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Corporate Green PPAs - Ökonomische Analyse

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05 Fallbeispiele Nachdem

05 Fallbeispiele Nachdem die Studie in den vorherigen Abschnitten einen schiedliche Netzentgelte anfallen, ist diese Unterscheidung in übergeordneten Analyserahmen für PPAs in Deutschland den zugrunde gelegten Fallbeispielen wichtig. dargelegt hat, werden PPAs im aktuellen Kapitel durch konkrete Fallstudien in der Nahrungsmittel-, Konsumgüter-, Des Weiteren beziehen die vier Unternehmen Strom von unterschiedlichen Erzeugungstechnologien, was wiederum eine Chemie- und Aluminiumindustrie aus Letztverbrauchersicht untersucht. Dabei bildet das Sleeved PPA den Ausgangspunkt der Untersuchung. die Bierbrauerei einen Vertrag mit einem Wind-Onshore-Erzeu- Auswirkung auf das gelieferte Produktionsprofil hat. Während ger geschlossen hat, bezieht der Konsumgüterhersteller Strom Die Fallstudien sollen exemplarisch die Vor- und Nachteile von einem Solarerzeuger. Für das Chemie- und Aluminiumunternehmen analysieren wir zwei unterschiedliche Erzeugungs- eines PPA gegenüber herkömmlicher Strombeschaffung erläutern. Die vier untersuchten Unternehmen sind fiktiv, die Nachfrageprofile stützen sich aber auf empirische Erhebungen ternehmen und Solar PV und Offshore-Wind für den Aluminitechnologien: Solar PV und Onshore-Wind für das Chemieun- sowie Interviews mit verschiedenen Marktakteuren, die im umhersteller. Zuge dieser Studie durchgeführt wurden. Die Abnehmer in den Fallstudien beziehen Strom direkt von Die Fallbeispiele sind in Abbildung 10 genauer beschrieben. Die einem Erzeuger (sogenannte „Corporate PPAs“) und nicht primär über einen Energieversorger oder Direktvermarkter (so- fiktiven Firmen befinden sich an verschiedenen Orten Deutschlands und repräsentieren unterschiedliche Industriebranchen genannte „Utility-PPAs“). Jedoch kann ein Energieversorger sowie deren Strombedarfe und jährliche Volllaststunden. bei einem Corporate-PPA wichtige Dienste als Teil des „sleevings“ übernehmen, wie beispielsweise die Bereitstellung eines Zudem bezieht die Bierbrauerei Strom aus der Mittelspannungsebene, der Konsumgüterhersteller ist an der Umspannung komplementären Profils, welches die fluktuierende Stromerzeugung des Grünstrom-PPA ausgleicht. Die Unterschiede zwi- Hoch-/Mittelspannung angeschlossen, während das Chemieunternehmen und der Aluminiumhersteller an die Hochspannungsebene angeschlossen sind. Da je nach Netzebene unter- genden Infobox näher schen einem Corporate- und einem Utility-PPA sind in der fol- erläutert. Wir vergleichen die Grün- und Graustromkosten von vier Firmen in drei Technologien Wir vergleichen die Grün- und Graustromkosten von vier Firmen Bierbrauerei Chemieunternehmen Konsumgüterhersteller Aluminiumhersteller Standort (Beispiel) Düsseldorf Leipzig Mannheim Hamburg Jährlicher Strombedarf 5 GWh 30 GWh 300 GWh 1.000 GWh Jährliche Volllaststunden 5.333 h 4.258 h 8.000 h 8.500 h Spannungsebene Mittelspannung Mittel-/Hochspannung Hochspannung Hochspannung Erzeugungstechnologie Ausgewählte Fallstudien Solar PV Wind Onshore Wind Offshore AER Template 2018 16 Fallbeispiele Abbildung 10: Fallstudien CONFIDENTIAL: NOT FOR EXTERNAL DISTRIBUTION 4

Corporate- vs. Utility-PPA Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Utility- und Corporate-PPAs. Bei einem Corporate-PPA – welches im Fokus dieser Studie steht – schließen EE-Erzeuger bilateral einen Stromliefervertrag mit einem Großkunden. Bei einem Utility-PPA hingegen schließt der EE-Erzeuger den Vertrag nicht mit einem Großkunden, sondern mit einem Energieversorger oder Direktvermarkter ab. Dieser Utility-Abnehmer verbraucht den Strom nicht selbst, sondern veräußert ihn an Dritte. Für kleinere und mittlere Unternehmen dürfte insbesondere das Utility-PPA in Zukunft eine stärkere Rolle spielen, da diese Unternehmen oftmals nicht über ausreichende Kapazitäten verfügen, um die Komplexität eines PPA selbst zu managen. Plattformen, die u. a. Erzeuger und Abnehmer vernetzen, könnten hier eine wichtige Rolle spielen, um Transaktionskosten und rechtliche Komplexitäten zu reduzieren. Die Fallbeispiele gehen von einem PPA-Festpreisvertrag mit einer Laufzeit von 12 Jahren aus. Zudem liefert der Anlagenbetreiber den Strom „wie erzeugt“. Der Abnehmer ist somit selbst verantwortlich, Strom in ausreichender Menge zu dem von dem PPA gelieferten Strom zuzukaufen, um die jeweilige stündliche Nachfrage zu decken. Dieses „komplementäre Profil“ des Abnehmers errechnet sich aus der Differenz des Erzeugungsprofils der PPA-Anlage (z. B. Onshore-Wind) und dem Nachfrageprofil des Abnehmers. Das komplementäre Profil ist oftmals teurer als der durchschnittliche Großhandelspreis (pro MWh), da Strom in Stunden hoher Preise zugekauft werden muss (in der Regel in Stunden geringer Erzeugung von Wind- und Solarkraft) (Abbildung 11). Gleichzeitig reflektiert diese Vorgehensweise in der Analyse auch die Sicht eines Stromproduzenten, der Nachfragern Strom in Form eines Sleeved PPA anbieten möchte. Wir unterscheiden im Folgenden zwischen den Gesamtkosten des Strombezugs entweder durch einen Graustrom oder PPA – und den Direktkosten. Die Gesamtkosten beinhalten alle Kostenpunkte (Stromkosten, Steuern, Umlagen und Netzentgelte), während die Direktkosten lediglich die direkt anfallenden Kosten betreffen (für Graustrom der Preis des Börsenstroms und für ein PPA die Kosten für den PPA-Festpreis zuzüglich des komplementären Profils, exklusive der Marge). Bezüglich der zukünftigen Höhe des Marktpreises wurde eine Entwicklung der Großhandelspreise analog zum in Kapitel 4 beschriebenen Central-Szenario angenommen. Der durchschnittliche Preis liegt damit in 2021 bis 2030 bei 52 EUR/MWh. Komplementäres Profil gleicht die Differenz zwischen PPA und dem gesamten Strombedarf des Abnehmers aus Strombedarf Onshore-Wind Komplementäres Profil Strompreis Monatliches illustratives Winderzeugungsprofil MW 30 Onshore-Profil korreliert stark mit niedrigen Strompreisen. 25 Dadurch liegt der Onshore- 20 Strompreis im Durchschnitt 15 unter den Grundlastpreisen. EUR/ MWh 120 100 80 60 Illustrativer Strombedarf industrieller Abnehmer MW 10 40 10 5 0 20 0 5 0 1 15 30 1 15 30 Tage Tage 30 25 20 15 AER Template 2018 Illustratives komplementäres Profil MW 30 25 20 15 10 Abbildung 11: Berechnung des komplementären Profils des Abnehmers 5 0 1 15 30 Tage Durchschnittliches komplementäres Profil teurer als Großhandelsstrompreis (pro MWh), da PPA-Strom stark mit niedrigen Strompreisen korreliert. CONFIDENTIAL: NOT FOR EXTERNAL DISTRIBUTION 5 6 Kartellrechtlich sind 15 Jahre als Maximaldauer anzusehen. Die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt, dass 12 Jahre Laufzeit ein oft gangbarer Kompromiss zwischen Abnehmer- und Finanzierungsanforderungen sind. Fallbeispiele 17

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