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Impulspapier-Strom 2030

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in diesem Impulspapier hat das Bundeswirtschaftsministerium auf Grundlage aktueller Studien zwölf langfristige Trends für den Stromsektor skizziert. Die Trends beschrieben, wie Photovoltaik und Windkraft zunehmend das Energiesystem prägten.

14 Trend 3: Die

14 Trend 3: Die Strommärkte werden europäischer ●● Europäische Strommärkte wachsen enger zusammen. Bereits heute sind die Märkte für den Großhandel von Strom in weiten Teilen miteinander zu einem Strombinnenmarkt gekoppelt. Strom wird in großem Umfang grenzüberschreitend gehandelt. In den kommenden Jahren wächst der Strombinnenmarkt noch enger zusammen. Zusätzliche, insbesondere osteuropäische, Länder beteiligen sich an der Marktkopplung und die Börsenprodukte gleichen sich weiter an. Damit nimmt der grenzüberschreitende Stromhandel weiter zu. Gleichzeitig ermöglicht der weitere Ausbau der grenzüberschreitenden Stromnetze, auch physikalisch mehr Strom zwischen den Ländern auszutauschen. ●● Das europäische Stromsystem wird flexibler. Flexible Erzeuger, flexible Verbraucher und Speicher reagieren auf die Preissignale des Strommarktes. Damit treten sie auch europaweit im Wettbewerb um die kostengünstige Lösung an. Ambitioniertere, beispielsweise regionale, Lösungen bleiben über den europäischen Rahmen hinaus möglich. Der flexible Strombinnenmarkt verringert die Kosten der Stromversorgung – unabhängig vom Strommarktdesign in den jeweiligen Mitgliedstaaten (Sowieso-Maßnahme). ● ● Das flexible europäische Stromsystem und der europäische Emissionshandel verringern den Förderbedarf für Windenergie und Photovoltaik in Deutschland und den anderen Mitgliedstaaten. Soweit erforderlich, deckt die Förderung für erneuerbare Energien die Lücke zwischen sinkenden Produktionskosten und dem Erlös am Strommarkt. Je höher die Erlöse der Windenergie- und Photovoltaikanlagen am Strommarkt sind, desto geringer ist der Förderbedarf. Ein reformiertes ETS setzt stärkere Anreize für Investitionen in emissionsmindernde Technologien: Steigende Preise für CO 2 -Emissionen heben das Preisniveau am Großhandelsmarkt für Strom an und steigern die Erlöse von EE-Anlagen. Zudem ermöglicht ein flexibles Stromsystem einen besseren Ausgleich von Angebot und Nachfrage und verringert Preisschwankungen an der Strombörse. Ist zum Beispiel das Angebot aus Wind- und Sonnenstrom relativ groß und die Nachfrage relativ gering, können flexible Verbraucher und Erzeuger reagieren. Ihr Nachfrage verhindert, dass der Strompreis in diesen Stunden noch weiter sinkt. Ther- mische Kraftwerke fahren ihre Produktion zurück, wenn der aktuelle Großhandelspreis ihre variablen Betriebskosten nicht mehr deckt. Preisschwankungen am Großhandelsmarkt erhöhen den Wert von Flexibilität und reizen entsprechende Investitionen an. Aufgabe: Europäische Strommärkte weiter ​ integrieren und flexibilisieren ●● Weichen in Europa richtig stellen. Die Europäische Kommission will Ende 2016 im so genannten „Winterpaket“ Vorschläge für die Weiterentwicklung des Strombinnenmarktes vorstellen. Dieses Gesetzespaket setzt wichtige Rahmenbedingungen für das europäische Stromversorgungssystem. Es gilt, diesen Prozess zu begleiten und Vorschläge für einen sicheren, wettbewerblichen und flexiblen europäischen Strommarkt mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien einzubringen. ●● Strommärkte europäisch und regional stärker integrieren. Die Kopplung des Stromgroßhandels in verschiedenen Marktsegmenten soll zügig vollendet werden. Darüber hinaus sollte die Integration gezielt dort weiter vertieft werden, wo ein Mehr an Europa zu höherer Kosteneffizienz und mehr Versorgungssicherheit führt. Hierfür sind gemeinsame Rahmenbedingungen in Europa sowie vermehrte Kooperation zum Beispiel zwischen den Übertragungsnetzbetreibern wichtig. Darüber hinaus können auch regionale Lösungen, beispielsweise regionale Initiativen zum Abbau von Flexibilitätshemmnissen oder im Bereich der Versorgungssicherheit, die gesamteuropäische Integration flankieren. ●● Flexibilisierung der Strommärkte in Europa vorantreiben. Der Abbau von Flexibilitätshemmnissen sollte als Sowieso-Maßnahme zu einem Leitgedanken für den neuen europäischen Strommarktrahmen werden. Die Flexibilisierung des europäischen Stromsystems ist sinnvoll – unabhängig vom jeweiligen Strommarktdesign in einem Mitgliedstaat. Wenn Flexibilitätsoptionen im Wettbewerb miteinander stehen, setzen sich die besten und kostengünstigsten Optionen durch. Mehr Flexibilität verringert den Förderbedarf für erneuerbare Energien.

STROM 2030: LANGFRISTIGE TRENDS – AUFGABEN FÜR DIE KOMMENDEN JAHRE 15 Abbildung 3: Politische Zusammenarbeit im europäischen Strommarkt (inkl. Beobachterstatus) PENTA (Pentalaterales Energieforum) BEMIP (Baltic Energy Market Interconnection Plan) CEEE (Central Eastern European Electricity Forum) North Sea Countries Stromnachbarn Quelle: Eigene Darstellung Leitfragen 1. In welchen Bereichen sollte die Integration der Strommärkte voranschreiten, um die Potenziale des Binnenmarktes für die Energiewende zu heben? Welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind dazu erforderlich? 2. Welche konkreten Hemmnisse zur Flexibilisierung der europäischen Strommärkte bestehen? Wie können diese abgebaut werden? 3. In welchen Bereichen sollen auf europäischer Ebene die Rahmenbedingungen weiter vertieft und angeglichen werden, wo sind regionale Ansätze vielversprechender? Wie können solche regionalen Ansätze zur Zusammenarbeit aussehen? Auswahl aktueller Studien Europäische Kommission (2015): Einleitung des Prozesses der öffentlichen Konsultation zur Umgestaltung des Energiemarkts, Mitteilung der Kommission, abrufbar unter: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/de/ TXT/?uri=CELEX%3A52015DC0340 Europäische Kommission (2015): Preliminary results from the public consultation on Electricity Market Design, abrufbar unter: https://ec.europa.eu/energy/ sites/ener/files/documents/First%20Results%20of%20 Market%20Design%20Consultation.pdf Fraunhofer ISI (2015): Leitstudie Strommarkt, Arbeits - paket 4, Analyse ausgewählter Einflussfaktoren auf den Marktwert erneuerbarer Energien; Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

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