Aufrufe
vor 3 Jahren

Rotmilan und Windenergie - Ein Scheinproblem

  • Text
  • Rotmilan
  • Zahl
  • Windenergie
  • Windenergieanlagen
  • Deutschland
  • Rotmilane
  • Auswirkungen
  • Brandenburg
  • Rotmilans
  • Vogelarten
  • Scheinproblem
Der Rotmilan wird als durch Windenergie besonders stark betroffene Vogelart eingestuft. Als Ursache wird fehlendes Ausweichverhalten gegenüber Windenergieanlagen und als Folge häufige Kollisionen mit den drehenden Rotorblättern enannt. Die Auswirkungen auf die Bestände seien kritisch, weil der Rotmilan zum einen nur ein auf wenige Länder begrenztes Verbreitungsgebiet verfügt, in denen zudem ein starker Ausbau der Windenergie stattfindet. Zum anderen seien die Bestände verhältnismässig gering und in Abnahme begriffen. Erschwerend käme das Fehlen ausgleichender Faktoren für die zusätzlichen Verluste hinzu, so dass die negativen Auswirkungen der Windenergie auf die Bestände erheblich seien.

Auswirkungen der

Auswirkungen der Windenergie auf den Rotmilan 4. Schlussfolgerungen Der Rotmilan wird im Zusammenhang mit Windenergie als stark betroffene Vogelart dargestellt und deshalb als windkraftsensibel eingestuft. Abgeleitet wird das erhöhte Tötungsrisiko für den Rotmilan durch Windenergieanlagen im Wesentlichen aus den Erhebungen des Landesumweltamtes Brandenburg, der zentralen Fundkartei für Anflugopfer an Windenergieanlagen. Aufgrund der geringen Zahl der Funde in der zentralen Fundkartei für Anflugopfer ist sie für sich alleine genommen nicht geeignet, ein erhöhtes Tötungsrisiko für den Rotmilan nachzuweisen. Sie gibt bestenfalls einen ersten Hinweis darauf, der einer Überprüfung bedarf. Ein grundlegender Widerspruch besteht in der Tatsache, dass ausgerechnet die als besonders windkraftsensibel eingestuften und ursprünglich stark bedrohten Vogelarten Rotmilan, Uhu, Seeadler, Schwarzstorch und Wanderfalke aus der bundesweiten Liste und Vorwarnliste bedrohter Vögel gestrichen wurden. Hintergrund sind anhaltende Bestandszuwächse und eine zunehmende Ausdehnung der Brutgebiete. Der Bestand des Rotmilans in Deutschland ist in den vergangenen 15 Jahren um 40 % angestiegen, parallel zum Bau von 26‘000 Windenergieanlagen. Das Kernbrutgebiet der Art hat sich drastisch von Nordosten ausgehend nach Süddeutschland und darüber hinaus in die Schweiz vergrössert. Die Zunahme des Bestandes und des Kernbrutareals in Deutschland kann nicht nur über eine Zählung der Brutpaare nachgewiesen werden, sondern auch durch die langjährige und in den letzten Jahren sogar explosionsartige Zunahme der Zahl ziehender Rotmilane an der inzwischen für die Art bedeutendsten Beobachtungsstation an der Schweizer Südwestgrenze. Die in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt verzeichneten Bestandsrückgänge nach der deutschen Wiedervereinigung sind Folge des grossflächigen Verlusts und Intensivierung von Dauergrünland und Stilllegungsflächen und damit von geeigneten Flächen für die Nahrungsbeschaffung. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Feldvogelarten, die vom Umbruch in der Landwirtschaft stärker als andere Vogelgruppen betroffen sind, kann der Rotmilan sich dem damit einhergehenden stark negativen Bestandstrend nicht nur entziehen, sondern ihn sogar umkehren. Der Grund dafür sind zurückgehende Lebensrisiken und damit der Verluste, so dass der Rotmilan verlorene Lebensräume erfolgreich wiederbesiedeln kann. Verluste durch Windenergie für den Rotmilan belaufen sich auf eine Grössenordnung von unter 1 % der Gesamtverluste. Sie sind nicht nur gering im Vergleich zu anderen Todesursachen, sondern eine vernachlässigbare Grösse für die Bestandsentwicklung, weil – populationswirksame - Hauptursachen für Verluste rückläufig sind. Insbesondere die Stromnetzwende - der vogelfreundliche Umbau des Stromnetzes – führt zu einem starken und andauernden Rückgang unfallbedingter Verluste bei Greifvögeln und andere „windkraftsensiblen“ Vogelarten, der zusätzlich auftretende durch Windenergie bei weitem überwiegt. Im Falle der besonders gut dokumentierten Todesursachen des Weissstorchs beträgt das Verlustverhältnis Stromleitungen zu Windenergie ca. 100:1. Der ungewöhnlich hohe Anstieg der Zahl ziehender Rotmilane an der Schweizer Südwestgrenze und neueste Ergebnisse von Brutpaarzählungen in Deutschland weisen darauf hin, dass die Entschärfung gefährlicher Strommasten eine zunehmend hohe Wirkung entfaltet. 20

Auswirkungen der Windenergie auf den Rotmilan Der Rückgang der Funde von Rotmilanen unter Windenergieanlagen kann mit fortschreitender evolutionärer Anpassung erklärt werden. Eine zunehmende Perfektionierung des Ausweichverhaltens führt zu einer Verminderung des Kollisionsrisikos und damit dem Ausbleiben kumulativer Effekte trotz wachsendem Windenergieausbau. Die fehlende Meideverhalten und damit die Annäherung an Windenergieanlagen bis auf ungefährliche Distanzen ist von grossem Vorteil für die Bestände des Rotmilan, weil sein Lebensraum auch nach Errichtung von Windenergieanlagen ohne nennenswerte Einschränkungen erhalten bleibt. Aus diesen Gründen und nicht zuletzt wegen der Möglichkeit populationswirksamer Kompensations-massnahmen, wie z.B. einer Erhöhung des Nahrungsangebots durch geeignete Ausgleichsflächen mit dem Ziel der Steigerung des Bruterfolgs, ist der Rotmilan mit Windenergie kompatibel. Mindestabstände zwischen Windenergieanlagen und Rotmilanhorsten haben weder einen nennenswerten Einfluss auf die Bestände noch sind sie wegen der hohen Fluktuation von Brutplätzen sinnvoll. In aufeinanderfolgenden Jahren kommt es bei 75 % der Brutreviere zu einem Wechsel des Brutplatzes, der sich teils innerhalb des Brutwaldes vollziehen kann, sich teils aber auch auf andere Wälder über grössere Entfernungen hinweg ausdehnt. Insbesondere Mindestabstände von über 500 m stellen eine erhebliche Einschränkung für den Ausbau der Windenergie dar, ohne nennenswert zum Schutz des Rotmilans beizutragen. Der Spitzenplatz des Rotmilans in der zentralen Fundkartei der Vogelwarte Brandenburg ist nicht Folge einer hohen Kollisionsgefährdung. Er ergibt sich aus der Tatsache, dass von fast allen Vogelarten nur eine verschwindend geringe Zahl von Fundmeldungen vorliegt. Selbst von den drei häufigsten Vogelarten in Deutschland, deren jährliche Verluste zusammen 100 Millionen übersteigen, werden nur vereinzelt Funde unter Windenergieanlagen registriert, trotz langjährigem Beobachtungszeitraum und zahlreichen Umweltfolgeuntersuchungen, mit dem Ziel, Windkraftopfer zu finden. 21

Hier finden Sie Fachpublikationen und Unternehmensbroschüren

Die Energie der Zukunft - Fortschrittsbericht
BWE Infopapier Windenergie und Insekten
Studie: Netzoptimierung und Erneuerbare
BWE Jahrbuch 2019 (Leseprobe)
Experimentierklausel für verbesserte Rahmenbedingungen bei der Sektorenkopplung
Stellungnahme des BWE zum Energiesammelgesetz
WWF Studie: Regionale Auswirkungen des Windenergieausbaus auf die Vogelwelt.
WWF Studie: Regionalisierung der erneuerbaren Stromerzeugung
eqJOURNAL 9-2018
BWE Branchenreport - Windindustrie in Deutschland 2018
BWE Industry Report - Wind Industry in Germany 2018
BWE Branchenreport - Windindustrie in Deutschland 2017
Patent Review 01/18
Patent Review 03/2017
Studie: Netzoptimierung und Erneuerbare
Experimentierklausel für verbesserte Rahmenbedingungen bei der Sektorenkopplung
Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2018
WWF Studie: Regionale Auswirkungen des Windenergieausbaus auf die Vogelwelt.
WWF Studie: Regionalisierung der erneuerbaren Stromerzeugung
Perspektiven für den Weiterbetrieb von WEA nach 2020
Studien Zusammenfassung: Direkte Vermarktung von Windstrom und anderen EE Strom im B2B-BereichMarktentwicklungsmodell_(MEM)
Studie: Direkte Vermarktung von Windstrom und anderen EE Strom im B2B-Bereich
Erneuerbare Gase ‐ ein Systemupdate der Energiewende
Erneuerbare Gase ‐ ein Systemupdate der Energiewende - Studienvorstellung
Ausschreibungen Wind an Land - Wissenswertes fuer Behoerden
Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien
Windenergie Report Deutschland 2016
FA Wind - Hintergrundpapier Guetesiegel
Kalte Dunkelflaute - Robustheit des Stromsystems bei Extremwetter
Kurzanalyse der ersten Windenergie Ausschreibungsrunde
Energiewende 2030 - The Big Picture
Strom 2030 - Langfristige Trends - Aufgaben für die kommenden Jahre
Agora Energiewende - Cost-of-Renewabel Energies
Weiterbetrieb von WEA nach 2020
UBA Studie: Mögliche gesundheitliche Effekte von WEA
Windenergie und seismologische Belange - Hintergrundpapier
Impulspapier-Strom 2030
Branchenstudie Windenergie
Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit im Energiesystem
Systemdienstleistung 2030 - Factsheet
Black Swans (Risiken) in der Energiewende
Studie zur Konventionellen Mindesterzeugung
Akzeptanz von Technik und Technologie – (finanzielle) Beteiligung an „Erneuerbare Energie-Projekten“
Windenergieanlagen und Erdbebenmessstationen
Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland
Studie Beschleunigungs- und Kostensenkungspotenziale bei HGÜ-Offshore-Netzanbindungsprojekten_Kurzfassung
Mehr Abstand - mehr Akzeptanz? Ein umweltpsychologischer Studienvergleich
Sektorkopplung durch Energiewende
Bericht - Tieffrequente Geräusche und Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen
Flyer zu den Häufigsten Fragen zu Windenergie und Schall bzw. Infraschall
Windstrom als Alternative zu Hinkley Point C - Ein Kostenvergleich
Rotmilan und Windenergie - Ein Scheinproblem
Kostensituation der Windenergie an Land in Deutschland update
Vermeidungsmaßnahmen bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen
2. BWE Umfrage Windenergie und Flugsicherung
Akteursstrukturen von Windenergieprojekten in Deutschland
Kostensituation der Windenergie an Land
Kostensituation der Windenergie an Land - Internationaler Vergleich
BWE-Factsheet - Offshore Status 2018
BWE-Factsheet - Onshore Status 2018
Status des Windenergieausbaus an Land 1. Halbjahr 2017
Akzeptanz von Technik und Technologie – (finanzielle) Beteiligung an „Erneuerbare Energie-Projekten“
Windenergie an Land Marktanalyse Deutschland 1,Halbjahr 2016
Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland
Analyse der Ausbausituation der Windenergie an Land - Fruehjahr 2016
Global Status Report 2016 - Key Findings
EEG Umlage 2016 - Fakten und Hintergruende
Strompreis der Haushalte
Die Energie der Zukunft
Analyse der Ausbausituation der Windenergie an Land - Herbst 2015
Umfrage zur Akzeptanz der Windenergie an Land, Fruehjahr 2016
Windenergie Report Deutschland 2016
Energiewende Survey
Stellungnahme des BWE zum Energiesammelgesetz
EE-Rundbrief 04-18
Die Anwendung der neuen LAI-Hinweise in der Rechtsprechung und in den Bundesländern
BWE Handreichung (aktualisiert): Praxistips für Ausschreibung für Windenergie an Land
Rundbrief Windenergie und Recht 1/2017
Rundbrief Windenergie und Recht 3/2016
Artikelgesetz 767-16 EEG und KWK
Artikelgesetz 767-16 EEG und KWK - Bewertung
Synopse EEG 2017
Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten, UVP und UVP-Vorprüfung, Präklusion
Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Windenergieerlasse der Länder
Rundbrief Windenergie und Recht 2/2016
Rundbrief Windenergie und Recht 1/2016
Grundstückswert in Windparknähe - Der-Immobilienbrief-Nr-321
Kleine Anfrage - Wertminderung bei Immobilien durch Windenergieanlagen
Rechtsgutachten: Abstandsempfehlungen für WEA zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten
Jahrbuch Windenergie 1990 - BWE Marktübersicht
Jahrbuch Windenergie 1990/1991 - BWE Marktübersicht
Jahrbuch Windenergie 1991/1992 - BWE Marktübersicht
Jahrbuch Windenergie 1993 - BWE Marktübersicht
Jahrbuch Windenergie 1994 - BWE Marktübersicht
Jahrbuch Windenergie 1995 - BWE Marktübersicht
Jahrbuch Windenergie 1997 - BWE Marktübersicht
Dirkshof-Imagebroschüre
Broschüre der DZ Bank und der R+V Versicherung
eqJOURNAL 9-2018
Nordex Acciona-Windpower 360° 1/2018
Nordex Acciona 360° Spezial 2017
VSB Windbote
Siemens Gamesa Onshore-Technologie
Siemens Gamesa Renewable Energy OptimaFlex
Unternehmenbroschüre Windwärts
VerbundBroschüre Windenergie R+V und DZ BANK
Dirkshof Unternehmensbroschuere 2017
Gemeinsam gewinnen - Windenergie vor Ort
Offshore-Windenergie
WINDKRAFT - Eine Bürgerenergie
Wer den Wind erntet - Zwölf gute Beispiele für kommunale Windprojekte
LUX Spezial Windenergie
A-Z - Fakten zur Windenergie
Magazin Energieland MV 2/2017
ENERGIElandMV - Saubere Energie - Neue Arbeitsplätze
Schulmaterial: Windkraftanlagen - Vom Wind zum Strom
VerbundBroschüre Windenergie R+V und DZ BANK
Unternehmenbroschüre Windwärts
Export: Windenergie Finnland
Export: Der Windmarkt in Brasilien
Weltweit gut ankommen
Export: Windenergiemarkt in Russland
Hamburg WindEnergy 2018 - Rückblick
Export: Der kanadische Windenergiemarkt - Entwicklung und Potenziale
Export: BMWi Strategiepapier Pro Afrika
BWE Konferenz Windenergie in Auslandsmärkten
Integrated Energy Events worldwide
BWE Jahrbuch 2019 (Leseprobe)
BWE Jahrbuch 2018 - Leseprobe
Windkarte Weiterbetrieb: Standorte nach Anlagenalter
BWE-Ratgeber: Umgang mit Schäden an Fundamenten von WEA onshore
Jahrbuch Windenergie 2016 - Leseprobe
Windenergie im Binnenland - Leseprobe
Energiewende selber machen - Leseprobe
Windenergie Betriebsführung - Leseprobe

Finden Sie uns auch auf

Copyright © 2017 Bundesverband WindEnergie