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Systemsicherheit 2050

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dena-Studie zu Systemdienstleistungen und Aspekte der Stabilität im zukünftigen Stromsystem

2 Fazit und

2 Fazit und übergeordnete Handlungsbedarfe Die dena-Studie Systemsicherheit 2050 wirft in zwei Szenarien einen Blick auf das Energiesystem in 30 Jahren und leitet auf dieser Grundlage notwendige Entwicklungen im Bereich der Systemsicherheit vom Ziel her ab. Nachfolgend sind die wesentlichen Erkenntnisse aufgeführt, die einen Beitrag zur aktuellen politischen Debatte leisten können. Außerdem werden die identifizierten übergeordneten Handlungsbedarfe dargestellt, die bereits in den kommenden Jahren angegangen werden sollten. Durch grundlegende Veränderungen im System gehen vorhandene Reserven und Sicherheiten zurück. Es bedarf daher einer aktiven Gestaltung der Politik und einer Gesamtstrategie für Systemsicherheit. Versorgungssicherheit ist eine der übergeordneten Zieldimensionen der deutschen Energiepolitik. Neben der gesicherten Leistung ist die sogenannte Systemsicherheit – d. h. der sichere und zuverlässige Betrieb des Stromsystems – ein zentrales Element der Versorgungssicherheit. Auf dem Weg zu einer CO 2 -neutralen Energieversorgung wird das Stromsystem in Deutschland grundlegend umgebaut. Damit die Systemsicherheit trotz des Transformationsprozesses und der Veränderungen im Betrieb auf dem heutigen, hohen Niveau bleibt, nehmen die Akteure der Energiewirtschaft, insbesondere die zuständigen Netzbetreiber, kontinuierlich Anpassungen vor. 34 – Teil 1

Bundesregierung stellt Gesamtstrategie System sicherheit in Aussicht In Bereichen, bei denen die Systemsicherheit und damit auch die Versorgungssicherheit in Zielkonflikte mit anderen energiepolitischen Zielen, wie beispielsweise der Kosteneffizienz der Energiewende, gerät, ist eine aktive Gestaltung der Politik erforderlich. Vor dem Hintergrund zurückgehender Reserven und Sicherheiten ist es folgerichtig, dass die Bundesregierung im Klimaschutzprogramm das Ziel ausgibt, eine Gesamtstrategie „Systemsicherheit und Netzstabilität, Digitalisierung und IT-Sicherheit der netzgebundenen Stromversorgung“ 16 zu erarbeiten. Beherrschung des System Splits: Bestimmen eines volkswirtschaftlich angemessenen Sicherheitsniveaus Die Studienergebnisse zeigen, dass es wesentlich ist, in der Gesamtstrategie die zukünftige Beherrschung eines System Splits zu adressieren (vgl. Kaptel 1.2.5 Stabilitätsaspekte – Beherrschung eines System Split). Bei diesem seltenen Extremereignis wird das europäische Verbundnetz infolge kaskadierender Störungen aufgetrennt. Der geringen Eintrittswahrscheinlichkeit stehen voraussichtlich erhebliche volkswirtschaftliche Schäden gegenüber, wenn ein System Split nicht beherrscht werden kann und einen länder übergreifenden Stromausfall zur Folge hat. Wie im Rahmen der Studie anhand eines System Split-Szenarios gezeigt wird, ist es zukünftig zudem wahrscheinlich nur mit sehr großem Aufwand möglich, einen Zusammenbruch aller Teilnetze zu vermeiden. Daher ist es eine politische Frage, wie ein angemessenes Sicherheitsniveau mit einer kosteneffizienten europaweiten Energiewende in Einklang gebracht werden kann. Der Hochstrombetrieb der Netze führt das System näher an Stabilitätsgrenzen und das Risiko für kaskardierende Schutzauslösungen nimmt zu 17 . Darüber hinaus steigt die Komplexität der Betriebsführung im Normalbetrieb und bei der Beherrschung von Störungen in allen Netzebenen. Durch die Verringerung der freien Netzkapazitäten für den Transport von Vorleistungen für Systemdienstleistungen steigt der Abstimmungsbedarf zwischen den Netzbetreibern. Netzebenenübergreifend besteht die Herausforderung, die zusätzliche Komplexität im Betrieb zu beherrschen und geeignete IKT-Lösungen zu implementieren. Weiteren Plänen zur optimierten Auslastung sollte daher eine aktive Strategie zum sicheren und zuverlässigen Systembetrieb an die Seite gestellt werden. Systemsicherheit sollte ganzheitlich und vor allem europäisch betrachtet werden Neben den genannten Beispielen gibt es voraussichtlich weitere politische Fragestellungen im Bereich der Systemsicherheit, wie z. B. die im Klimaschutzprogramm explizit erwähnte IT-Sicherheit. Eine Gesamtstrategie sollte daher einen möglichst ganzheitlichen Blick auf potenzielle Risiken im Systembetrieb werfen und die Perspektiven unterschiedlicher Akteure einbeziehen. Da die deutschen Stromnetze in das europäische Verbundnetz eingebunden sind, kann die Systemsicherheit außerdem nicht isoliert betrachtet werden. Eine nationale Gesamtstrategie und zukünftige Sicherheitskonzepte müssen daher auch als Auftakt für eine Abstimmung im Rahmen der EU und unter den europäischen Stromnetzbetreibern verstanden werden. Auswirkung der höheren Auslastung auf die Sicherheit des Netz- und Systembetriebs Die Kosteneffizienz ist ein wichtiges politisches Ziel für die Entwicklung hin zu einer optimierten Aus lastung der Übertragungs- und Verteilnetze. Die effizientere Nutzung vorhandener Infrastruktur trägt dazu bei, dass der Bedarf zusätzlicher Leitungen reduziert wird und gleichzeitig die gesell schaftliche Akzeptanz der Energiewende steigt. Die optimierte Auslastung kann sich allerdings negativ auf die Systemsicherheit auswirken. 16 Bundes-Klimaschutzgesetz, Verabschiedung am 15.11.2019 durch den Deutschen Bundestag. 17 Bewertung der Systemstabilität – Begleitdokument zum Netzentwicklungsplan Strom 2030, Version 2019 (50Hertz GmbH, TenneT TSO GmbH, TransnetBW GmbH, Amprion GmbH). Teil 1 – 35

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