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Corporate Green PPAs - Ökonomische Analyse

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5.5

5.5 Analyse der Fallbeispiele: Zusammenfassung Blickt man auf die Gesamtkosten der Strombeschaffung – Stromeinkauf, Steuern, Umlagen, Netzentgelte und Strompreis- kompensation – ergibt sich je nach Nachfrager ein unterschiedliches Bild. Aufkommen von Abgaben, Umlagen, Steuern und Kompensationen bei Grau- und Grünstrom Brauerei Konsumgüter Chemie Aluminium Strommenge 5 GWh 30 GWh 300 GWh 1.00 GWh Netzentgelt 19,3 34,9 1,1 1,1 Konzessionsabgabe 1,1 1,1 0,0 0,0 EEG-Umlage 18,9 4,7 1,0 0,8 KWKG-Umlage 0,7 0,4 0,3 0,3 § 19-Umlage 0,9 0,4 0,3 0,3 Offshore-Netzumlage 1,1 0,4 0,3 0,3 Umlage für abschaltbare Lasten 0,07 0,07 0,07 0,07 Strompreissteuer 15,4 15,4 0,2 0,2 Strompreiskompensation - - - 12,2 bzw. 0 -12,2 bzw. 0 AER Template 2018 Die Analyse zeigt, dass im direkten Vergleich zwischen einem Graustrom- und einem alternativen Grünstromeinkauf via PPA die jeweilige Höhe von Abgaben, Umlagen und Steuern aus Sicht der Nachfrager gleich ist. Von dem derzeitigen Abgabensystem (u. a. Netzentgelte, Konzessionsabgaben, EEG-Umlage oder KWKG-Umlage) geht mit Blick auf PPAs keine ökologische Lenkungswirkung aus. Auch bei Bezug von Grünstrom sind diese in voller Höhe zu entrichten. Lediglich bei der Strompreiskompensation gibt es erhebliche Unterschiede, da davon ausgegangen wird, dass für grüne Stromeinkaufsmengen im Regelfall keine Kompensation gewährt wird. Aus Sicht der energieintensiven Industrie ist dies ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung über den zukünftigen Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien. CONFIDENTIAL: NOT FOR EXTERNAL DISTRIBUTION 14 Betrachtet man das Aufkommen von Abgaben und Umlagen zwischen den in der Analyse gewählten Verbrauchsgruppen, wird deutlich, dass ihre Höhe erheblich schwankt. Zu nennen sind hier insbesondere die Netzentgelte wie auch die EEG-Umlage, die bei kleineren Stromverbrauchern wesentlich höher ausfallen als bei den hier untersuchten Beispielen aus der energieintensiven Industrie. In der energieintensiven Industrie steht und fällt die Attraktivität aus Sicht eines Abnehmers mit der Gewährung der Strompreiskompensation. 26 Fallbeispiele

Fallbeispiele konkret Die ersten beiden Fallbeispiele zeigen dennoch, dass die Potenziale von PPAs bereits heute für Unternehmen mit einem mittleren Stromverbrauch attraktiv sein können. Für die Brauerei und Konsumgüterhersteller kann ein PPA bereits jetzt insgesamt günstiger sein als der Bezug von Graustrom über den Großhandelsmarkt. Für die energieintensive Chemiefirma und den energieintensiven Aluminiumhersteller zeigt sich hingegen ein anderes Bild: hier liegen die Kosten eines PPA mehr als 10 Prozent über den Graustromkosten, da im Rahmen eines PPA keine Strompreiskompensation geltend gemacht werden kann. Die Strompreiskompensation erstattet energie intensiven Unternehmen einen Teil der indirekten CO 2 - Kosten, die über den europäischen Emissionshandel anfallen. Ein Liefervertrag, in Form eines gemischten PPA mit kleinen Mengen Graustrom als Ausgleichsenergie, könnte daher Abnehmern eines Corporate Green PPA einen Anspruch auf Zahlung der Strompreiskompensation einräumen. Dieser Punkt ist jedoch in der bestehenden Rechtslage unklar. Analysiert man lediglich den PPA-Festpreis, ist zu beobachten, dass der Strom aus einem PPA grundsätzlich günstiger bezogen werden kann als über den Großhandelsmarkt. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der Abnehmer – wie bereits in Kapitel 4 erläutert – ein Erzeugungsprofil mit einem geringeren Marktwert bezieht. Auch wenn die Kosten für das „komplementäre Profil“ auf den Preis des PPA addiert werden, ergeben sich insgesamt niedrigere Kosten für den gesamten Strombezug. Denn der Abnehmer trägt das Risiko, dass die Börsenstrompreise unter die PPA-Festpreise sinken und er somit einen höheren Strompreis als die Konkurrenz zahlt. Jedoch sichert sich der Abnehmer gegen zukünftige, unerwartete Strompreissteigerungen ab, was wiederum einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bedeuten kann, sollten die Marktpreise deutlich über die PPA-Festpreise steigen. Hamburg Düsseldorf Leipzig Mannheim Fallbeispiele 27

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