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Windenergie-Report Deutschland 2018

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Herausgegeben vom Fraunhofer-Institut IEE

WINDENERGIE REPORT

WINDENERGIE REPORT DEUTSCHLAND 2018 18 209 GWh 5248 MW 1076 WEA Nordsee Diele Dortmund Brunsbüttel 18 094 GWh 10 899 MW 22 282 MW Jardelund Böxlund 12 477 WEA 41 083 GWh 2431 1070 GWh MW 232 WEA Ostsee Rostock 32 264 GWh 18 524 MW 10 550 WEA Berlin Lubmin Netzbetrieb und Netzausbau Die vier Regelzonen. Die Einspeisung des Windstroms erfolgt in Deutschland in den vier Regelzonen der ÜNB TransnetBW GmbH, Tennet TSO GmbH, Amprion GmbH sowie 50Hertz Transmission GmbH. In Abbildung 4.8 sind die zum Ende 2018 installierten Nennleistungen und Anzahlen der WEA sowie deren Windstromeinspeisung je ÜNB dargestellt. Rund 80 Prozent der Erzeugungskapazität ist in den Regelzonen von 50Hertz und Tennet installiert. Ein ebenso großer Anteil der Windstromerträge wurde in diesen beiden Regelzonen mit 35 TWh bzw. 59 TWh eingespeist. Der größte Leistungszubau entfällt 2018 erneut auf die Regelzone von Tennet. 6.098 WEA TenneT TSO GmbH Amprion GmbH Stuttgart 1589 2581 MW 769 GWh WEA TransnetBW GmbH 50Hertz Transmission GmbH Bayreuth Einspeisemanagement. Unter bestimmten Voraussetzungen können die verantwortlichen Netzbetreiber die Einspeisung aus WEA vorübergehend abregeln, um eine Überlastung des Stromnetzes zu verhindern. Die dabei nicht produzierte Energie wird als Ausfallarbeit bezeichnet. Vorher müssen jedoch alle Maßnahmen gegenüber konventionellen Energieerzeugern ausgeschöpft werden. Eine Veröffentlichung der Daten zum Einspeisemanagement erfolgt durch die BNetzA im Herbst des Folgejahres, weshalb in diesem Abschnitt die Daten bis Ende 2017 betrachtet werden. Inbetriebnahme 2018 Bestand 2017 Windenergieertrag (vorläufige Werte 2018) Abbildung 4.8: Regelzonen der ÜNB mit installierter Windleistung, Anlagenanzahl und Windenergieeinspeisung 2018 je Regelzone. Datenquellen: [1], [3], [12], [13]. Offshore-Netz-Anbindungspunkte Sitz der Unternehmen Wie in Abbildung 4.9 erkennbar, stieg die Ausfallarbeit in 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 3743 GWh auf insgesamt 5518 GWh an und erreicht damit den bislang höchsten Wert. Die Abregelung von erneuerbaren Energieerzeugern bezogen auf die Ausfallarbeit betraf 2017 zu 95,8 Prozent WEA, in 2016 hingegen nur zu 93,5 Prozent. Der Schwerpunkt lag in 2017 dabei mit 96,2 Prozent in den nördlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen- Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Der Anteil des abgeregelten Windstroms an der Gesamtwindstromproduktion lag bei 4,8 Prozent und hat sich damit gegenüber 2016 um 47 Prozent erhöht. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Einer davon ist, dass im Jahr 2017 sehr gute Windverhältnisse vorzufinden waren. 28

Netzintegration und Netzausbau Ebenso werden zunehmend Offshore-WEA abgeregelt. Lag der Anteil der Ausfallarbeit von Offshore-WEA bezogen auf alle vom Einspeisemanagment betroffenen Anlagen im Jahr 2016 noch bei 0,9 Prozent (32 GWh), liegt der Anteil im Jahr 2017 bei 15 Prozent (826 GWh). Die Netzsituation wird sich auch in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht entspannen. Die Zunahme der Ausfallarbeit unterstreicht die Notwendigkeit, dass bei dem weiteren Ausbau der Windenergie Optimierungsmaßnahmen notwendig und ohne Verzug umzusetzen sind. Die wichtigste Optimierungsmaßnahme ist der verstärkte Ausbau des Netzes [71]. Die aufgrund der Ausfallarbeit entstandenen Entschädigungsansprüche, zu denen die Netzbetreiber nach § 14 EEG verpflichtet sind, stiegen auf 870 Mio €. Davon betreffen allerdings 260 Mio € Nachzahlungen für Abregelungen aus den Vorjahren, da Entschädigungsansprüche bis zu drei Jahre nach dem Zeitpunkt der Maßnahme geltend gemacht werden können. Eine Entschädigungssumme von 314 Mio € haben die Netzbetreiber bereits ausgezahlt [71]. Versorgungsqualität. Die Netzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet der Bundesnetzagentur, über alle in ihrem Netz im letzten Kalenderjahr aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen, einen Bericht vorzulegen. Der Bericht enthält Zeitpunkt, Dauer, Ausmaß und Ursache jeder Versorgungsunterbrechung, die länger als drei Minuten dauerte. Ausfallarbeit [GWh] SAIDI-Wert [min] 6000 5500 5000 4500 4000 3500 3000 2500 2000 1500 Ausfallarbeit [GWh] Nachzahlung aus Vorjahr Mio. € Geschätze Entschädigungszahlung Mio. € Anteil an Windenergieertrag Gezahlte Entschädigungen Mio. € 1581 2,4% 4722 5,2% 314,8 3743 3,48% 900 5518 4,8% 260 800 1000 421 555 385 0,8% 0,9% 82,7 100 500 74 127 0,7% 33,5 33,1 43,7 0,2% 0,3% 6 10,2 - 0 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 25 20 15 10 5 514 Niederspannung (Unterbrechungen) Mittelspannung (Unterbrechungen) Niederspannung (SAIDI) Mittelspannung (SAIDI) Gesamt (Unterbrechungen) 700 600 296 500 400 300 314 Abbildung 4.9: Ausfallarbeit sowie der Anteil abgeregelter Windenergie am gesamten Windenergieertrag und Entschädigungssumme. Datenquelle: [71]. 200 250 200 150 100 50 Entschädigungszahlungen [Mio. €] Unterbrechungen [Tsd.] Für das Berichtsjahr 2017 haben 862 Netzbetreiber 166 500 Versorgungsunterbrechungen für 869 Netze zur Berechnung der mittleren Nichtverfügbarkeit (System Average Interruption Duration Index (Saidi)) für Letztverbraucher übermittelt. Der leichte Anstieg des Saidi (vgl. Abbildung 4.10 durchgezogene Linie) im Jahr 2017 ist auf den Anstieg von 2,22 Minuten in der Mittelspannung zurückzuführen. Die Niederspannung verzeichnete einen leichten Anstieg der Unterbrechungensdauer von 0,12 Minuten. Die Versorgungsunterbrechungen nahmen 0 0 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Abbildung 4.10: Entwicklung des SAIDI-Wertes in der Nieder- und Mittelspannungsebene von 2006 bis 2017. Datenquelle: [71]. 29

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