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BWE-Faktencheck: Führen linksdrehende WEAs zu mehr Ertrag

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BWE-Faktencheck: Führen linksdrehende WEAs zu mehr

Führen linksdrehenden Windenergieanlagen zu mehr Ertrag? Juli 2020 Zusammenfassung • Am 7. August 2019 veröffentlichten Antonia Englberger, Andreas Dörnbrack (beide German Aerospace Center, Institute of Atmospheric Physics, Oberpfaffenhofen, Germany),und Julie K. Lundquist (Department of Atmospheric and Oceanic Sciences, University of Colorado Boulder, Boulder, USA; National Renewable Energy Laboratory, Golden, Colorado, USA) ein Diskussionpapier 1 , dass der Frage nachgeht ob die Drehrichtung einer Windkraftanlage den Nachlauf in einer stabil geschichteten atmosphärischen Grenzschicht beeinflusst und welche Auswirkungen dies auf den Ertrag der Anlagen haben kann? Am 28. Januar 2020 folgte ein zweites Diskussionpapier 2 welches die ursprüngliche Fragestellung weiter zuspitzt und klären will, ob sich Windkraftanlagen in die entgegengesetzte Richtung drehen sollten. Dieser Beitrag wurde ab Mitte Juni in vielen Medienberichten aufgegriffen und zitiert. • Es wird die These aufgestellt, dass gegen den Uhrzeigersinn drehende Windenergieanlagen auf der Nordhalbkugel der Erde mehr Leistung erzeugen sollten als sich im Uhrzeigersinn drehende Anlagen. Behauptet wird eine Effizienzsteigerung der Anlagen von 12 Prozent, bei verringerten Temperaturschwankungen im Bereich der Windenergieanlagen sogar von bis zu 23 Prozent. • Als Ursache dafür wird die Wirkung der Corioliskraft beschrieben, die beim Wind auf der Nordhalbkugel zu einer Rechtsablenkung führt (gegenteilig auf der Südhalbkugel zu einer Linksablenkung). Linksdrehende (gegen den Uhrzeigersinn drehende) Windräder hätten durch diese Rechtsablenkung mehr „Angriffsfläche“ und eine gesteigerte Effizienz. • Der BWE stellt dazu fest: Richtig ist, dass die Corioliskraft einen Effekt bei linksdrehenden Windenergieanlagen hat. Die von den Autoren vorgelegten Berechnungen sind allerdings rein theoretisch. Unberücksichtigt blieb, dass die Anordnung der Anlagen an Land dazu führt, dass die Strömung zwischen den Anlagen kaum durch die Corioliskraft beeinflusst wird. Auch Turbulenzen, die den Effekt verringern, blieben unbetrachtet. • Nach übereinstimmenden Analysen von Ingenieuren und Herstellern aus der Windbranche wäre die Effizienzsteigerung bei linksdrehenden Windenergieanlagen deutlich unter einem Prozent des Jahresertrags und verschwindet damit in den statistischen Schwankungen. Die Simulationen, auf die sich das Diskussionspapier stützt berücksichtigen viele reale Effekte die auf Windenergieanlagen einwirken unzureichend und vermitteln deshalb ein verfälschtes Bild. • Der BWE sieht technisch und wirtschaftlich keinen relevanten positiven Effekt auf den Ertrag durch linksdrehenden Windenergieanlagen. 1 Englberger A., Dörnbrack A., Lundquist J.K. (2019): Does the rotational direction of a wind turbine impact the wake in a stably stratified atmospheric boundary layer?, https://wes.copernicus.org/preprints/wes-2019-45/. 2 Englberger A., Dörnbrack A., Lundquist J.K. (2020): Should wind turbines rotate in the opposite direction?, https://wes.copernicus.org/preprints/wes-2019- 105/. www.wind-energie.de 1 / 4

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