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Perspektiven für den Weiterbetrieb von WEA nach 2020

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) hat in einer Studie der Deutschen WindGuard den Anlagenpark, der bis 2005 ans Netz ging, analysieren lassen. Ziel war es, vor dem Hintergrund des ab dem 1.1.2021 erfolgenden Ausscheidens von Anlagen aus der EEG-Systematik ein solides Bild über das Alter der Anlagen, deren regionale Verteilung, die betroffenen Netzebenen und zuständigen Netzbetreiber sowie die jeweilige Anlagentechnologie zu gewinnen.

Altanlagen-Technologien

Altanlagen-Technologien mit Installation zwischen dem 01.01.2009 und dem 31.12.2013 wurde bei Erfüllung der Anforderungen ein Bonus in Höhe von 0,5ct/kW auf die Anfangsvergütung gewährt. [EEG 2009] Umrüstung von Altanlagen nach SDLWindV Für Anlagen mit Installationsdatum zwischen 2002 und 2008 bestand zudem die Möglichkeit einer freiwilligen nachträglichen Umrüstung, angereizt durch den damit verbundenen Anspruch auf einen Bonus in Höhe von 0,7 ct/kWh für einen Zeitraum von fünf Jahren. Für die nachgerüsteten Altanlagen gelten bestimmte technische Anforderungen, im Wesentlichen die Pflicht zum Durchfahren von Fehlern, und die Verpflichtung, zur Frequenzhaltung beizutragen. [EEG 2009] Die Deutsche WindGuard hat Mitte des Jahres 2012 eine umfangreiche Analyse des Bestands an Windenergieanlagen im Hinblick auf ihre SDL-Fähigkeit und den Stand der Umrüstungen durchgeführt. [Ecofys, DWG et al. 2013] Aus diesen Erkenntnissen lassen sich durch zusätzliche Berücksichtigung der seit Veröffentlichung der betreffenden Analyse zusätzlich abgebauten Windenergieanlagen Schlussfolgerungen im Hinblick auf die aktuellen Fragestellungen ziehen. Demnach waren im Jahr 2013 bereits an Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 12,2 GW Umrüstungen gemäß der Systemdienstleistungsverordnung für Windenergieanlagen (SDLWindV) vorgenommen worden. Unterstellt man, dass diese umgerüsteten Anlagen (mit Installationsdatum ab 2002 und zumeist einer installierten Leistung ≥ 1,5 MW sowie Anspruch auf SDL-Altanlagenbonus) bis heute weiter betrieben werden und kein nennenswerter Abbau in diesem Segment erfolgt ist, kann die verbleibende nicht umgerüstete Leistung ermittelt werden. Diese umfasst alle Anlagen mit Installationsdatum vor 2002 und nicht umgerüstete Anlagen aus dem Zeitraum 2002 bis 2008 (siehe Tabelle 2). Vermutlich hat sich an den Umrüstungszahlen in diesem Segment seit der letzten Ermittlung nichts Wesentliches mehr verändert. Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass alle Altanlagen, deren Vergütungsanspruch im Jahr 2021 ausläuft, nicht SDL-fähig sein werden. In den Jahren ab 2023 werden dann zunehmend SDL-fähige Altanlagen das Ende ihrer Vergütungslaufzeit erreichen; gerade Anlagen mit einer Nennleistung von unter 1,5 MW verfügen aber auch dann in der Regel nicht über die entsprechenden Umrüstungen. Perspektiven für Weiterbetrieb nach 2020 25

Altanlagen-Technologien Frequenzsicherheit durch Systemstabilitätsverordnung (Sys- StabV) verbessert Die unter den Gesichtspunkten der Netzsicherheit drängendste Fragestellung im Hinblick auf die Netzeigenschaften von Windenergieanlagen lag im Bereich der Frequenzeinstellungen von Windenergieanlagen und wurde mittlerweile außerhalb der SDLWindV durch eine verpflichtende Verordnung geregelt. Denn im Jahr 2015 wurde die Systemstabilitätsverordnung (SysStabV) erweitert, woraufhin Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von über 450 kW im Hinblick auf i h- re Frequenzeinstellungen umzurüsten waren. Die Einstellungen wurden dahingehend verändert, dass zwischen 47,5 und 50,2 Hertz keine automatische Trennung vom Stromnetz erfolgt. [SysStabV 2016] Dadurch soll sichergestellt werden, dass über alle deutschen Erneuerbare Energieanlagen hinweg eine maximale Abschaltleistung von 1 GW bei Auftreten einer Unterfrequenz-Situation gewährleistet ist. Auf diese Bagatellgrenze hatten sich die zuständigen Bundesbehörden und die Übertragungsnetzbetreiber verständigt. Durch Umsetzung der Anforderungen nach SysStabV wird die Gefahr eines deutschland- bzw. europaweiten Blackouts aufgrund der Abschaltvorgänge einer relevanten Windenergieleistung im Falle auftretender Unterfrequenz deutlich verringert. Die verbliebenen, von einer Umrüstpflicht ausgenommenen Windenergieanlage mit einer Leistung von ≤ 450 kW hatten zum Zeitpunkt des Begleitgutachtens zur Verordnung eine installierte Gesamtleistung von rund 300 MW und wurden aus Systemsicht als unkritisch eingestuft. [Ecofys, DWG et al. 2013] Unter Verwendung heutiger Datenbasen beläuft sich die Leistung von installierten Windenergieanlagen mit einer Leistung von ≤ 450 kW zum Zeitpunkt der Studienerstellung auf 160 MW. Aufgrund des in den letzten Jahren erfolgten Abbaus hat sich die nicht umgerüstete Leistung unterhalb der Bagatellgrenze also noch weiter verringert und liegt somit in jedem Fall im als unkritisch eingestuften Bereich. Eigenschaften von Altanlagen hinsichtlich der Systemdienlichkeit Damit gelten für die Anlagen, die Ende 2020 und in den Folgejahren das Ende ihrer Vergütungslaufzeit erreichen, zusammenfassend die in der folgenden Tabelle 2 dargestellten Eigenschaften im Hinblick auf die Systemdienlichkeit. Perspektiven für Weiterbetrieb nach 2020 26

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