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Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2018

Rückblick auf die wesentlichen Entwicklungen sowie Ausblick auf 2019

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Agora Energiewende | Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2018 der Handel an eine Echtzeitbepreisung heran und trägt so den Flexibilitätsanforderungen Rechnung. Über 950 Viertelstunden des Jahres 2018 (Stand 28. Dezember 2018) wurden in den relevanten letzten drei Handelsstunden vor Lieferung (ID3) zu negativen Preisen gehandelt. Damit sind gegenüber 2017 die Ereignisse deutlich zurück gegangen (siehe Abbildung 6-4). Auch hierfür ist der höhere CO2-Preis ausschlaggebend. Mit 223 Viertelstunden (Stand 28. Dezember 2018), die im Jahr 2018 über 100 Euro die Megawattstunde gehandelt wurden, verringerte sich die Anzahl der hochpreisigen Viertelstunden um mehr als die Hälfte. Die geringere Anzahl an Situationen, die zu hohen Knappheiten führen, haben den Rückgang verursacht. Auch im untertägigen Stromhandel ist die Volatilität leicht gesunken: Zahl der Viertelstunden mit Preisen von weniger als 0 und mehr als 100 Euro pro Megawattstunde Abbildung 6-4 1.400 2017 1.200 1.000 2016 2018 Viertelstunden 800 600 400 200 0 2015 608 945 1.339 Preise unter 0 EUR/MWh 940 2017 2018 350 2015 2016 223 68 36 Preise über 100 EUR/MWh EPEX-SPOT (2018b, Stand 28.12.18) 46

ANALYSE | Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2018 7 Kosten 7.1 Ausschreibungen für Erneuerbare Energien Nach deutlich gesunkenen Ausschreibungsergebnissen für Solar- und Windenergieanlagen in den Jahren 2015 bis 2017 stiegen im Jahr 2018 die mengengewichteten Zuschlagsergebnisse wieder an. So erreichte Solarenergie in der ersten Ausschreibungsrunde des Jahres, im Februar 2018, mit 4,33 Cent je Kilowattstunde das niedrigste Zuschlagsergebnis. Die Zuschläge der zweiten und dritten Runde im Juni und Oktober fielen mit 4,59 Cent je Kilowattstunde beziehungsweise 4,69 Cent je Kilowattstunde wieder deutlich höher aus. Im Gegensatz zu den Ausschreibungen für Windenergieanlagen wurden die ausgeschriebenen Mengen bei Solarenergieanlagen voll ausgeschöpft und mit einem Verhältnis von ausgeschriebener Menge zu Geboten von 1:2 bis 1:2,5 deutlich überzeichnet. Ein anderes Bild ergab sich bei den Ausschreibungen für Windenergie an Land. Auch hier stiegen die Ausschreibungsergebnisse im Vergleich zum Vorjahr deutlich an: So lag in der Ausschreibungsrunde vom Oktober 2017 mit 3,82 Cent je Kilowattstunde das niedrigste mengengewichtete Zuschlagsergebnis vor. Bis zur letzten Ausschreibungsrunde im Oktober 2018 stieg dieser Wert wieder auf 6,26 Cent je Kilowattstunde. Während die Ausschreibung im Oktober 2017 noch mit einem Verhältnis von 1:2,5 deutlich überzeichnet war, deckten die Gebote in der Ausschreibungsrunde vom Oktober 2018 nur noch 60 Prozent der ausgeschriebenen Menge ab. Diese Entwicklung ist insofern bedenklich, als dass die Windenergie an Land einer der zentralen Eckpfeiler des Erneuerbaren-Energien-Ausbaus für das 65-Prozent-Ziel 2030 ist. Vergütungen für Solarstrom nehmen nach zwei Jahren kontinuierlicher Rückgänge wieder zu: Durchschnittliche Auktionsergebnisse aller Photovoltaik-Ausschreibungen 2016 bis 2018 Abbildung 7-1 8 7 6 5 7,41 7,25 6,9 6,58 5,66 4,91 4,33 Gemeinsame Ausschreibungen PV & Wind an Land 5,27 4,59 4,69 4,67 4 3 2 1 0 Apr 16 Aug 16 Dez 16 Feb 17 Jun 17 Okt 17 Feb 18 Jun 18 Okt 18 Apr 18 Nov 18 Bundesnetzagentur (2018d) 47

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