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Impulspapier-Strom 2030

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in diesem Impulspapier hat das Bundeswirtschaftsministerium auf Grundlage aktueller Studien zwölf langfristige Trends für den Stromsektor skizziert. Die Trends beschrieben, wie Photovoltaik und Windkraft zunehmend das Energiesystem prägten.

26 Trend 9: Gut

26 Trend 9: Gut ausgebaute Netze schaffen kostengünstig Flexibilität ●● Die Übertragungsnetze ermöglichen einen deutschlandweiten Transport von Strom über große Entfernungen. Die Stromerzeugung wird ungleichmäßiger („der Wind weht nicht immer und überall“). Überregionale Höchstspannungsleitungen sorgen für den Transport des Stroms zwischen verschiedenen Regionen und insbesondere auch von Norden nach Süden. Sie bieten damit räumliche und zeitliche Flexibilität beim Ausgleich von Angebot und Nachfrage am Strommarkt. ●● Grenzüberschreitende Leitungen (Interkonnektoren) ermöglichen die Nutzung der Vorteile des EU-Binnenmarkts. Der europäische Binnenmarkt erhöht die Versorgungssicherheit und ermöglicht wettbewerbsfähige Strom preise. Durch einen auch grenzüberschreitenden Aus gleich der Schwankungen von Nachfrage und Angebot (Wind und Sonne) erleichtert der Binnenmarkt auch die kosteneffiziente Integration von erneuerbaren Energien. All dies kann aber nur erreicht werden, wenn die Stromnetze der Mitgliedstaaten ausreichend miteinander vernetzt und ausgebaut sind. ●● Verteilernetze sorgen für die intelligente Integration vieler dezentraler Erzeugungsanlagen sowie zunehmend flexiblerer Verbraucher. 90 Prozent der in EE- Anlagen installierten Leistung sind an Verteilernetze angeschlossen. Diese Netze machen ca. 98 Prozent des gesamten deutschen Stromnetzes aus. Der Ausbau und die intelligente Vernetzung der Verteilernetze, auch mit dem Übertragungsnetz, sind daher unverzichtbare Voraussetzung für das Gelingen der Systemumstellung auf erneuerbare Energien. Aufgabe: Netzausbau rechtzeitig, bedarfsgerecht und kosteneffizient realisieren ● ● Die gesetzlich beschlossenen Netzausbauvorhaben realisieren. Die der Energiewende zugrunde liegenden Modelle gehen von der Verwirklichung aller gesetzlich beschlossenen Netzausbauvorhaben im Übertragungsnetz bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts aus. Richtige Strukturen für die Identifikation und Genehmigung notwendiger Ausbauvorhaben und umfassende Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger sind bereits weitgehend angelegt. Trotz deutlich verstärkter Bemühungen um Öffentlichkeitsbeteiligung und Akzeptanz sowie der verstärkten Nutzung innovativer Technologie (z. B. durch Erdkabel) bleibt die konkrete Realisierung jedes einzelnen Projekts (Trassenfindung) eine Herausforderung. Sie muss gemeinsam und lösungsorientiert von allen Akteuren angenommen werden. ●● Weitere über die bereits beschlossenen Projekte hinausgehende Netzausbauvorhaben bis 2030 im Netz ent wicklungsplan (NEP) identifizieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren. Über die be schlossenen Vorhaben hinaus wird eine kosteneffiziente Verwirklichung der Energiewende voraussichtlich weiteren Netzausbau bei Übertragungs- und Verteilernetzen erfordern. Dazu braucht es eine ehrliche und umfassende Diskussion, auch zu den Konsequenzen eines Stehenbleibens bei den bereits beschlossenen Vorhaben. Auch für diese weiteren Projekte ist die Akzeptanz vor Ort zwingend erforderlich. ●● Die Verteilernetze fit machen für die Herausforderungen der Zukunft. Mit der Reform der Anreizregulierung wird noch in dieser Legislaturperiode die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Verteilernetze ihre zentrale Rolle in der Energieversorgung verlässlich und innovativ ausüben können. Für die verschiedenen Spannungsebenen sind die Rahmenbedingungen für Entscheidungen zum Netzausbau auch künftig kontinuierlich zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dieser wird in der Hochspannungsebene (110 kV) anders sein als z. B. in der Niederspannungsebene, wo auch innovative Betriebs mittel wie regelbare Ortsnetztransformatoren helfen können, Probleme zu lösen. Leitfragen 1. Wie können wir erreichen, dass der beschlossene und energiewirtschaftlich notwendige Netzausbau tatsächlich und auch schneller verwirklicht wird als in der Vergangenheit? Welche Veränderungen oder zusätzlichen Ressourcen braucht es insoweit beim Bund, bei den Ländern oder den Vorhabenträgern? 2. Inwieweit kann über die beschlossenen Netzausbauvorhaben hinaus umfangreicher weiterer Netzausbau gesellschaftlich akzeptiert und realisiert werden? Was wären Alternativen hierzu? 3. Im Zuge der Energiewende werden die Verteilernetze künf tig noch stärker Strom aus dezentralen Anlagen aufnehmen, auch werden Verbraucher bzw. Kunden zunehmend flexibler. Welche Rahmenbedingungen gewährleisten einen effizienten Netzausbau auch auf Verteilernetzebene?

STROM 2030: LANGFRISTIGE TRENDS – AUFGABEN FÜR DIE KOMMENDEN JAHRE 27 Abbildung 9: Netzausbauvorhaben nach Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) und Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) Quelle: Bundesnetzagentur Auswahl aktueller Studien ÜNB (2016): Szenariorahmen für die Netzentwicklungspläne 2030; 50Hertz, Amprion, TenneT, TransnetBW Bundesnetzagentur (2015): Netzentwicklungsplan 2024 E-Bridge et al. (2014): Moderne Verteilernetze für Deutsch - land (Verteilernetzstudie); E-Bridge Consulting GmbH, Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft, Institut für Informatik Oldenburg im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ENTSO-E (2014): Ten-Year Network Development Plan 2014 e-Highway2050 (o. J.): Modular Development Plan of the Pan-European Transmission System 2050 Fraunhofer ISI, Consentec et al. (2016): Langfristszenarien für die Transformation des Energiesystems in Deutschland; Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Consentec GmbH, Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (Veröffentlichung voraussichtlich im vierten Quartal 2016)

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