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Bericht - Tieffrequente Geräusche und Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen

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Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg hat am 26.02.2016 den Bericht "Tieffrequente Geräusche inkl. Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen" veröffentlicht. Der Bericht ist das Ergebnis eines Messprojekts im Zeitraum 2013-2015. Das Fazit des Berichts lautet: „Infraschall wird von einer großen Zahl unterschiedlicher natürlicher und technischer Quellen hervorgerufen. Er ist alltäglicher und überall anzutreffender Bestandteil unserer Umwelt. Windkraftanlagen leisten hierzu keinen wesentlichen Beitrag.

6-8 Hz das

6-8 Hz das Gesamtgeräusch mit größerem Abstand zur Anlage abnimmt. Die Unterschiede werden hierbei mit steigender Frequenz deutlicher. Dies entspricht im Hörschall einem hörbaren Effekt. Beim Messpunkt in 700 m Entfernung ist die Anlage nicht mehr ständig und allenfalls schwach wahrnehmbar; die Kurve entspricht nahezu dem Hintergrundgeräusch. Im Infraschallbereich liegen die Kurven deutlich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. EINFLUSS DER WINDGESCHWINDIGKEIT Die oben dargestellten Diagramme spiegeln konkrete Einzelsituationen bei einer bestimmten Windgeschwindigkeit (6,5 bzw. 6,8 m/s) exemplarisch wider. Dargestellt wurden die Ergebnisse dabei jedoch bei unterschiedlichen Frequenzen. Es stellt sich dabei natürlich die Frage, wie die Verhältnisse bei unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten sind. Auch dies wurde gemessen, die Ergebnisse sind in der Abbildung 4.2-6 dargestellt. Diese Abbildung ist nicht auf Anhieb leicht verständlich und soll daher Schritt für Schritt erläutert werden. Die drei Schaubilder stellen die Verhältnisse an den jeweiligen Messpunkten in den Entfernungen 150 m (obere Abbildung), 300 m (mittlere Abbildung) und 700 m (untere Abbildung) dar. Auf der unteren, horizontalen Achse ist jeweils diese Windgeschwindigkeit von 4,5 bis 10,5 m/s aufgetragen. Die senkrechte Achse stellt Schallpegelwerte dar. Jeder Punkt entspricht einer einzelnen Messsequenz von 10 Sekunden bei einer bestimmten Windgeschwindigkeit. Die violetten Punkte, die jeweils den unteren Wertebereich bilden, stellen den Hörschall bei laufender Anlage dar, angegeben in dB(A). Gut erkennbar ist bei Abständen von 150 und 300 m, dass der Hörschall bei Windgeschwindigkeiten von 4,5 m/s bis etwas oberhalb von 5,5 m/s leicht ansteigt, dann aber, bei höheren Windgeschwindigkeiten konstant bleibt. Wie verhält sich dies bei tieffrequentem Schall bzw. Infraschall? Hierzu wurde die Abhängigkeit des G-bewerteten Schallpegels, angegeben als dB(G), untersucht. Die roten Punkte stellen den G-bewerteten Schallpegel bei eingeschalteter Anlage dar, die grünen Punkte bei ausgeschalteter Anlage. Im Nahbereich der Anlage, in 150 m Entfernung (oberes Bild) sieht man deutlich, dass bei eingeschalteter Anlage auch im tieffrequenten Bereich (inkl. Infraschall) eine ähnliche Abhängigkeit des Schallpegels von der Windgeschwindigkeit besteht wie beim Hörschall. Außerdem ist gut erkennbar, dass ein deutlicher Unterschied zwischen eingeschalteter und ausgeschalteter Anlage besteht. Die G-Pegel bei eingeschalteter Anlage (rote Punkte) liegen deutlich höher als bei ausgeschalteter Anlage (grüne Punkte). In 300 m Entfernung (mittleres Bild) ist dieser Unterschied schon geringer ausgeprägt, bei 700 m ist er nicht mehr erkennbar. Zwischen der roten Punktewolke (Anlage ein) und der grünen Punktewolke (Anlage aus) besteht praktisch kein Unterschied mehr, unabhängig von der Windgeschwindigkeit. An den Messwerten wird außerdem deutlich, dass das Hintergrundgeräusch durch Wind und Vegetation, gemessen bei ausgeschalteter Anlage (grüne Punktewolke) stark streut, also auffälligen, natürlichen Schwankungen unterliegt. Die Werte spannen einen Bereich von bis zu 20 dB(G) auf. Die gemessenen Sequenzen der Anlagengeräusche streuen hingegen, zumindest im Nahfeld, deutlich weniger. PEGELVERLAUF WÄHREND DER MESSUNG Die Abbildung 4.2-7 zeigt die A- und G-bewerteten Pegelverläufe zwischen 11 Uhr und 15 Uhr in 150 m und 700 m Abstand. Zusätzlich sind die Betriebszustände der WEA (grün = Anlage an, hellblau = Anlage aus) sowie Zeiträume mit Fremdgeräuschen (violett) dargestellt. Bei den beiden Pegelverläufen des Messpunktes MP1 ist die Betriebsphase „Anlage aus“ durch die deutlich abfallenden Pegelverläufe erkennbar. Am Messpunkt MP3 ist ein Pegelabfall bei abgeschalteter Anlage auf Grund des schwankenden Hintergrundgeräusches kaum erkennbar – lediglich die Minima des A-Pegelverlaufes sind etwas niedriger als bei laufender Anlage. Der G-Pegelverlauf hingegen deckt bei abgeschalteter Anlage fast den gleichen Wertebereich ab. 22 Tieffrequente Geräusche inkl. InfraschallBericht zum Messprojekt © LUBW

90 80 Schallpegel in dB(G) bzw. dB(A) MP1 / 150 m 70 60 50 40 30 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 8,0 8,5 9,0 9,5 10,0 10,5 Windgeschwindigkeit in 10 m Höhe in m/s 90 80 Schallpegel in dB(G) bzw. dB(A) MP2 / 300 m 70 60 50 40 30 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 8,0 8,5 9,0 9,5 10,0 10,5 Windgeschwindigkeit in 10 m Höhe in m/s 90 80 Schallpegel in dB(G) bzw. dB(A) MP3 / 700 m 70 60 50 40 30 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 8,0 8,5 9,0 9,5 10,0 10,5 Windgeschwindigkeit in 10 m Höhe in m/s Gesamtgeräusch L Aeq Gesamtgeräusch L Geq Hintergrundgeräusch L Geq Abbildung 4.2-6: Hörschallpegel (A-Pegel) und Infraschallpegel (G-Pegel) in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit für die Windenergieanlage WEA 1. Dargestellt sind die G-Pegel bei eingeschalteter Anlage (rote Punkte) und bei ausgeschalteter Anlage (grüne Punkte) sowie die A-Pegel bei eingeschalteter Anlage (violette Punkte). © LUBW Tieffrequente Geräusche inkl. InfraschallBericht zum Messprojekt 23

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