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dena Abschlussbericht_Urbane Energiewende

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Gebäudetypologisch wird

Gebäudetypologisch wird die urbane Wärmenachfrage stark von Bestandsgebäuden bestimmt. Es handelt sich zum größeren Teil um Mehrfamilienwohngebäude (3–6, 7–12, > 13 Wohneinheiten) und Nichtwohngebäude (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen). In den 30 einwohnerreichsten Städten Deutschlands liegen beispielsweise 60 Prozent der Wohnungen in großen Mehrfamilienhäusern (> 7 Wohneinheiten). Des Weiteren sind rund 75 Prozent der gesamten Wohnungen in diesen Städten vor dem Jahr 1979 errichtet worden. 32 Dies deutet bei Berücksichtigung der Sanierungsraten darauf hin, dass der überwiegende Teil der Bestandsbauten nicht den heutigen energetischen Standards entspricht. Aktuelle Wärmeversorgungsentwicklung in Städten am Beispiel Berlin Zur Darstellung des Status quo Wärme im urbanen Raum wird exemplarisch der Berliner Wärmeversorgungsmix verwendet. Folgende Aspekte sind zum heutigen Stand zu beobachten: ■ ■ Momentan kaum erneuerbare Wärme in gebäudeintegrierten Anwendungen (ca. 1 Prozent) Momentan noch überwiegend Heizen mit Gas- und Ölheizungen (ca. 70 Prozent) In der für die Erreichung der Klimaziele erforderlichen Entwicklung bis zum Jahr 2050 wird das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) herangezogen (vgl. Abbildung 1). 33 Im Jahr 2012 wurden in Berlin kaum erneuerbare Energien zur Bereitstellung von Wärme eingesetzt. Hingegen nahmen Erdgas und Erdöl bei der Versorgung eine bedeutende Rolle ein, wobei Heizöl gemäß der Zielerreichung des BEK im Jahr 2030 sehr stark reduziert sein muss und 2050 nicht mehr zum Einsatz kommen sollte. Auch Erdgas ist in der gebäudeintergierten Nutzung in 2030 und 2050 auf 68 bzw. 10 Prozent des heutigen Verbrauchs zu reduzieren, um die Klimaziele zu erreichen. Weiter zeigt die Berechnung grundsätzlich eine Reduzierung des Endenergiebedarfs sowie eine weiter steigende Relevanz der Versorgung mittels Fernwärme (KWK, PtH, Biomasse, Großwärmepumpen). Daneben gewinnen auch Anwendungen, welche auf elektrischer Energie basieren, an Relevanz. Die gebäudeintegrierte Wärmeversorgung mittels Solarthermie nimmt auch im Jahr 2050 mit rund 4 Prozent eine untergeordnete Rolle ein. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass das Verhältnis von kleinen Dach-/Bodenflächen für die Energieerzeugung zum hohen Wärmebedarf pro Quadratmeter im städtischen Raum ungünstig ist. Gründe für den vergleichsweise geringen Anteil der Biomasse von ca. 3 Prozent sind in den Nutzungskonkurrenzen, den Feinstaub- und NOx-Problematiken sowie dem erschwerten Transport des Energieträgers in die städtischen Bereiche Endenergieträger-Wärme zu sehen. am Beispiel Berlin 200 150 PJ/a 100 50 0 2012 2020 2030 2040 2050 Wärme Öl Wärme Gas Wärme Strom Wärme WP Wärme BM Wärme FW Wärme ST Abbildung 6: Endenergieträger Wärme am Beispiel Berlin, Quelle: Hirschl & Fritz Reusswig, 2019 32 Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2011. 46 – Teil A 33 Hirschl, et al., 2015.

4.2 Status quo und Entwicklung der Wärmeversorgung in urbanen Räumen Als Teil ihrer ambitionierten Energieeffizienzziele hat die Bundesregierung beschlossen, den Wärmebedarf von Gebäuden bis 2020 um 20 Prozent zu senken. 34 Bis 2050 soll der Primärenergiebedarf um 80 Prozent reduziert werden, der Gebäudebestand soll dann nahezu klimaneu tral sein. 35 Dafür ist es unabdingbar, die energetische Gebäudesanierungsrate von derzeit etwa ein auf mindestens zwei Prozent zu verdoppeln. Dies stellt vor allem den urbanen Raum mit seinem hohen Anteil an vermieteten Gebäuden vor große Herausforderungen. Die energetische Sanierung des Bestands bleibt dennoch weiterhin ein wichtiges Ziel im Gebäudebereich, wie auch das Beispiel der Entwicklung der Berliner Wärmeversorgung zeigt. Auch zeigen einige der in Teil B beschriebenen Ansätze und Konzepte für eine CO 2 -arme und langfristig klimaneutrale Wärmeversorgung, dass diese nachfrageseitig auf Bedarfssenkungen angewiesen sind. Allerdings werden im Rahmen des Projekts nicht explizit Ansätze und Konzepte zur Gebäudesanierung vorgestellt, da der Fokus auf der Integration klimaneutraler Wärme in den Versorgungsansätzen liegt. Biomasse, Geo- und Solarthermie. Weitere 6,5 Prozent der eingespeisten Wärme basieren auf der ressourcenschonenden Nutzung von Abwärme, 8 Prozent auf der Verbrennung von nicht biogenem Abfall. 38 Rund 29 Prozent der über Wärmenetze bereitgestellten Wärme stammen somit bereits heute aus klimaneutralen Potenzialen (erneuerbaren Energien und Abwärme). 39 Fernwärmeerzeuger und Wärmenetze befinden sich in einem Transformationsprozess hin zu einer CO 2 -armen und langfristig klimaneutralen Versorgung. Elementar ist hierbei der Primärenergieträger¬wechsel von Kohle zu Gas bei KWK-Anlagen, welcher nach den Empfehlungen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (Kohlekommission) spätestens im Jahr 2038 abgeschlossen sein soll. 40 Mit Bezug auf die Klimaziele erscheinen zudem die Nachverdichtung von Wärmenetzen und die damit einhergehende Ablösung von Erdölkesseln auf Gebäudeebene als ein weiterer Schritt. Im Rahmen des Klimapakets wird die Bundesregierung eine Die Wärmeversorgung im urbanen Raum wird im Rahmen des Projekts auf der Angebotsseite in die folgenden zwei übergeordneten Versorgungsansätze unterteilt: 1. Wärmeversorgung über Wärmenetze (Fern- und Nahwärmenetze) 36 2. Gebäudeintegrierte Wärmeversorgung 1. Wärmeversorgung über Wärmenetze Die Wärmeversorgung über Wärmenetze ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende in urbanen Räumen. Insbesondere die Möglichkeit zur effizienten Einbindung CO 2 -armer und langfristig klimaneutraler Wärmequellen in Versorgungskonzepte hochverdichteter Ballungsräume stellt einen wesentlichen Vorteil von Wärmenetzen dar. Momentan beträgt der Anteil an netzgebundener Wärme am Gebäudewärmebedarf (Endenergie) in Deutschland ca. 10 Prozent. Die Fernwärmebereitstellung erfolgt dabei zum überwiegenden Teil in effizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen), wobei Erdgas hier der klar dominierende Energieträger ist, gefolgt von Steinkohle. 37 Rund 15 Prozent der in Wärmenetze eingespeisten Wärmemenge stammen aus erneuerbaren Energien wie 34 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, 2010. 35 Ebd. 36 Wird die thermische Energie in einem wärmegedämmten Rohrsystem (als Frei- oder Erdleitung) vom Erzeuger zum Verbraucher transportiert, spricht man bei längeren Distanzen und der Versorgung ganzer Städte bzw. Stadtteile von Fernwärme und bei Leitungssystemen für einzelne Gebäude, Gebäudeteile oder Wohnsiedlungen in unmittelbarer Umgebung von Nahwärme, IHK-Hessen. Faktenblatt Nah-/Fernwärme-Ratgeber Wärme in Hessen 2014. 37 AGFW – Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK , 2018. 38 Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., 2019. 39 Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., 2019. 40 Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, 2019. Teil A – 47

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