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WWF Studie: Regionale Auswirkungen des Windenergieausbaus auf die Vogelwelt.

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Wer ernsthaft Klimaschutz betreibt, muss vom Ziel her denken. Das Ziel ist klar: Der weitere Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur muss auf deutlich unter 2 °C, wenn möglich 1,5 °C gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt werden. Eine kohlenstofffreie Energieversorgung bildet den Grundstein, um das Ziel einer vollständigen Dekarbonisierung bis Mitte des Jahrhunderts zu erreichen. Dies erfordert eine vollständig regenerative Stromerzeugung bereits deutlich vor 2050. Herausgeber: WWF, Oktober 2018

6 Diskussion Die

6 Diskussion Die Ergebnisse der naturschutzbezogenen und artspezifischen Raumanalyse mit der Fokussierung auf sich überlagernde Brutzeitlebensräume windenergiesensibler Vogelarten und der Differenzierung in Anlehnung an die vorhabentypspezifische Mortalitätsgefährdung ermöglichen eine überschlägige Bewertung von Flächenverfügbarkeiten für den Ausbau der Windenergienutzung bezogen auf das Szenario Energiewende Referenz der Studie „Zukunft Stromsystem II: Regionalisierung der erneuerbaren Stromerzeugung“ (Öko-Institut & Prognos 2018). Einige Faktoren der Analyse, die die Ergebnisse im besonderen Maße beeinflussen, werden im Folgenden diskutiert. Einen grundlegenden, die naturschutzbezogene Raumbewertung betreffenden Faktor stellt die Bewertung der einzelnen Flächenkategorien als Indikatoren für die naturschutzrelevanten Eigenschaften im Raum dar. Dem GIS-gestützten Modell folgend beeinflusst die Eingangsbewertung der einzelnen Flächenkategorien das Ergebnis der Raumbewertung. Daher wird empfohlen, diesen Bewertungsschritt im Sinne einer Methodenkonventionsbildung in einem breiten Expertenkreis zu diskutieren. Die Auswahl der Beispiellandkreise, bei der ein starker Zubau von WEA, ein ausgeprägtes Vorkommen der drei näher untersuchten Vogelarten und die räumliche Verteilung in Deutschland eine Rolle spielen, gewährleistet einen guten Überblick über vergleichsweise extreme Belastungssituationen. Auch in Landkreisen, in denen mit einem überdurchschnittlichen Ausbau der Windenergienutzung gerechnet wird, können Flächen bereitgestellt werden, deren Nutzung keine sehr hohen Konfliktrisiken mit sich bringt. Konfliktfrei wird sich der Ausbau jedoch nicht vollziehen lassen, wie vor allem die Situation im Landkreis Havelland zeigt, dem einzigen untersuchten Landkreis, in dem Flächen mit einem hohen Konfliktrisiko beansprucht werden müssen, um das Szenario Energiewende Referenz zu realisieren. In der Hälfte der untersuchten Landkreise ist schutzgutübergreifend davon auszugehen, dass die Beanspruchung der notwendigen Flächen mit einem mittleren Konfliktrisiko verbunden ist. Insbesondere das Vorkommen und die Überlagerung von Vogelarten mit einer sehr hohen Gefährdung (vMGI A) in Nordostdeutschland (Abbildung 6) zeigen, dass die untersuchten Beispiellandkreise nicht alle Hot-Spot-Regionen für das Vorkommen von windenergiesensiblen Brutvögeln abdecken. Das beinahe flächendeckende Vorkommen von Vogelarten mit einer mittleren Gefährdung (vMGI C) und das damit einhergehende sehr geringe Konfliktrisiko mindern die Aussagekraft dieser Flächenkategorie. Bei der artübergreifenden Betrachtung spielt der vMGI C dementsprechend keine Rolle. Die Ergebnisse der artspezifischen Analyse werden dadurch beeinflusst, welche Landbedeckungsklassen als potenzielles Brutzeithabitat ausgeschlossen werden können und in welchen Bestandsklassenspannen die jeweiligen Vogelarten vorkommen. Da der Kiebitz vornehmlich in gewässernahen Habitaten brütet, die darüber hinaus häufig schon unter Schutz stehen und somit als Ausschlussfläche definiert wurden und sein deutschlandweites Schwerpunktvorkommen in Nordwestdeutschland also außerhalb der Beispiellandkreise liegt, ist die Situation für diese Art in den hier untersuchten Gebieten weitestgehend unproblematisch. Regionale Auswirkungen des Windenergieausbaus auf die Vogelwelt | 37

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