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BWE-Positionspapier Massnahmenplan Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach 20 Jahren

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Wo die überarbeitete Konzentrationsflächenplanung es nicht möglich macht, in ein Repowering einzusteigen, ist der Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach dem Ende der EEG-Vergütung anzustreben und energiewirtschaftlich geboten. Gelingt dies nicht, besteht die Gefahr, dass es in Deutschland in den Jahren 2021ff. zu einem negativen Zubau von Windenergieleistung kommt. ©BWE e.V.

I. Einleitung Die

I. Einleitung Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, den Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch von heute rund 43 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen. Dieses Ziel hat sie in ihren Eckpunkten für das Klimaschutzprogramm 2030 bekräftigt und im EEG verankert. Der Ausbau der Windenergie an Land wird beim Erreichen der nationalen Energie- und Klimaziele eine zentrale Rolle spielen. Die aktuellen Ausbauzahlen 1 und massiven Unterzeichnungen bei den Ausschreibungen lassen dieses Ziel jedoch in weiter Ferne rücken. Es bedarf deutlich größerer Anstrengungen. Im Sinne einer effizienten Flächennutzung hat für den BWE der Ersatz alter durch neue Windenergieanlagen auf bestehenden, infrastrukturell gut erschlossenen und akzeptierte Flächen erste Priorität. Dafür braucht es erleichterte und flexiblere Regelungen für das Repowering, wie sie u.a. die Europäische Union einfordert. Es sollten zunächst alle Möglichkeiten des Repowering ausgeschöpft werden. An Standorten ohne Repoweringoption – etwa, weil die Flächen außerhalb heute definierter Vorranggebiete liegen oder aufgrund restriktiver planungs- und genehmigungsrechtlicher Regelungen – ist der Weiterbetrieb die einzige Möglichkeit zur weiteren Nutzung der Fläche und der dort bestehenden Infrastruktur für Windenergie. Bei der Kategorisierung nicht-repoweringfähiger Standorte sollten auch die umliegenden Flächenpotentiale einbezogen werden, etwa wenn erst durch einen Rückbau bestehender Anlagen umliegende Flächen für die Windenergie nutzbar werden. Wo die überarbeitete Konzentrationsflächenplanung es nicht möglich macht, in ein Repowering einzusteigen, ist der Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach dem Ende der EEG-Vergütung anzustreben und energiewirtschaftlich geboten. Gelingt dies nicht, besteht die Gefahr, dass es in Deutschland in den Jahren 2021ff. zu einem negativen Zubau von Windenergieleistung kommt. Ein Rückgang der installierten Kapazität ist allerdings sowohl mit Blick auf die Versorgungssicherheit Deutschlands als auch hinsichtlich der Klimaschutzziele der Bundesregierung absolut zu vermeiden. Auch mit der fortschreitenden Dekarbonisierung der Industrie benötigen wir schon bis 2030 immer mehr Strom aus Erneuerbaren Energien, weshalb auch hier ein Weiterbetrieb und ein starker Zubau mehr als nötig sind. Bestandsanlagenleistung mit auslaufender EEG-Vergütung 2 1 Deutsche WindGuard (2020): Status des Windenergieausbaus in Deutschland. Jahr 2019, https://www.wind- energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/pressemitteilungen/2020/Status_des_Windenergieausbaus_an_Land_- _Jahr_2019.pdf 2 Deutsche WindGuard (2017): Perspektiven für den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach 2020, S. 7, https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/02-technik-und-netze/06- betrieb/perspektiven-fuer-den-weiterbetrieb-von-wea-nach-2020-v3c.pdf 4

II. Rahmenbedingungen Mit Ablauf des Jahres 2020 verlieren alle Windenergieanlagen, die bis einschließlich 31.12.2000 installiert wurden, ihren Vergütungsanspruch nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dies betrifft zum 01.01.2021 eine Gesamtleistung von 3.800 bis 4.000 Megawatt (MW). Bis Ende 2025 folgen jährlich weitere 2.300 bis 2.400 MW, also insgesamt rund 16.000 MW Leistung. Kumulierte installierte Leistung der Bestandsanlagen nach Bundesländern 3 Anlagen, die nicht ersetzt werden können und sich wirtschaftlich nicht rechnen, werden sukzessive ersatzlos zurückgebaut. CO 2-freie Stromerzeugung, installierte Leistung und Flächen gingen so für die Nutzung der Windenergie verloren, oft gerade dort, wo sie besonders akzeptiert ist. Technisch ist ein Weiterbetrieb nach einer positiven Bewertung und Prüfung über den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen (BPW) 4 häufig für fünf bis zehn Jahre möglich. Wirtschaftlich sind die Betreiber darauf angewiesen, dass sie ihre Betriebskosten 5 aus den Erlösen am Markt erwirtschaften können. Insbesondere für kleinere Anlagen (bis ungefähr 1 MW), die rund 50 bis 60 Prozent der bis einschließlich dem Jahr 2000 errichteten Leistung ausmachen, ist nicht verlässlich feststellbar, dass diese ihren Strom zu auskömmlichen Preisen vermarkten können. Im Rahmen einer Umfrage unter Anlagenbetreibern hat die Fachagentur Windenergie an Land 6 analysiert, dass Windenergieanlagen der 3 Deutsche WindGuard (2017), Perspektiven für den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach 2020, S. 11., https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/02-technik-und-netze/06- betrieb/perspektiven-fuer-den-weiterbetrieb-von-wea-nach-2020-v3c.pdf. 4 BWE (2017): Grundsätze für die Durchführung einer Bewertung und Prüfung über den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen (BPW) an Land, https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationenoeffentlich/arbeitskreise/weiterbetrieb/Grundsaetze_Weiterbetrieb_04.2017_V6.3_final.pdf. 5 Deutsche WindGuard (2017): Perspektiven für den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach 2020. https://www.wind- energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/02-technik-und-netze/06- betrieb/perspektiven-fuer-den-weiterbetrieb-von-wea-nach-2020-v3c.pdf. 6 Fachagentur Windenergie an Land (2018): Was tun mit Windenergieanlagen nach 20 Jahren? Repowering, Weiterbetrieb oder Stilllegung von Windenergieanlagen nach Förderende, https://www.fachagenturwindenergie.de/fileadmin/files/Veroeffentlichungen/FA_Wind_Was_tun_mit_WEA_nach_20Jahren.pdf. 5

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