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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

Diese

Diese Rahmenbedingungen und ihre Stabilität können durch unterschiedliche Ereignisse beeinflusst werden. Die im Folgenden beispielhaft aufgeführten Ereignisse können die Rahmenbedingungen beeinflussen. Sie sind aber nicht immer als Schwarze Schwäne zu verstehen, da oftmals das Kriterium der „Unerwartetheit“ nicht oder nur bedingt zutrifft. Zudem sind weitere Ereignisse denkbar, die zwar ebenfalls wie Schwarze Schwäne unerwartet auftreten und große Auswirkungen auf die Energiewende haben können, jedoch auch positive Wirkungen auf die Erreichung der Energiewendeziele haben können. Diese Ereignisse werden hier als „Pinke Schwäne“ 1 . bezeichnet Im Mittelpunkt der Studie stehen jedoch Schwarze Schwäne, also Ereignisse, die die Zielerreichung der Energiewende gefährden könnten. Stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse Die stabilen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sind sowohl im nationalen als auch im internationalen Bezugsrahmen erforderlich, um die Energiewende erfolgreich durchzuführen. Beispiele für mögliche Ereignisse, die die Stabilität der politischen Rahmenbedingungen beeinflussen können, sind: • Ein Zusammenbruch der Europäischen Union, der zu einem Ende des Handels mit Klimazertifikaten führen könnte. Eine Gefährdung der Emissionsreduktionsziele der Energiewende wäre die direkte Folge; • Der Ausfall eines bedeutenden Erdgasproduzenten aufgrund von Kriegen oder Krisen; • Die Schwächung der internationalen Kooperation zur Eindämmung der Klimaerwärmung. Obwohl im Klimaabkommen von Paris anspruchsvolle Ziele vereinbart wurden, reichen die bisher von den Nationalstaaten zugesagten Maßnahmen bei weitem nicht aus um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Wenn die außereuropäischen Länder nicht ausreichend partizipieren würden, stiege die Gefahr von Carbon Leakage, die Akzeptanz für ambitionierte Ziele würde abnehmen. Auch die Entwicklung und Diffusion von Effizienztechnologien könnte sich in der Folge verlangsamen; • Änderungen des ordnungspolitischen Handlungsrahmens. Radikale Änderungen des europäischen Emissionshandels aufgrund von Interventionen internationaler Interessensgruppen könnten zum Beispiel dazu führen, dass Europa gezwungen wäre, seine Klimaschutzbemühungen zur Erhaltung seiner Wettbewerbsfähigkeit zu reduzieren; 1 Dieser Begriff wurde u.W. von den Studienerstellern geprägt. Der naheligende Gegensatz „weiß“ zu den schwarzen Schwänen konnte nicht verwendet werden, da weiße Schwäne nicht selten, sondern der Normalfall sind. 5

Unterstützung und Akzeptanz • Sollten sich größere und längerfristig wirksame instabile Konstellationen (z.B. verschärfte Konflikte im Nahen und mittleren Osten, ernsthafte wirtschaftliche und politische Probleme in Russland) ergeben, könnte dies umfassende Auswirkungen auf Rohstoffzugänge, Versorgungssicherheit oder politische Prioritäten sowie die Entwicklung der Wirtschaftsstruktur haben. Beispiele für Ereignisse, die die Stabilität der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen können, sind unter anderem: • Die Nachwirkungen der globalen Finanzkrise. Die Rettungsmaßnahmen der Notenbanken und die hohe Staatsverschuldung könnten zu Fehlallokationen und Spekulationsblasen auf den Finanzmärkten und letztlich auch lang anhaltenden realwirtschaftlichen Krisen führen; • Die Veränderung der Wirtschaftsstruktur und eine Verlagerung von energieintensiven zu weniger energieintensiven Branchen tragen langfristig nicht unerheblich zur Reduktion des Energieverbrauchs bei. Wäre der Rückgang der energieintensiven Branchen geringer als erwartet, so würde auch dies die Zielerreichung erschweren; • Die Energiepreise sind ein wichtiger Anreiz für Effizienzmaßnahmen und Energieträgersubstitutionen. Über einen längeren Zeitraum niedrige Energiepreise würden diese Maßnahmen hemmen. Dadurch würden sich der Verbrauchsrückgang und der Ausbau der erneuerbaren Energien verringern. Dauerhaft niedrige Preise konventioneller Energieträger könnten zudem einen Rückgang oder eine Kostenerhöhung des Ausbaus erneuerbarer Stromproduktion zur Folge haben und somit die Angebotsseite der Strommärkte wandeln. Zudem wäre eine verringerte Akzeptanz der Energiewende denkbar. Neben den absoluten Energieträgerpreisen sind auch deren Relationen von Bedeutung. Sehr niedrige Kohlepreise bei sehr hohen Gaspreisen könnten beispielsweise zu hohen CO 2-Emissionen führen, die das Erreichen klimapolitischer Ziele sehr teuer machen würden. Eine stabile Akzeptanz der Energiewende ist ein Grunderfordernis, das bei der Mehrheit der Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gegeben sein muss. Die Akzeptanz ist Grundlage für die fortwährende Unterstützung und Förderung der Energiewende und für die Bereitschaft zu Investitionen in Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien in der Wirtschaft und bei der Bevölkerung. Ereignisse, die die Stabilität der Akzeptanz beeinflussen können, haben unterschiedliche Ausgangspunkte. Zu diesen zählen zum Beispiel: 6

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