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Barometer Digitalisierung der Energiewende

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Die Letztverbraucher

Die Letztverbraucher sehen die Energiewende als Notwendigkeit, 6der Informationsstand ist allerdings noch immer gering Am bekanntesten ist bei Privatkunden nach wie vor der Begriff „digitaler“ oder „elektronischer Zähler“ (54 Prozent Bekanntheit). Die inhaltlichen und technischen Unterschiede in den Begrifflichkeiten wurden darüber hinaus nicht abgefragt, sind jedoch erwartungsgemäß im Detail größtenteils auch unbekannt. Was die Digitalisierung der Energiewende im Allgemeinen betrifft, fühlt sich nur ein Fünftel der Haushalte sehr gut oder gut informiert. Dabei ist eine Polarisierung bei den Befragten erkennbar: Während sich der Kenntnisstand einer kleinen Gruppe Interessierter zunehmend vertieft, nimmt der Anteil derer, die sich grundsätzlich mit dem Thema beschäftigen, ab. Eine erkennbare Ausnahme bildet dabei das Konzept des „Smart Home“, mit dem drei Viertel der Befragten etwas anfangen können. Hier zeigt sich, dass die Marktverfügbarkeit entsprechender Lösungsangebote die Bekanntheit maßgeblich steigern kann, auch unabhängig von einer differenzierten Beurteilung des tatsächlichen Mehrwerts aus Sicht der Letztverbraucher. Gewerbe Gewerbliche Verbraucher sind nach dem GDEW am stärksten vom Smart-Meter-Rollout betroffen. Anders als bei Haushalten zeigt sich hier eine signifikante Verbesserung des Informationsstands im Vergleich zu 2018. 31 Prozent der Gewerbebetriebe sind sich dessen bewusst, dass in allen Unternehmen, die mehr als 6.000 kWh pro Jahr verbrauchen, der heutige Zähler durch ein iMSys, d. h. einen digitalen Zähler, der über ein SMGW fernkommunizieren kann, ersetzt werden soll. Mit 16 Prozent fühlen sich doppelt so viele Gewerbekunden wie im Vorjahr sehr gut über den Rollout informiert. 50 Auch in Bezug auf die Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung der Energiewende ergeben, steigt die Bekanntheit von intelligenten Stromnetzen und deren Potenzial. Ein Drittel der Gewerbebetriebe fühlt sich sehr gut oder gut über das Thema Smart Grid informiert. Trotz dieser Verbesserungen ist der Informationsstand bei Gewerbekunden allerdings insgesamt noch auf einem recht niedrigen Niveau. Abbildung 6: Informationsstand von Haushaltskunden zur Einführung von Smart Metern — Vorjahresvergleich Wie gut fühlen Sie sich über die Smart-Meter-Einführung informiert? Vergeben Sie bitte eine Bewertung zwischen 1 für „sehr gut informiert“ bis 5 für „überhaupt nicht informiert“. 1 = sehr gut informiert 2 5 % 5 % 10 % 11 % 15 % 16 % 3 20 % 24 % 4 5 = überhaupt nicht informiert 20 % 21 % 35 % 40 % 60 % 55 % Weiß nicht/Keine Angabe 5 % 6 % n = 1.000 Studie 2019 Studie 2018 50 Quelle: Prolytics, repräsentative telefonische Befragung von 400 Unternehmen im Rahmen des Projekts im Zeitraum Juli—September 2019 50 | Barometer Digitalisierung der Energiewende 2019

Quellen und Art der Information Der mangelnde Informationsstand zur Digitalisierung der Energiewende bietet Anlass, Art und Inhalt bisheriger Informationsquellen zum Smart-Meter-Rollout genauer zu betrachten. Abbildung 7: Bisherige Informationsquellen von Haushalten zur Digitalisierung der Energiewende Wo haben Sie sich bislang über die Digitalisierung der Energiewende informiert? Gefragt nach den von den Letztverbrauchern präferierten und gewünschten Informationsquellen dominieren öffentliche Stellen und Energieversorger. 42 Prozent der Haushalte wünschen sich Informationen durch die Bundesregierung, jedoch gibt nur 1 Prozent an, bislang aus dieser Quelle Informationen erhalten zu haben (s. Abbildung 7: Bisherige Informationsquellen von Haushalten zur Digitalisierung der Energiewende). Auch vonseiten der Energieversorger wird der Wunsch nach mehr staatlicher Aufklärung geäußert, da diese Informationen von Kunden häufig als glaubwürdiger wahrgenommen werden als eigene Informationsmaßnahmen. Internet Medien Energieversorger Gespräche mit Freunden/ Verwandten Regierung Social Media (Facebook, YouTube etc.) Verbraucherschutz 5 % 2 % 1 % 1 % 0 % 22 % 30 % Mit dem im Oktober 2019, also nach Abschluss der Befragung von Letztverbrauchern, vom BMWi veröffentlichten Flyer „Smart Meter und digitale Stromzähler“ wurde in diesem Zusammenhang ein wichtiger Schritt getan. 51 Die Broschüre enthält grundsätzliche Informationen zum Smart- Meter-Rollout und zu seiner Bedeutung für die Energiewende und ist unter anderem zur Unterstützung der Kommunikation durch MSB und deren Auftragnehmer gegenüber Letztverbrauchern vorgesehen. Die Öffentlichkeit war bereits seit Verkündung des GDEW auf einer Vielzahl von Kommunikationskanälen über den Smart- Meter-Rollout informiert worden. Zu Beginn und während des Rollouts sind seitens des BMWi zusätzliche Informationsangebote, u. a. auf den Social-Media-Kanälen, durchgeführt worden bzw. geplant. Diese Angebote werden mit Stakeholdern wie z. B. nachgeordneten Behörden, Dachverbänden, Unternehmen, aber auch Bürgerinnen und Bürgern geteilt. Die ersten Rückmeldungen sind nach Einschätzung des BMWi hier durchaus positiv. Neben dem BMWi stellen auch die Energieversorger für die Letztverbraucher eine wichtige Informationsquelle dar. 41 Prozent der Haushalte und 30 Prozent der Gewerbebetriebe wünschen sich, von diesen über die Digitalisierung der Energiewende informiert zu werden. Dem gegenüber steht ein vergleichsweise geringer Anteil von 5 Prozent, der seine Informationen tatsächlich von Energieversorgern erhält. Sonstiges Gar nicht Weiß nicht/Keine Angabe 2 % n = 1.000 14 % 40 % Diese Diskrepanz ist zum Teil durch eine unterschiedliche Mediennutzung zu erklären. Immerhin drei Viertel der MSB und VNB bemühen sich bislang darum, ihre Kunden zum Thema Digitalisierung der Energiewende zu informieren. Dabei bestand die Kundenkommunikation zunächst überwiegend aus direkten Informationsschreiben per Post und Veröffentlichungen auf der Website. 52 Im Gegensatz dazu beziehen Endkunden ihre Informationen zum Thema fast ausschließlich aus dem Internet und anderen Medien wie Fernsehen oder Zeitung. Was die Inhalte der verfügbaren Informationen angeht, sind Kundennachfrage und Angebote der Energieversorger zu unterscheiden. Während sich Haushalte und Gewerbebetriebe naturgemäß für die Digitalisierung vor allem aus einer persönlichen Kosten-Nutzen-Perspektive interessieren, stehen bei MSB und VNB nicht selten noch gesetzliche und regulatorische Grundlagen und das weitere Vorgehen bei der Umsetzung des Smart-Meter-Rollouts im Vordergrund. 51 Quelle: www.bmwi.de 52 Quelle: Prolytics, repräsentative telefonische Befragung von 100 MSB und 100 VNB im Rahmen des Projekts im Zeitraum Juli—September 2019 Barometer Digitalisierung der Energiewende 2019 | 51

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