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BWE Geschäftsbericht 2019

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Erfahren Sie mehr über die wichtigsten Themen der Branche im Rückblick auf 2019.

Brennpunkt Themen

Brennpunkt Themen Weiterbetrieb – Repowering – Recycling Zerschneiden der Turmsegmente nach Demontage einer Dewind-Windenergieanlage in Sachsen-Anhalt. © Paul Langrock Weiterbetrieb – Repowering – Recycling Negativer Windenergie-Zubau ab 2021 befürchtet Mit Ablauf des Jahres 2020 verlieren alle Windenergieanlagen ihren Vergütungsanspruch nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die bis einschließlich 31.12.2000 installiert wurden. Dies betrifft zum 01.01.2021 eine Gesamtleistung von 3.800 bis 4.000 Megawatt (MW). Bis Ende 2025 folgen jährlich weitere 2.300 bis 2.400 MW, also insgesamt rund 16.000 MW Leistung. Im Sinne einer effizienten Flächennutzung hat für den BWE der Ersatz alter durch neue Windenergieanlagen auf bestehenden, infrastrukturell gut erschlossenen und in der Regel gut akzeptierten Flächen Priorität. Dafür braucht es erleichterte Regelungen für die Genehmigungsverfahren im Repowering wie sie u.a. die Europäische Union einfordert. An Standorten ohne Option auf Repowering – etwa, weil die Flächen außerhalb heute definierter Vorranggebiete liegen oder restriktive planungs- und genehmigungsrechtliche Regelungen dies verhindern – stellt der Weiterbetrieb allerdings die einzige Möglichkeit zur weiteren Nutzung der Fläche und der dort bestehenden Infrastruktur für die Windenergie dar. Wo die überarbeitete Konzentrationsflächenplanung es nicht möglich macht, in ein Repowering einzusteigen, ist der Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach dem Ende der EEG-Vergütung daher anzustreben und angesichts der steigenden Nachfrage nach CO2-freiem Strom energiewirtschaftlich geboten. Gelingt dies nicht, droht angesichts der völlig unzureichenden Zubauzahlen ab 2021 ein Abbau von Windenergieleistung. Ein Rückgang der installierten Kapazität wäre dabei sowohl mit Blick auf die Versorgungssicherheit als auch hinsichtlich der Klimaschutzziele der Bundesregierung eine katastrophale Entwicklung. Weiterbetrieb bis zu 10 Jahre möglich Technisch ist ein Weiterbetrieb nach der positiven Bewertung und Prüfung über den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen (BPW) häufig für fünf oder zehn Jahre möglich. Anlagen, die nicht ersetzt werden können, sich für einen Weiterbetrieb technisch nicht eignen oder wirtschaftlich nicht rechnen, werden sukzessive ersatzlos zurückgebaut. CO 2 -freie Stromerzeugung, installierte Leistung und Flächen gehen so für die Nutzung der Windenergie verloren, oft gerade dort, wo sie besonders akzeptiert ist. 34

Brennpunkt Themen Faire Rahmenbedingungen notwendig Wirtschaftlich sind die Betreiber darauf angewiesen, dass sie ihre Betriebskosten aus den Erlösen am Markt erwirtschaften können. Insbesondere für kleinere Anlagen (bis 1 MW), die rund 50 bis 60 Prozent der bis einschließlich zum Jahr 2000 errichteten Leistung ausmachen, ist noch nicht verlässlich feststellbar, dass diese ihren Strom wirtschaftlich vermarkten können. Im Rahmen einer Umfrage unter Anlagenbetreibern hat die Fachagentur Windenergie an Land analysiert, dass Windenergieanlagen der Leistungsklasse unter 1 Megawatt im Durchschnitt Weiterbetriebskosten von 4,6 Cent / kWh aufweisen, wobei die Streuung in dieser Gruppe besonders stark ausgeprägt ist. Dies zeigt, dass für viele dieser Betreiber ein planbarer wirtschaftlicher Weiterbetrieb äußerst schwierig bleibt. Es braucht also faire Rahmenbedingungen, damit sich Betreiber als Marktakteure behaupten, neue Marktsegmente erschließen und Innovationen, etwa im Bereich der Sektorenkopplung, tatsächlich nutzen können. Vorarbeiten 2017-2018 Bereits seit 2017 befasst sich der BWE mit den Fragen rund um den Themenkomplex Weiterbetrieb. Eine Reihe bereits bestehender Möglichkeiten für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb sowie die rechtlichen Hürden hierbei sind im Leitfaden „Eigenversorgung, Direktlieferung, Power-to-X und Regelenergie – sonstige Erlösoptionen außerhalb des EEG“ aufgezeigt. Im Leitfaden „Ansprüche aus dem EEG für Windenergieanlagen ohne Förderanspruch“ wird zudem erläutert, welche wichtigen Ansprüche für die Vermarktung von Windstrom nach Vergütungsende aus dem EEG fortbestehen (z.B. beim Einspeisemanagement). Des Weiteren veröffentlichte der AK Weiterbetrieb ebenfalls bereits 2017 die „Grundsätze für die Durchführung einer Bewertung und Prüfung über den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen (BPW) an Land“ sowie den Leitfaden „Regionalplanung und Repowering – Planerische Gestaltungsmöglichkeiten 2017“. 2018 folgte dann das Hintergrundpapier „Effiziente Flächennutzung durch Repowering und Weiterbetrieb von Windenergieanlagen“. 35

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