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Naturverträgliche Energiewende

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Kapitel 2 12 Akzeptanz

Kapitel 2 12 Akzeptanz vor Ort Bundesweit werden Solar- und Windenergie mehrheitlich positiv beurteilt, negativer hingegen die Biogasnutzung 6 . Vor Ort können konkrete Projekte aus unterschiedlichen Gründen umstritten sein, insbesondere Windenergieanlagen. Das örtliche Meinungsbild ausgewogen über alle Alters- und Interessensgruppen einzuschätzen, ist eine Herausforderung. Aus den Aktivitäten gegen den Bau von Anlagen lässt sich nicht automatisch die vorherrschende örtliche Meinung ableiten. Denn das Verhalten von BefürworterInnen und GegnerInnen unterscheidet sich: GegnerInnen werden überproportional häufiger aktiv als BefürworterInnen, dies gilt auch für die untersuchten Regionen (Abb. 2.1; siehe auch 7 ). Diese Zahlen sagen nichts über die Legitimität der jeweiligen Meinungen aus, weisen aber auf ein Ungleichgewicht in der öffentlichen Präsenz hin. Dieses Ungleichgewicht kann dazu führen, den Anteil positiv eingestellter AnwohnerInnen zu unterschätzen. In der Regel dürfte ein größerer Anteil der AnwohnerInnen dem geplanten Bau von Windenergieanlagen zustimmen, wie das Beispiel unserer Regionenbefragung (Abb. 2.2), aber auch andere Studien zeigen 8 . Auch wenn Solar- und Windenergieanlagen bereits in Betrieb sind, bewerten AnwohnerInnen diese durchschnittlich eher positiv 9 . Dabei zeigen sich auch in der Regionenbefragung keine regionalen Unterschiede: Trotz unterschiedlicher Größen und Standorte war die Einstellung vergleichbar positiv (Abb. 2.3); mehrheitlich akzeptieren AnwohnerInnen die örtlichen Windenergieanlagen. Zwar schwanken die Zustimmungsraten je nach Studienmethode, aber der Anteil negativer Einstellungen fällt jeweils geringer aus 10 . Kritischer werden Biogasanlagen beurteilt – vor Ort wie auch bundesweit 11 . Die AnwohnerInnen selbst scheinen die eher positiven Meinungen ihrer MitbürgerInnen zu unterschätzen 12 . In der Regionenbefragung unterstellten die Befragten ihren MitbürgerInnen im Durchschnitt weniger positive Einstellungen zur Wind- und Solarenergie als diese tatsächlich hatten. Um ein umfassendes Meinungsbild zu erlangen, können zum Beispiel zufällig oder entsprechend einer repräsentativen Quote ausgewählte BürgerInnen zu dialogorientierten Veranstaltungsformaten eingeladen werden. Dazu zählen beispielsweise partizipative Gruppendiskussionen oder Bürgerwerkstätten, in denen in kleineren Runden alle zu Wort kommen. Anregungen und Hilfestellungen für eine ausgewogene Bürgerbeteiligung bieten Leitfäden 13 , unabhängige Agenturen bzw. Zentren. ⇢ Vertrauen, Kapitel 6. Abb. 2.1 Waren Sie für oder gegen den Bau der Anlagen? Sind Sie aktiv geworden? Anteil der aktiven BefürworterInnen (Pro) und Anteil der davon aktiven GegnerInnen (Contra) in Prozent: GegnerInnen werden überproportional häufiger aktiv. Windenergie aktiv * Photovoltaik aktiv * Biogas aktiv * * Anteil der aktiven Befür worterInnen (Pro) und aktiven GegnerInnen (Contra)

13 Abb. 2.2 Rückblickend: Wie war Ihre Meinung zum Bau der Windenergieanlagen vor Ort? Errichtung von Windenergieanlagen, Zustimmung und Ablehnung der Vorhaben nach Befragungsort (in Prozent): Zustimmung überwog Ablehnung. positiv negativ neutral ambivalent Mehrheitlich für Sonne und Wind Abb. 2.3 Wie finden Sie die Anlagen vor Ort? Lokale Windenergie- und Solaranlagen bewerteten die Befragten im Gegensatz zu Biogas anlagen positiver (Angaben als Mittelwerte nach Region).

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