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Herausforderungen bei der Weiterentwicklung von Koordinationsprozessen für die Regelleistungserbringung

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dena Plattform Systemdienstleistung. Mai 2016

3 Bedarf und Prozesse

3 Bedarf und Prozesse zur Koordination der Regelleistungserbringung aus dem Verteilnetz. Aufgrund einer Einspeisung aus erneuerbaren Energien, die die Last übertrifft, kommt es immer häufiger zu Rückspeisungen aus dem Verteilnetz in das Übertragungsnetz. Die zu übertragenden Leistungen nehmen in einigen Netzregionen zum Beispiel bei Starkwind Werte an, die die technisch zulässigen Betriebsmittelbelastungen erreichen. Nach § 9 EEG sind Anlagenbetreiber verpflichtet, Anlagen, deren Leistung 100 kW übersteigt, mit Mess- und Steuertechnik auszustatten, die eine Reduktion der Erzeugungsleistung durch den Netzbetreiber mittels NSM ermöglicht. Die Vorabinformation der Anlagenbetreiber besteht darin, dass der Netzbetreiber die Zeitpunkte und Netzpunkte, an denen er NSM durchführt, online veröffentlicht, sodass die Anlagenbetreiber im Vorfeld prüfen können, ob sie von NSM betroffen sind. 3.2.4 Das Kaskadenprinzip. Ein grundlegendes Prinzip bei der Koordination zwischen vor- und nachgelagerten Netzbetreibern ist das Kaskadenprinzip. Es wird beispielsweise angewendet, wenn ein Netzbetreiber keine NSM- Maßnahmen im eigenen Netzgebiet durchführt, sondern die Unterstützung der unterlagerten Netze hierfür anfordert. Die Übertragungsnetzbetreiber haben die Verantwortung für die Systemstabilität der Stromnetze in Deutschland. Bei einer Gefährdung oder Störung des Elektrizitätsversorgungssystems ist der Netzbetreiber gemäß § 13 Abs. 2 und § 14 EnWG berechtigt, Anpassungen im eigenen Netz durchzuführen bzw. in nachgelagerten Netzen zu veranlassen. Der Prozess erfolgt kaskadiert gemäß VDE-FNN-Anwendungsregel 9 über alle Netzebenen und beginnt in dem Netz, in dem die Gefährdung oder Störung vorliegt. Die nachgelagerten Netzbetreiber haben die Anpassungsmaßnahmen schnell und eigenverantwortlich umzusetzen. Zur Abwendung von Systemgefährdungen bei der Durchführung von Anpassungsmaßnahmen sind zu jedem Zeitpunkt Wechselwirkungen zwischen vor- und nachgelagerten Netzen zu berücksichtigen und Abstimmungen vorzunehmen. 9 VDE (2016) 14

4 Grenzen bestehender Prozesse und Auswirkungen mangelnder Koordination bei der Regelleistungserbringung. 4 Grenzen bestehender Prozesse und Auswirkungen mangelnder Koordination bei der Regelleistungserbringung. Die in Kapitel 3 erläuterten bereits etablierten Verfahren zur Koordination stoßen hinsichtlich einer effizienten Regelleistungserbringung aus dem Verteilnetz zunehmend an ihre Grenzen. Im Weiteren werden diese Ineffizienzen aufgezeigt und erklärt, warum ihre Relevanz in Zukunft zunehmen wird. Um gezielt Lösungen für eine bessere Koordination entwickeln zu können, ist es wichtig, die Symptome für zusätzlichen Koordinationsbedarf zu kennen. Generell lassen sich dabei drei Symptome identifizieren, die in Abschnitt 4.3 beschrieben werden. Bei welchen Netzzuständen es zu zusätzlichem Koordinationsbedarf kommen kann, ist in einer Übersicht in Abschnitt 4.4 dargestellt. 4.1 Grenzen und Ineffizienzen der bestehenden Koordinationsverfahren. Die folgenden Abschnitte erläutern Probleme bei der Regelleistungserbringung aus dem Verteilnetz. Dabei werden folgende Punkte behandelt: Einmalige Abstimmung zwischen ÜNB, VNB und Anlagenbetreiber im Rahmen der ANB- Bescheinigung Konflikte zwischen Regelleistungserbringung und Wirkleistungsanpassung Einbindung von Regelleistungspools 4.1.1 Einmalige Abstimmung zwischen ÜNB, VNB und Anlagenbetreiber im Rahmen der ANB-Bescheinigung. Die ANB-Bescheinigung wird nur einmalig im Rahmen der Präqualifikation ausgestellt. Es sind damit keine Möglichkeiten vorgesehen, auf unterschiedliche Netzsituationen über das Jahr hinweg zu reagieren, die gegebenenfalls eine zeitweise Einschränkung der Regelleistungsvorhaltung in einzelnen Netzbereichen erforderlich machen würden. Laut einem Beschluss der Bundesnetzagentur ist es Aufgabe der betroffenen Netzbetreiber, geeignete Wege für eine Koordination der Regelleistungserbringung aus dem Verteilnetz mit Netzengpasssituationen zu entwickeln. 10 Eine pauschale Ablehnung der Präqualifikation wegen zeitweise eingeschränkter Übertragungskapazitäten ist rechtlich grundsätzlich nicht zulässig. Wenn sich jedoch grundlegende Parameter der technischen Einheit ändern, muss die ANB-Bescheinigung neu erteilt werden. Bei den Recherchen für diese Problemanalyse konnte jedoch kein etablierter Prozess identifiziert werden, um für präqualifizierte technische Einheiten zeitweise die Beteiligung an Regelleistungsausschreibungen einzuschränken. Dazu müssen geeignete Prozesse entwickelt werden. 10 Bundesnetzagentur (2009) dena-Plattform Systemdienstleistungen: Herausforderungen bei der Weiterentwicklung von Koordinationsprozessen für die Frequenzhaltung. 15

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