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A-Z - Fakten zur Windenergie

Von A wie Arbeitsplätze bis Z wie Ziele der Energieversorgung

G Gewerbesteuer – mehr

G Gewerbesteuer – mehr Geld für Kommunen Das Einkommen aus dem Betrieb von Windenergieanlagen unterliegt der Gewerbesteuer – somit erwirtschaften Windparks stabile Einnahmen für die Gemeinden. Zusätzlich bringt die Produktion von sauberem Windstrom auch Investitionen und ↗ Arbeitsplätze in die Regionen. Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Neuregelung zur Gewerbesteuerzerlegung. Danach fließen mindestens 70 Prozent der Gewerbesteuer an die Gemeinde, in der die Windenergieanlagen stehen (= Standortgemeinde), und 30 Prozent an die Gemeinde, in der sich die Verwaltung der Betreibergesellschaft befindet. 38 Dies war und ist ein wichtiges Signal für den weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland, denn die Regelung erhöht die ↗ Akzeptanz für Windenergieanlagen vor Ort. Zudem bleibt die Möglichkeit bestehen, sich auf einen Zerlegungssatz von bis zu 100 Prozent für die Standortgemeinde zu einigen. In vielen Fällen ist dies auch heute noch eine gängige Praxis. Die Höhe der Gewerbesteuer ist abhängig von der Höhe des Gewinns, im Falle der Windenergie von den Einnahmen aus dem Stromverkauf. Es ist also im Sinne der Gemeinde, wenn Windparks an windhöffigen Standorten mit entsprechender Nabenhöhe und optimalem Rotordurchmesser für den höchstmöglichen Ertrag betrieben werden. Neu installierte Parks werfen jedoch nicht sofort nach ihrer Inbetriebnahme Gewinne ab, da zunächst Kredite abgezahlt werden müssen. In der Regel erwirtschaftet der Betrieb von Windparks nach acht bis zehn Jahren erste Gewinne, in deren Folge dann die Gewerbesteuer anfällt. Nach der vollständigen Abschreibung des Windparks (im Schnitt nach ca. 16 Jahren) steigt das Gewerbesteueraufkommen noch einmal deutlich an. 39 Die windcomm schleswig-holstein ließ für das Jahr 2011 die regionalökonomischen Effekte der Nutzung von Windenergie im nördlichsten Bundesland analysieren. Hierbei wurde für den Betrieb von Windenergieanlagen eine gesamte Gewerbesteuer von rund 42,2 Millionen Euro ermittelt. Da sich in Schleswig-Holstein nicht nur die Anlagenstandorte befinden, sondern dort zudem viele Betreiberfirmen ihren Sitz haben, verbleibt auch nach der Gewerbesteuerzerlegung ein Großteil der 30 Prozent im Bundesland. So kann man davon ausgehen, dass in Schleswig- Holstein im Jahr 2011 rund 39 Millionen Euro Gewerbesteuer durch Windenergie eingenommen wurden. 40 38 [G1] Bundesgesetzblatt (2014, n.F.) 39 [G2] BWE (2011) 40 [G3] windcomm schleswig-holstein (2012) Gewerbesteuerzerlegung 30% 70% Sitz der Betreibergesellschaft Standortgemeinde Quelle: BWE 22

Hindernisbefeuerung – gut zu sehen H Die Errichtung von Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von mehr als 100 Metern gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind die Nutzung der höheren Windgeschwindigkeiten in höheren Luftschichten und der Einsatz größerer Rotordurchmesser. Dadurch nimmt der Anteil der nach Luftverkehrsgesetz zu kennzeichnenden Windenergieanlagen stetig zu. In welcher Form die Anlagen zu kennzeichnen sind, ist seit 2004 über die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen“ (AVV) festgelegt. Entsprechend der International Civil Aviation Organization (ICAO) unterscheidet die AVV zwischen der Tag- und der Nachtkennzeichnung. Während die Kennzeichnung am Tag ab über 100 Meter Gesamthöhe der Anlage über farbige Markierungen und / oder weiße Feuer erfolgt, dürfen für die Nachtkennzeichnung in Deutschland ausschließlich rot blinkende Feuer auf dem Maschinenaus verwendet werden. Bei höheren Anlagen kommen weitere Feuer am Turm hinzu. Dadurch fühlen sich Anwohner oftmals gestört. Um die Lichtemissionen an ↗ Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen zu minimieren und damit auch weiterhin eine hohe ↗ Akzeptanz für größere Windenergieanlagen zu gewährleisten, hat der Bundesverband WindEnergie vor Jahren im HIWUS- Projekt 41 die Entwicklung eines Hindernisbefeuerungskonzeptes in Auftrag gegeben. Die Studie wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und diente als Grundlage für Feldversuche. Diese zeigen, dass es mit dem Einsatz neuer, innovativer Technologien möglich ist, die störende Wirkung von Markierungen und Befeuerungen an Windenergieanlagen zu verringern, ohne die Sicherheit des Flugverkehrs und der Seefahrt zu gefährden. Eine effizientere Befeuerung erhöht die Akzeptanz der Windenergie in der Bevölkerung weiter. Die Befeuerung lässt sich heute zum Beispiel durch den Einsatz von Sichtweitenmessgeräten auf die Lichtstärke von 10 Candela – das entspricht etwa einer 10-Watt-Glühlampe – reduzieren. Und durch den Einsatz von passiven oder aktiven Radarsystemen ist zu 99 Prozent aller Fälle eine Befeuerung des Windrads nicht mehr notwendig. Radarsysteme signalisieren den Windenergieanlagen rechtzeitig, dass ein Flugzeug im Anflug ist. Nach diesem Signal schaltet das Windrad automatisch die Befeuerung an. Nach zahlreichen Testläufen ist mit dem regulären Einsatz einer bedarfsgerechten Befeuerung in Deutschland zeitnah zu rechnen. Die neue Fassung der „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen“ 42 ermöglicht sowohl passive als auch aktive Radarsysteme. Wenn eine bedarfsgerechte Befeuerung (z. B. aus Kostengründen) nicht einsetzbar ist, lässt sich die Belastung der Anwohner schon heute durch eine Synchronschaltung der Befeuerung aller Windenergieanlagen im Park sowie durch eine Anpassung der Leuchtstärke an die Sichtverhältnisse reduzieren. 43 41 [H1] BWE (2008) 42 [H2] BMVI (2004, n.F.) 43 [H3] BWE / VDMA (2014) 23

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ENERGIEWENDE UND TOURISMUS
Gemeinsam gewinnen - Windenergie vor Ort
BWE Windbranchentag Schleswig-Holstein
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