt und ein geeigneter Partner. Bereits heute sind die wirtschaftlichen Verflech tungen Deutschlands mit Afrika sehr eng. So betrug der deutsche Außenhandel mit Afrika 2016 rund 41 Milliarden Euro; davon mit Afrika südlich der Sahara rund 24 Milliarden Euro und mit Nordafrika rund 17 Milliarden Euro. Während die deutschen Importe 16,5 Milliarden Euro umfassten, beliefen sich die deutschen Ausfuhren auf 24,5 Milliarden Euro. Deutsche Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und sie engagieren sich in der dualen Ausbildung. Afrika bietet deutschen Unternehmen als Wirtschaftspartner neue Perspektiven. Deutschland hat derzeit die G20-Präsidentschaft inne. Wir setzen hierbei einen wesentlichen Schwerpunkt auf Afrika. Dazu wird vom 12. bis 13. Juni 2017 ein Afrika-Gipfel in Berlin stattfinden. Das vorliegende Afrikakonzept des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Stärkung der Wirtschaft und für nachhaltiges Wachstum in Afrika will den Weg bereiten für eine vertiefte Kooperation und mehr Engagement der Privatwirtschaft. 1

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