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Kostensituation der Windenergie an Land

Eins Studie der Deutsche WIndGuard im Auftrag des BWE und des VDMA. Stand: 11/2013

Sensitivitätsanalyse Bei den in Abbildung 1-1 dargestellten Ergebnissen handelt es sich um mittlere Stromgestehungskosten auf Basis der vorgenommenen Datenerhebung, von denen im Einzelfall durchaus Abweichungen vorkommen können. Um die Auswirkungen der Änderung einzelner Eingangsparameter beurteilen zu können, wurde im Rahmen dieser Untersuchung eine Sensitivitätsanalyse vorgenommen. Hierbei wurden die Hauptinvestitionskosten, die Investitionsnebenkosten sowie die Betriebskosten um jeweils ± 10 % variiert. Der Fremdkapitalzinssatz wurde zum einen auf 3,0 % abgesenkt und zum anderen auf 5,0 % angehoben. Die geplante Eigenkapitalrentabilität wurde wiederum um ± 10 % variiert. Darüber hinaus wurde die geplante Eigenkapitalrentabilität über alle Standortqualitäten auf 8,75 % konstant gehalten. Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse sind in Tabelle 1-4 zusammengefasst. Tabelle 1-4: Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse Variante Änderung Mittlere Auswirkung auf StGK über alle Standortqualitäten Hauptinvestitionskosten -10 % +10 % -4,8 % +4,8 % Nebeninvestitionskosten -10 % +10 % -1,4 % +1,4 % Betriebskosten -10 % +10 % -3,9 % +3,9 % Fremdkapitalzinssatz 3 % * 5 % * -2,6 % +4,1 % Eigenkapitalrentabilität -10 % +10 % -1,6 % +1,6 % Eigenkapitalrentabilität (Anreiz zur Bebauung windhöffiger Standorte) Aufhebung des Anreizes 8,75 % EKR an allen Standorten * Änderung des FKZ auf 3 % bzw. 5 % (Ausgangswert 3,8 %) -1,7 % Die Variation der Hauptinvestitionskosten, der Betriebskosten sowie des Fremdkapitalzinssatzes haben demnach die größten Auswirkungen auf die Stromgestehungskosten. Eine Erhöhung bzw. Senkung der Hauptinvestitionskosten um 10 % führt zu einer durchschnittlichen Erhöhung bzw. Senkung der Stromgestehungskosten um 4,8 %. Die Variation der Investitionsnebenkosten ebenfalls um ± 10 % führt hingegen zu einer durchschnittlichen Erhöhung bzw. Reduzierung der Stromgestehungskosten um lediglich 1,4 %. Die Änderung der Betriebskosten um 10 % hat wiederum relativ große Auswirkungen auf die Stromgestehungskosten von im Mittel etwa 3,9 %. Eine Steigerung des Fremdkapitalzinses auf 5,0 % führt zu einer durchschnittlichen Erhöhung der Stromgestehungskosten um 4,1 %. Eine Variation der Eigenkapitalrentabilität von ± 10 % hat hingegen eine deutlich geringere Auswirkung auf die Stromgestehungskosten von lediglich 1,6 %. 6 Kostensituation der Windenergie an Land in Deutschland

Verzichtet man auf den Anreiz zur Bebauung windhöffiger Standorte und hält die Eigenkapitalrentabilität für alle Standortqualitäten mit 8,75 % konstant, so würde dies zu einer Senkung der Stromgestehungskosten von im Mittel 1,7 % führen. Bei den Auswirkungen der dargestellten Variationen auf die Stromgestehungskosten handelt es sich um mittlere Werte über alle betrachteten Standortqualitäten. Es hat sich aber gezeigt, dass sich zum Teil unterschiedlich starke Auswirkungen auf windschwache bzw. windstarke Standorte ergeben (vgl. Kapitel 9). Insbesondere die Variation der Hauptinvestitionskosten, der Betriebskosten sowie des Fremdkapitalzinses weisen eine starke Abhängigkeit der Stromerzeugungskosten zur Standortqualität auf. Eine Variation der Hauptinvestitionskosten um 10 % führt an windschwachen Standorten (60 %- Standort) zu einer Änderung der Stromgestehungskosten um ca. 6 %, bei sehr windhöffigen Standorten (150 %-Standort) zu einer Änderung um lediglich 4 % (vgl. Kapitel 9.1). Eine ähnliche Abhängigkeit weist die Änderung des Fremdkapitalzinses auf 5,0 % auf. Diese führt an windschwachen Standorten (60 %-Standort) zu einer Erhöhung der Stromgestehungskosten um 5,0 %, an windhöffigen Standorten (150 %-Standort) lediglich zu einer Erhöhung um 3,4 % (vgl. Kapitel 9.4). Der Einfluss einer Variation der Betriebskosten um 10 % hat hingegen einen umgekehrten Effekt: Während bei windschwachen Standorten diese Variation zu einer Änderung der Stromgestehungskosten um nur 2,9% (60 %-Standort) führt, sind die Auswirkungen an windstarken Standorten (150 %-Standort) mit 4,7 % deutlich größer (vergl. Kapitel 9.3). Aus der Sensitivitätsanalyse wird deutlich, dass etwa aufgrund standortspezifisch geringen Investitionsnebenkosten etwa bei Fundamenten und Netzanbindung kombiniert mit geringen Betriebskosten sowie sehr geringen Anforderungen an die Eigenkapitalverzinsung auch an Standorten mit niedrigem Windpotenzial Windenergieanlagen wirtschaftlich betrieben werden können. Vergleich der mittleren Stromgestehungskosten Bei einem Vergleich der mittleren Stromgestehungskosten der vorliegenden Untersuchung mit den mittleren Stromgestehungskosten einer Untersuchung aus dem Jahr 2010 [Rehfeldt, Wallasch et al. 2011] wird deutlich, dass bei inflationsbereinigter Betrachtung an windschwächeren Standorten mit Standortqualitäten zwischen 60 % und 90 % eine durchschnittliche Kostenreduktion von 11 % erreicht werden konnte. Der Grund hierfür liegt neben den derzeit historisch niedrigen Fremdkapitalzinsen in der Entwicklung sogenannter Schwachwindanlagen, die eine relativ große Rotorkreisfläche Kostensituation der Windenergie an Land in Deutschland 7

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