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Strom 2030 - Langfristige Trends - Aufgaben für die kommenden Jahre

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Ergebnispapier: Strom 2030 - Langfristige Trends – Aufgaben für die kommenden Jahre Herausgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Mai 2017

52 STROM

52 STROM 2030: LANGFRISTIGE TRENDS – AUFGABEN FÜR DIE KOMMENDEN JAHRE Ergebnisse der Diskussion zu Trend 12 • Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende setzt das Startsignal für Smart Grid, Smart Meter und Smart Home in Deutschland. Stromverbraucher und schon heute über 1,5 Mio. Stromerzeuger werden über intelligente Messsysteme in einem „Smart Grid“ kommunikativ vernetzt. Deutschland kann hiermit zum Vorreiter in den Bereichen Smart Grid, Smart Meter und Smart Home werden. • Mit diesem Infrastrukturprojekt können Investitionen von über 10 Mrd. Euro ausgelöst werden. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende gibt für die Kommunikation im intelligenten Netz einen verbindlichen Standard vor, der Datenschutz und Datensicherheit über den Einsatz der Technik verwirklicht („Privacy & IT-Security by Design“-Ansatz). Dieses Konzept kann zu einem Markenzeichen „Made in Germany“ werden, schließlich eignet es sich als Modell für alle Bereiche der Digitalisierung von Smart Home bis zu Industrie 4.0. • Das Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) eröffnet den großflächigen Praxistest für die Energieversorgung der Zukunft. Im Zentrum stehen die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch sowie der Einsatz innovativer Netztechnologien und -betriebskonzepte. Das Förderprogramm thematisiert damit zentrale Herausforderungen der Energiewende wie Systemintegration, Flexibilität, Versorgungssicherheit, Systemstabilität und Energieeffizienz sowie den Aufbau intelligenter Energienetze und Marktstrukturen. Die dort erprobten Lösungen sollen als Modell für eine breite Umsetzung dienen. Regulatorische Weichenstellungen nach dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende • Die Diskussionsteilnehmer sehen im Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende eine verlässliche Grundlage für die nächste Phase der Energiewende. Das Potenzial intelligenter Messsysteme sollte in Zukunft weiter ausgeschöpft werden. So sind herkömmliche Zähler zum Beispiel nicht in der Lage, das genaue Verbrauchsverhalten stundenweise zu visualisieren, und gingen in der Regel mit starren Tarifen einher. Mit intelligenten Messsystemen wird es möglich, Stromtarife variabel abzurechnen und marktgetriebene Lastverschiebungen zu honorieren. Neben der regulatorischen Erfassung von variablen Tarifen sind auch die spartenübergreifende Messung und Smart-Home-Anwendungen zukünftige Handlungsfelder. • Mehr Flexibilität im Verteilernetz schaffen. Als Baustein für eine kosteneffiziente Energiewende soll der bestehende Mechanismus für Flexibilität im Verteilernetz auf Basis des §14a Energiewirtschaftsgesetz modernisiert und weiterentwickelt werden. Insbesondere sind dabei die Auswirkungen synchron reagierender Erzeuger und Verbraucher (z. B. gleichzeitig ladende Elektroautos) auf die Belastung der Stromnetze zu berücksichtigen. Ein Konzept soll im Jahr 2017 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entwickelt werden. Freiräume und verlässliche Standards für die Digitalisierung der Energiewirtschaft • Das Potenzial der Digitalisierung der Energiewirtschaft ist noch nicht ausgeschöpft. Die deutsche Energiewirtschaft lag 2015 bei der Digitalisierung verglichen mit an de ren Branchen im Mittelfeld (Quelle: Monitoring- Report Wirtschaft DIGITAL 2015). Untersucht wurden die Nutzungsintensität digitaler Technologien und Dienste, die Ausrichtung der Unternehmen auf die Digitalisierung und der Einfluss der Digitalisierung auf den Geschäftserfolg. • Digitalisierung benötigt Standardisierungsstrategien. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlicht eine Roadmap „Standardisierungsstrate gie zur sektorübergreifenden Digitalisierung nach dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“. Durch den vom BMWi geleiteten Prozess wird eine Standardisie rungsstrategie mit den Marktteilnehmern etabliert, die Innovationen ermöglicht und mit der eine sichere digitale Systemarchitektur für das intelligente Energienetz aufgebaut werden kann. In Zusammenarbeit mit anderen auf diesem Gebiet tätigen Organisationen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene erfolgt darüber hinaus ein konzeptioneller und strategischer Austausch im System Komitee „Smart Energy“ der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE). • Digitalisierung der Energiewende bedeutet Offenheit für technische Innovationen und für die Weiterentwicklung des gesetzlichen Rahmens. Im Rahmen des Förderprogramms SINTEG werden die für die Digitalisierung der Energiewende notwendigen Freiräume geschaffen. Dazu wird das BMWi eine Verordnung vorlegen, mit der Erfahrungen – auch im Hinblick auf die Umsetzung etwaiger neuer rechtlicher Maßnahmen – gesammelt werden können.

STROM 2030: LANGFRISTIGE TRENDS – AUFGABEN FÜR DIE KOMMENDEN JAHRE 53 Neue Geschäftsmodelle in einer digitalisierten Energiewelt • Die Digitalisierung betrifft alle Stufen der energiewirtschaftlichen Infrastruktur und ihrer Wertschöpfungskette. Dazu gehören Erzeugung, Netze, Handel, Vertrieb, Messstellenbetrieb und Verbrauch. • Digitalisierung und dezentrale Energieversorgung bringen neue Akteure hervor. Unternehmen und Haushalte werden immer stärker zu aktiven Teilnehmern des Energiesystems. Daten ermöglichen die Erschließung neuer Geschäftsfelder mit Mehrwert für den Kunden und die Systemeffizienz. Das intelligente Messsystem bietet als diskriminierungsfreie und sichere Kommunikationsplattform für Geschäftsmodelle „Datensouveränität by design“. Für die Messung des Energieverbrauchs in Haushalten sind standardisierte, fernauslesbare Zähler bereits erhältlich. • Im Förderprogramm SINTEG werden neue Geschäftsmodelle im Praxisbetrieb getestet. Dabei wird untersucht, welche Auswirkungen diese Geschäftsmodelle auf den Energiesektor haben und auch welchen Nutzen sie für die Energiewende bringen. • Ein „BMWi-Barometer“ zur Digitalisierung der Energiewende begleitet den Digitalisierungsprozess. Es wird die Weiterentwicklung von Zukunftsthemen wie „Sektorkopplung mit Wärme und Verkehr“, „Blockchain“ und „Smart Home“ unterstützen. Abbildung 14: Digitalisierung als Chance für die Energiewirtschaft Erzeugung Netzbetrieb Speicher Digitalisierung der Energiewirtschaft Vertrieb Verbrauch Handel Quelle: Eigene Darstellung Auswahl aktueller Studien dena (2017): 15 Thesen auf dem Weg in eine digitale Energiewelt – Fazit der auf der dena-Dialogveranstaltung „Digitalisierung im Energiemarkt 2030“ vorgetragenen Branchenmeinungen, abrufbar unter: https://www.dena.de/newsroom/ meldungen/2017/15-thesen-fuer-eine-digitale-energiewelt/ BMWi (2016): Digitale Strategie 2025; Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Forum für Zukunftsenergien (2016): Chancen und Herausforderungen durch die Digitalisierung der Wirtschaft; Schriftenreihe des Kuratoriums, Band 9 BDEW (2015): Digitalisierung in der Energiewirtschaft; Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

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