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BWE-Positionspapier Massnahmenplan Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach 20 Jahren

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Wo die überarbeitete Konzentrationsflächenplanung es nicht möglich macht, in ein Repowering einzusteigen, ist der Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach dem Ende der EEG-Vergütung anzustreben und energiewirtschaftlich geboten. Gelingt dies nicht, besteht die Gefahr, dass es in Deutschland in den Jahren 2021ff. zu einem negativen Zubau von Windenergieleistung kommt. ©BWE e.V.

Leistungsklasse unter

Leistungsklasse unter einem Megawatt im Durchschnitt Weiterbetriebskosten von 4,6 Cent/kWh aufweisen, wobei die Streuung in dieser Gruppe besonders stark ausgeprägt ist. Dies zeigt, dass für viele Betreiber ein planbarer wirtschaftlicher Weiterbetrieb äußerst schwierig bleibt. Verschärft hat sich die Situation durch die aktuelle Corona-Krise. Durch gesunkene Börsenstrompreise von z.T. unter 2 ct/kWh am Spotmarkt 7 ist davon auszugehen, dass für viele Altanlagenbetreiber ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb nach dem 31.12.2020 nicht möglich sein wird. Eine Reihe von bereits bestehenden Möglichkeiten für den Weiterbetrieb sowie rechtlichen Hürden sind im BWE-Leitfaden „Eigenversorgung, Direktlieferung, Power-to-X und Regelenergie – sonstige Erlösoptionen außerhalb des EEG“ 8 aufgezeigt. Im BWE-Leitfaden „Ansprüche aus dem EEG für Windenergieanlagen ohne Förderanspruch“ 9 wird erläutert, welche Ansprüche für die Vermarktung von Windstrom nach Vergütungsende aus dem EEG fortbestehen (z.B. bei Einspeisemanagement). Zusätzlich hat der BWE im September 2019 eine 20+-Checkliste für die Vertragsgestaltung der Direktvermarktung von Windstrom aus Anlagen 10 , die keine EEG-Vergütung mehr erhalten, bereitgestellt. Insgesamt ist klar, dass nur faire gesetzliche Rahmenbedingungen dafür sorgen können, dass Betreiber von Anlagen im Weiterbetrieb sich als Marktakteure behaupten, neue Marktsegmente erschließen und Innovationen, etwa im Bereich der Sektorenkopplung, tatsächlich nutzen können. 7 Im Februar, März, April und Mai 2020 lagen die Wert unter 2ct/kWh siehe: https://www.netztransparenz.de/EEG/Marktpraemie/Marktwerte 8 BWE (2018): Eigenversorgung, Direktlieferung, Power-to-X und Regelenergie – sonstige Erlösoptionen außerhalb des EEG, https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/03- sektorenkopplung/20180115-erloesoptionen-ausserhalb-des-eeg.pdf. 9 BWE (2017): Ansprüche aus dem EEG für Windenergieanlagen ohne Förderanspruch, https://www.wind- energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationenoeffentlich/beiraete/juristischer- beirat/Anspruche_aus_dem_EEG_fu r_Windenergieanlagen_ohne_Fo rderanspruch_web.pdf. 10 BWE (2019): Checkliste: Direktvermarktungsverträge bei 20+ Anlagen, http://publikationen.windindustrie-indeutschland.de/checkliste-direktvermarktungsvertrage-bei-20-anlagen/62920974. 6

III. Vorschläge des BWE Um den wirtschaftlichen Weiterbetrieb von Windenergieanlagen auch nach Auslaufen der EEG-Vergütung zu ermöglichen, schlägt der BWE folgende Maßnahmen vor: 1. Der Ersatz alter durch neue Windenergieanlagen auf bestehenden, infrastrukturell gut erschlossenen und akzeptierten Flächen: das Repowering- hat für den BWE erste Priorität. Denn Ziel ist ein moderner Anlagenpark mit hoch effizienten Windenergieanlagen. Dafür braucht es erleichterte und flexiblere Regelungen für das Repowering wie sie u.a. die Europäische Union und im Juni 2020 auch die Ministerpräsidentenkonferenz und der Bundesrat einfordern. Denn mit Windenergie bebaute Flächen haben, nach 20 Jahren Betrieb, genau die Akzeptanz und Bürgerbeteiligung, die sich heute in neuen Flächen erst schwer aufbauen lässt. Der BWE zeigt im Leitfaden „Regionalplanung und Repowering- Planerische Gestaltungsmöglichkeiten“ 11 die Handlungsspielräume für die zuständigen Planungsbehörden auf, die genutzt werden müssen, um Repowering einen angemessenen Stellenwert einzuräumen. An Standorten ohne Repoweringoption – etwa, weil die Flächen außerhalb heute definierter Vorranggebiete liegen oder aufgrund restriktiver planungs- und genehmigungsrechtlicher Regelungen – ist dann der Weiterbetrieb die einzige Möglichkeit zur weiteren Nutzung der Fläche und der dort bestehenden Infrastruktur für Windenergie. Der Weiterbetrieb kann dabei auch eine Brücke für das Repowering sein, wenn dieses erst in einigen Jahren möglich ist. Volkswirtschaftlich und ökologisch ist es sinnvoll, dass auch solche Altanlagen so lange grünen Strom produzieren, bis das Repowering genehmigt und umgesetzt ist. Es sollten zunächst alle Möglichkeiten des Repowering ausgeschöpft werden. 2. Die Einführung einer wirksamen, alle Sektoren umfassenden CO 2-Bepreisung bietet nicht nur die Chance, die tatsächlichen Kosten der Energieversorgung gerecht abzubilden, sondern verbessert auch die Vermarktungserlöse von Windstrom an der Strombörse und somit die Chancen auf einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb. Da der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 derzeit nur in geringem Maße Bestandteil des Strompreises ist, können saubere, CO2-freie Technologien wie Windenergie ihren größten Wettbewerbsvorteil nicht ausspielen und werden so permanent strukturell benachteiligt. Erst ein angemessen hoher CO2-Preis kann einen fairen Wettbewerb schaffen und Erneuerbare Energien am Markt finanzierbar machen. Um Verbraucher nicht zusätzlich zu belasten, kann dies u.a. durch die Abschaffung der Stromsteuer flankiert werden. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat dazu ein Konzept 12 vorgelegt. Der ab 2021 in zurückhaltenden Schritten geplante Einstieg in die CO 2-Bepreisung in den Bereichen Wärme und Verkehr wird auch nach der finalen Version des Klimaschutzgesetzes zunächst am Strommarkt ohne Steuerungswirkung bleiben und den Einsatz von Strom aus Windenergieanlagen in diesen Sektoren unzureichend unterstützen. Die CO 2-Vermeidung durch den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen wird auch weiterhin vom Strommarkt nicht berücksichtigt. Andere Vermarktungsoptionen, die CO 2-freie 11 BWE (2017): Regionalplanung und Repowering – Planerische Gestaltungsmöglichkeiten, https://www.windenergie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/04-politische-arbeit/04-weiterbetriebrepowering/20170905_leitfaden_repowering_in_der_regionalplanung_web.pdf. 12 BEE (2019): BEE-Konzeptpapier zur CO 2-Bepreisung, https://www.beeev.de/fileadmin/Publikationen/Positionspapiere_Stellungnahmen/BEE/201907_BEE-Konzeptpapier_CO2-Bepreisung.pdf. 7

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