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Fact Sheet - Genehmigungsstau bei Windenergie und deren Auswirkungen auf 2020

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Von Energy-Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy

Fact Sheet - Genehmigungsstau bei Windenergie und deren Auswirkungen auf

FACT SHEET: GENEHMIGUNGSSTAU BEI WINDENERGIE FÜHRT 2020 ZU ERHÖHTEM STROMPREIS UND 10 Mt ZUSÄTZLICHEM CO2-AUSSTOSS Derzeit sind rund 11 Gigawatt Windenergieanlagen an Land im Genehmigungsstau (1). Diese Anlagen könnten jährlich rund 26 TWh Strom produzieren i . Dabei würden sie im Jahr 2020 10,2 Megatonnen CO 2 einsparen – indem sie 5,42 TWh Strom aus Braunkohle, 4,29 TWh aus Steinkohle und 2,87 TWh aus Erdgas und Öl substituieren ii . Bei Emissionen von zuletzt 273 Mt CO 2 in der Stromerzeugung (2) entspricht das 3,7 %. Etwa 13 TWh Strom würden zusätzlich exportiert, in den europäischen Nachbarländern andere Stromerzeugung substituieren und auch dort CO 2-Emissionen senken. Folgende Tabelle zeigt, welchen Einfluss der zusätzliche Windstrom auf den Einsatz und die Emissionen zentraler Kraftwerkstechnologien im Jahr 2020 gehabt hätte: Veränderung Stromerzeugung Veränderung Brennstoffeinsatz Emissionsfaktor Veränderung CO 2-Emissionen TWh el TWh th t CO 2 / MWh Mio. t CO 2 Braunkohle -5,42 -13,6 0,39 -5,3 Steinkohle -4,29 -10,7 0,34 -3,6 Erdgas -2,83 -6,0 0,20 -1,2 Erdöl -0,04 -0,1 0,27 -0,0 Windstrom 26,02 0,0 Inlandsbilanz 13,4 -30,4 -10,2 Für den Strompreis hat der Genehmigungsstau ebenfalls Folgen: Der Großhandelspreis steigt um 1,96 EUR/MWh und erhöht damit die Kosten der Stromversorgung deutlich. Grund dafür ist der Merit- Order-Effekt erneuerbarer Energien, der in einer stundenscharfen Strompreismodellierung für dieses Fact Sheet untersucht wurde. Zum Vergleich: In einer früheren Untersuchung wurde der erwartete Preisanstieg durch den Kohleausstieg auf 2,50 – 3,00 EUR/MWh (4) berechnet. Der durch den Genehmigungsstau fehlende Windstrom könnte diesen künftigen Preisanstieg zum Großteil bereits heute nachhaltig kompensieren. Der Einfluss des Genehmigungsstaus auf die die Höhe der EEG-Umlage ist hingegen umstritten. Einerseits erhöht er die EEG-Umlage, indem er den Wettbewerb bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für EEG-geförderte Windkraftprojekte massiv stört. Infolge des Staus erhalten in der Auktion auch Projekte mit einem höheren Fördersatz den Zuschlag, was über die gesamte Förderdauer von 20 Jahren zu einem höheren Fördersatz führt. Andererseits senkt der Genehmigungsstau die EEG-Umlage über zwei weitere Mechanismen. Zunächst erspart er die Förderung der nicht gebauten 11 Gigawatt. Darüber hinaus führt der oben beschriebene um knapp 2 EUR/MWh erhöhte Großhandelspreis wiederum zu einer Senkung der EEG-Umlage iii . Welcher der insgesamt drei vorgenannten Effekte in gegenseitiger Wechselwirkung wie hoch ist, lässt sich nicht zweifelsfrei berechnen iv . Die EEG-Umlage betrifft – anders als der Großhandelsstrompreis – nur umlagepflichtige Stromverbraucher, etwa Haushalte und nicht von der EEG-Umlage befreite Betriebe. 11 GW Wind im Genehmigungsstau führen zu + 10 Mio. t CO2, und + 2 EUR/MWh Strompreis Fact Sheet im Auftrag von Greenpeace Energy (Dezember 2019)

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