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Jahrbuch Windenergie 2010 - BWE Marktübersicht

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20. Auflage der BWE Marktübersicht

_ Markt und Technik

_ Markt und Technik Neuseeland: Exzellenter Standort Einen Rückschlag erlebte Ende 2009 auch Neuseelands Windbranche. Das “Project Hayes”, ein 630-MW-Windpark in der Region Otago, wird Marktentwicklung 2008-2014 nicht genehmigt. Das Prestigeprojekt sollte Jährliche/akkumulierte installierte Kapazität in nach MWPlänen des Investors Meridian mit 176 Mit 105 m Nabenhöhe die Größten der USA: Vestas V90 Turbinen im Snyder Windpark, Texas WEA Strom für 280.000 Haushalte liefern. Doch der Umweltgerichtshof entschied nach einer Klage von Anwohnern dagegen. Das rückt nicht Weltweite Neuinstallation und gesamte Windkapazität in MW nur die Milliardeninvestition in weite Ferne. Auch der weitere Ausbau der Windkapazitäten 70.000 400.000 in dem äußerst windreichen Inselstaat liegt im Argen. Studien zeigen, dass Neuseeland seinen Strombedarf mit Windstrom dreifach decken könnte. Siemens Chef Peter Löscher lobte das 350.000 60.000 Land jüngst als exzellenten Standort, an dem sich Windenergie auch ohne Staatshilfe lohne. 300.000 Doch Ende 2009 deckten neun Windparks mit 50.000 492,8 MW Gesamtleistung erst drei Prozent 20.800 250.000 des Strombedarfs. Und es steht nach dem Gerichtsentscheid in den Sternen, ob die ohnehin 18.350 40.000 16.500 200.000 moderate Wachstumsprognose der New Zealand 30.000 15.030 Wind Energy Association von 3.000 MW bis 2025 19.325 13.270 150.000 eintritt. 20.000 8.711 9.171 12.250 8.590 10.025 11.950 14.350 16.290 17.470 Afrika: Im Aufbruch 10.000 12.850 14.360 14.840 50.000 9.476 8.673 9.780 Denn weltweit warten gigantische Windpotenziale 0 0 darauf, erschlossen zu werden. Und viele 2008 2009 2010 2011 2013 2013 2014 Länder werben nachdrücklich um Windinvestoren. USA Europa Asien/Pazifik Rest der Welt Welt gesamt, akkumuliert So kündigte Ägyptens Energieminister Hassan Younis im Sommer 2009 an, sein Land Quelle: MAKE Consulting 2009 werde 1,5 Millionen Morgen (7.800 km 2 ) aus staatlichem Besitz für Windparks bereitstellen - kostenlos. Der Nilstaat möchte bis 2020 Prozent aller CDM-Projekte in China registriert, die fast die Hälfte aller CO 2 -Gutschriften auf sich vereinen. Den betroffenen Windprojekten dürften nach dem Wegfall der Gutschriften knapp ein Fünftel der Mittel zu ihrer Finanzierung fehlen. „Die Unterstützung für Windprojekte in China, Indien und anderen Ländern ist eine Erfolgsgeschichte des CDM”, sagt Sawyer. Um so unverständlicher sei es, dass der UNFCCC nun in derart nebulöser Manier Windprojekte abweise. „Wenn die Planer nicht mehr wissen, woran sie sind, kann das zu einem ernsten Problem für den CDM und für alle Projekte im Bereich Erneuerbare Energien werden”, befürchtet er. ein Fünftel seines Strombedarfs mit regenerativer Energie decken. Laut Younis sollen auf den angebotenen Flächen Windparks mit bis zu 30 GW Gesamtleistung entstehen. Gerade am Golf von Suez, am Nil und im Sinai bieten durchschnittliche Windgeschwindigkeiten um 10 m/s Idealbedingungen für Windparks. Neben den Ägyptern realisieren auch andere afrikanische Länder, welches Energiepotenzial ständig über sie hinweg weht. Während die “Ernte” im Norden und Süden des Kontinents beginnt, bereiten Kollegen in Nigeria, Tansania oder Uganda erst den Boden. Dort werden derzeit exakte Windkarten erstellt. 100.000 40 BWE-Marktübersicht 2010

_ Markt und Technik Foto: Julie Platne (rechts), Paul Langrock (links) Windpark Wolfe Island, bei Kingston in Ontario Australien: Neuer Hot-Spot des Windes Über dieses Stadium ist Australien schon hinaus. Der Kontinent entwickelt sich zu einem Hot-Spots der Windbranche. Jüngst nahm Infigen Energy einen 140 MW-Windpark in Betrieb, der eine riesige Meerwasserentsalzungsanlage in Sydney versorgen und zusätzlich Windstrom ins Netz einspeisen wird. Allein dieses Unternehmen hat 13 weitere Windparks mit 1.650 MW Gesamtleistung in der Pipeline. Nach 600 MW Zuwachs waren in Australien Ende 2009 rund 2 GW Leistung installiert. Marktprognosen sagen voraus, dass es bis 2011 über 11 GW sein werden. Weil Australien nur einer von vielen Windmärkten mit so steilen Wachstumskurven ist, geht inzwischen auch die Internationale Energie Agentur (IEA) davon aus, dass Windenergie eine Schlüsseltechnologie im Kampf gegen die Klimawandel wird. Ihr World Energy Outlook 2009 prognostiziert, dass die globale Kapazität bis 2030 von aktuell 150 auf 1.100 GW schnellen wird. Damit ähnelt die IEA Prognose einem GWEC Szenario mit moderatem Marktwachstum. Alternativ hat der Council 2009 ein ehrgeiziges Szenario vorgelegt, in dem 1.000 GW schon 2020 früher erreicht werden. Bis 2030 könnte der globale Windmarkt demnach auf bis zu 2.300 GW steigen. Windstrom würde dann über 30 Milliarden Tonnen CO 2 vermeiden. Indien: Bei der Förderung nachgelegt Jüngste Nachrichten aus Indien, Brasilien und Kanada nähren die Hoffnung, dass der GWEC richtig liegt. Indien erlebte einen Schub von 9.645 MW auf rund 11.000 MW. Doch das reicht Indiens Minister für Neue und Erneuerbare Energien, Farooq Abdullah, noch lange nicht. „Dank der gestiegenen Effizienz können wir trotz moderater Windverhältnisse weit größere Potenziale als die bisher geschätzen 45 GW erschließen”, erklärte er Mitte November in Neu Delhi bei der Vorstellung eines neuen Förderpaketes für Windstrom. Steuererleichterungen, beschleunigte Abschreibungen und weitere Anreize sollen mehr Investitionen anstoßen und den Ausbau der Windenergie kurzfristig um 4.000 MW steigern. „Wir wollen die Bremsen lösen”, so der Minister. Indien wolle die Windenergie auf ein neues Niveau heben. Brasilien und Kanada mischen mit Auch ein bisher noch schlafender Windriese hat 2009 die Weichen zum Aufbruch gestellt: Brasilien. Nach schleichenden Zuwächsen auf 341 MW bis Ende 2008 stieg die installierte Leistung letztes Jahr um 80 Prozent. Und im Dezember vergab die Regierung Lizenzen für Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 1.800 MW in fünf Regionen. Im Vorfeld dieser Entscheidung setze ein wahrer Run von Investoren auf das windreiche Land ein. Innerhalb weniger Wochen kündigten Siemens, Alstom und General Electric den Bau neuer Fabriken an, die Windenergieanlagen bauen sollen. Enercon ist bereits mit eigenen Werken vor Ort. Hintergrund: günstige staatliche Mittel zum Bau von Windparks gewährt Brasilien nur, wenn mindestens 60 Prozent davon vor Ort produziert werden. Ähnliche Vorkehrungen hat Kanada getroffen, ehe der Windboom dort 2009 richtig einsetzte. Mit 880 MW ging mehr Windleistung in Betrieb, BWE-Marktübersicht 2010 41

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