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Windenergie in Spanien zwischen Aufschwung und Hype

Madrid (GTAI) - Die Windenergie steht in Spanien vor einem zweiten Frühling, vor allem durch Offshoreanlagen, Modernisierung und Speicher. Das Stromnetz verkraftet aber nicht alle geplanten Projekte.

Windenergie in Spanien zwischen Aufschwung und

Windenergie in Spanien zwischen Aufschwung und Hype 02.10.2019 Anträge für neue Anlagen übersteigen den Bedarf bei Weitem / Von Oliver Idem Madrid (GTAI) - Die Windenergie steht in Spanien vor einem zweiten Frühling, vor allem durch Offshoreanlagen, Modernisierung und Speicher. Das Stromnetz verkraftet aber nicht alle geplanten Projekte. Eine neue Branchenagenda soll dem erstarkenden Windenergiesektor in Spanien den Weg ebnen. Der Windkraftverband AEE und das Industrieministerium wollen sich für die Modernisierung bestehender Parks und den Ausbau der Offshore-Windenergie sowie logistische Verbesserungen einsetzen. Weitere Eckpfeiler der im September 2019 präsentierten Strategie sind Wettbewerbsfähigkeit, Forschungsförderung und Internationalisierung. Die Windkraft konnte ihren Anteil am Strommix Spaniens 2018 ausbauen. Die gesamte Erzeugung sank dem BP Statistical Review of World Energy zufolge um 0,2 Prozent auf 275 Terrawattstunden. Davon stammten 50,8 Terrawattstunden aus Windstrom, was einem Anstieg um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Die installierte Windkraftkapazität nahm um 392 auf 23.484 Megawatt zu. Insgesamt 1.123 Windparks waren in 807 Gemeinden angesiedelt, die meisten davon in Kastilien, Galizien, Andalusien und Aragón. Gute natürliche Gegebenheiten für Windkraft Der Gesamtrahmen für weiteres Wachstum ist günstig. Spanien verfügt über geeignete naturräumliche Gegebenheiten. Die aktuellen Debatten um Klimaziele auf europäischer und nationaler Ebene bedeuten ebenfalls Rückenwind für erneuerbare Energien. Bereits der "Plan de Energías Renovables 2011 bis 2020" setzte ein Ziel von mindestens 20 Prozent des Brutto-Endenergieverbrauchs aus regenerativen Quellen. Laut den zuletzt verfügbaren Zahlen von 2017 erreichte Spanien damals 17,5 Prozent. Derzeit läuft der Dialog mit der Europäischen Kommission über den Plan Nacional Integrado de Energía y Clima (PNIEC) für 2021 bis 2030. Der Regierungsentwurf sieht 50.000 Megawatt Windenergiekapazität im Jahr 2030 vor. Dem Ausbau der Windenergie kommen auch Effizienzsteigerungen und dadurch niedrigere Kosten entgegen. MASSIVER MODERNISIERUNGSBEDARF BEI ÄLTEREN WINDKRAFTANLAGEN Anders als in der ersten Hochphase werden Projekte heute zu Marktbedingungen und ohne Subventionen umgesetzt. Als Folge des früheren Booms sind immer mehr Windparks modernisierungsbedürftig. Experten beziffern die Lebensdauer der Anlagen auf etwa 20 bis 25 Jahre. Dem Windenergieverband zufolge werden im Jahr 2020 Anlagen mit 10.000 Megawatt Gesamtkapazität 15 Jahre oder älter sein. Bei mehr als 40 Prozent des Bestandes stellt sich die Frage, ob Teile durch effizientere ersetzt oder gleich ganze Anlagen durch neue ausgetauscht werden. Aufgrund der bereits hohen Auslastung der spanischen Branchenunternehmen dürfte der wachsende Erneuerungsbedarf auch ausländischen Herstellern und Dienstleistern Chancen eröffnen. Von Anfang 2019 bis März 2020 rechnet der Windenergieverband damit, dass mehr als 5.000 Megawatt installiert werden. Bis Ende 2019 müssen bei förderfreien Ausschreibungen gewonnene Kapazitäten an das Netz angeschlossen werden. Die erfolgreichsten Bieter waren 2017 Alfanar (720 Megawatt), Ibervento Infraestructuras 1 www.gtai.de

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