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Windenergie und seismologische Belange - Hintergrundpapier

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Es ist wohl mittlerweile unstreitig, dass von Windenergieanlagen tatsächlich Auswirkungen auf seismologische Messungen ausgehen können. Es ist aber noch ungeklärt, ob diese Auswirkungen durch zumutbare Gegenmaßnahmen, sei es durch den Windenergieanlagenbetreiber, sei es durch den Betreiber der seismologischen Messstation ausgeglichen werden können.

Windenergie und seismologische Belange - Hintergrundpapier

Windenergie und seismologische Belange September 2016 1. Problematik Die Seismologie dient unter anderem der Erforschung geowissenschaftlicher Fragestellungen wie der Entstehung von Erdbeben oder der Strukturen des Erdinneren. Mehrere hundert Messstationen in Deutschland, die von verschiedenen Einrichtungen des Bundes und der Länder sowie von Universitäten und Forschungseinrichtungen betrieben werden, überwachen Erdbebengebiete und zeichnen natürlich entstandene sowie künstlich angeregte seismische Wellen auf. Als Rückgrat dient dabei das von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) betriebene Deutsche Seismologische Regionalnetz (GRSN) sowie die Messstationen Gräfenberg Array (GRF) und GERES-Array im Bayerischen Wald mit insgesamt etwa 40 Standorten. Die Messstationen sind mit hochempfindlichen Breitbandseismometern ausgerüstet, die eine Aufzeichnung von Signalen in einem Frequenzbereich zwischen 1/1000 Hertz (Hz) und 100 Hz ermöglichen. 1 Seit einiger Zeit wird von Betreibern seismologischer Stationen bzw. von den geologischen Diensten der Länder und des Bundes vorgebracht, Windenergieanlagen (WEA) in der Nähe solcher Erdbebenmessstationen seien ein Störfaktor für eine ordnungsgemäße Messung, denn diese verursachen aufgrund der Windlasten und der Rotationsbewegungen seismische Wellen, also Schwingungen, die sich über den Turm und das Fundament der Windräder in den Untergrund übertragen und sich dort als elastische Wellen in alle Richtungen ausbreiten. Die Frequenzen dieser Schwingungen seien identisch mit den charakteristischen Frequenzen von Erdbeben und ein nachträgliches „Herausrechnen“ der Störsignale sei aufgrund der sich ständig ändernden Drehbewegungen der Rotoren nur sehr eingeschränkt möglich. Dabei nehme der Störeinfluss mit zunehmender Entfernung abhängig vom geologischen Untergrund ab. Daher wird bei dem Bau von WEA teilweise ein Sicherheitsradius von 10 bis 17,5 km um die Messstationen verlangt. Dass die Thematik der Seismologie erst jetzt problematisiert wird, erklärt der Geologische Dienst damit, dass die Beeinträchtigung aktuell Ausmaße angenommen hat, die nicht mehr hinzunehmen sind. 1 www.bgr.bund.de www.wind-energie.de 1 / 9

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