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Corporate Green PPAs - Ökonomische Analyse

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Fallbeispiel 03 5.3

Fallbeispiel 03 5.3 Chemiefirma in Mannheim Für eine Chemiefirma in Mannheim beträgt der jährliche Strombedarf rund 300 GWh bei 8.000 Volllaststunden. Energieintensive Industrien können sich für eine Reihe von Steuer-, Entgelt und Gebührensenkungen zur Verbesserung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit qualifizieren. Wichtig ist hier die Betrachtung, ob existierende, rechtliche Ausnahmeregelungen die Attraktivität eines PPA-Abschlusses beeinflussen. Zudem können aufgrund von atypischer Netznutzung oder hohen Volllaststunden (wie in diesen Beispielen) die Netzentgelte deutlich niedriger ausfallen als in den ersten beiden Fallbeispielen. Die Gesamtkosten für die Strombeschaffung über Grünund Graustrom sind in Abbildung 16 und 17 gegenübergestellt. Im Gegensatz zu den ersten beiden Fallstudien liegen die Gesamtkosten des Graustroms (61 EUR/MWh) deutlich unter den Kosten eines Solar- bzw. Wind- Onshore-PPA (69 bzw. 70 EUR/MWh). Betrachtet man allerdings lediglich die Direktkosten, so ist das PPA mit 54–55 EUR/MWh günstiger als der Graustrom. Entscheidend bei dieser Rechnung ist jedoch, dass der Abnehmer des PPA-Vertrags keine Strompreiskompensation auf grünen Strom erhält, da diese lediglich bestimmten stromintensiven Industrien als Kompensation für CO 2 -Kosten vorbehalten ist. Da keine CO 2 -Kosten für den grünen Strom anfallen, können somit in der Regel auch keine Kompensationsforderungen gestellt werden. Dies führt dazu, dass für die Chemiefirma aufgrund der Strompreiskompensation der Grau strom insgesamt günstiger ist. Jedoch gibt es hinsichtlich der Strompreiskompensation rechtliche Unsicherheiten (rot gestrichelte Linien in Abbildung 16). So kann womöglich ein PPA, das kleine Mengen Graustrom beinhaltet, Ansprüche auf eine Strompreiskompensation stellen. Dies ist z. B. der Fall, wenn der Abnehmer ein PPA mit dazu passender Ausgleichsenergie (anstelle eines Volumens „wie produziert“ ein Volumen „wie vorhergesagt“) bezieht. Für unsere Berechnung nehmen wir an: der Bezug kleinerer Mengen Graustrom zur Deckung der Ausgleichsenergie, genügt im Regelfall nicht, um dem Abnehmer einen Anspruch auf die Strompreiskompensation für den Grünstrom einzuräumen. Da sehr energieintensive Unternehmen selbst den Stromkauf tätigen, gehen wir davon aus, dass keine Marge für den Stromlieferanten anfällt. Mannheim 22 Fallbeispiele

Fallstudie 3: Kostenverteilung von Energie, Umlagen und Steuern mit/ohne PPA Grauer Stromeinkauf Grüner Stromeinkauf via PPA 12 Jahre, Festpreisvertrag, Lieferung wie produziert 61 58 69 70 13 16 41 39 PPA-Direktkosten (54- 55 EUR/MWh) 15 - 12 0 Rechtliche Unsicherheit bzgl. Strompreiskompensation 15 15 0 0 0 0 Steuern und Umlagen Solar Onshore Wind AER Template 2018 Abbildung 16: Stromkostenverteilung 2022–2033 für Chemiefirma (300 GWh) mit/ohne CONFIDENTIAL: PPA in EUR/MWh NOT FOR EXTERNAL (real 2018)9 DISTRIBUTION Abb. 17 Stromeinkauf PPA-Festpreis Regulierte Umlagen und Steuern Netzentgelt Konzessionsabgabe EEG-Umlage KWKG-Umlage § 19-Umlage Offshore-Netzumlage Umlage für abschaltbare Lasten Strompreissteuer Strompreiskompensation Komplementäres PPA-Profil Steuern, Umlagen & Netzentgelte Unternehmensdetails Fallbeispiel 3 MVV Netze - Hochspannung Befreiung aufgrund Grenzpreisunterschreitung Begrenzt für energieintensive Betriebe – 300 GWh Gesamtverbrauch 1 Letztverbrauchskategorie C (> 100 MWh & Stromkosten > 4 % Umsatz) Letztverbrauchskategorie C (> 100 MWh & Stromkosten > 4 % Umsatz) Privilegierter Letztverbraucherabsatz mit individueller Offshore-Netzumlage Konstant für alle Verbraucher Reduzierter Steuersatz aufgrund von Entlastungsregelungen Stromintensive Industrie Kosten konventioneller Strom (EUR/MWh) 1,1 0,0 1,0 0,3 0,3 0,3 0,07 0,2 - 12,0 Marge des Stromlieferanten Strompreiskompensation Kosten unter PPA (EUR/MWh) 10 1,1 0,0 1,0 0,3 0,3 0,3 0,07 0,2 - 0 3 1) Erste 1 GWh, voll EEG-Umlage, Anteil zwischen 1 und 10 GWh 10 % der Kosten, danach ab 10 GWh 1 % AER Template 2018 Abbildung 17: Aufschlüsselung der Steuern, Umlagen und Netzentgelte – Chemiefirma 11 9 Durch Rundungen kann es zu Abweichungen zwischen Gesamtsummen und Summe der Einzelposten kommen. Fallbeispiele 23

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