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Technische Systeme zur Minderung von Vogelkollisionen an WEA

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Die Publikation der Fachagentur Wind gibt Überblick über aktuellen Entwicklungsstand und bestehende Herausforderungen.

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8 Anhang – Glossar zum Thema Detektionssysteme Um Missverständnissen vorzubeugen und künftig eine konstruktive, Akteursgruppen-übergreifende Debatte zu erleichtern, werden folgende Begriffsdefinitionen vorgeschlagen. Sie sind ebenfalls Gegenstand der gegenwärtigen fachlichen Debatte und sollen in weiteren Überarbeitungsschritten ergänzt und weiter präzisiert werden. Fachbegriffe Abschaltung Bedeutung und Definition Technischer Vorgang: durch das Pitchen (Winkelverstellung) der Rotorblätter verursachte Verringerung der Rotorblattspitzengeschwindigkeit auf ein Maß, von dem keine Kollisionsgefahr mehr für die Vogelart ausgeht. Bei dieser Form der Abschaltung der WEA wird die WEA durch die Verlangsamung der Rotorgeschwindigkeit in den Trudelbetrieb versetzt (anders als bei einer Notabschaltung, wo eine Feststellung des Rotors durch eine mechanische Bremse erfolgt). artspezifischer Reaktionsbereich (Syn: artspezif. Risikobereich) bedarfsgesteuerte Abschaltung (Syn: ereignisbezogene Abschaltung) Eignung einer Schutzmaßnahme Erfassung eines Flugobjektes Bereich um eine WEA, der durch das Detektionssystem abgedeckt sein muss, und in dem für erfasste und erkannte/klassifizierte Zielarten unter bestimmten Umständen (erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Kollision bei Durchflug durch und weitere Annäherung eines Vogels an den Gefahrenbereich der WEA) eine rechtzeitige Reaktion (Vergrämung oder Abschaltung) ausgelöst wird. Dieser bemisst sich anhand der Fluggeschwindigkeit der Art und der Reaktionsgeschwindigkeit der WEA. Eine das Kollisionsrisiko vermindernde Schutzmaßnahme: Automatisierte oder manuelle Abschaltung einer WEA bei akutem Kollisionsrisiko einer windenergiesensiblen Vogelart Eine Schutzmaßnahme, die grundsätzlich als wirksam anerkannt ist und zudem im Einzelfall, unter Berücksichtigung der vorherrschenden Standorteigenschaften (insb. Zielart und Einsehbarkeit), eine ausreichende und andauernde Verminderungswirkung entfaltet. Ein der Flugobjekterkennung vorgelagerter automatisierter Prozessschritt, bei dem ein (vorerst) nicht-identifiziertes Flugobjekt durch das Detektionssystem registriert und im Weiteren getrackt wird. Erfassungsbereich Bereich, in dem das Detektionssystem ein Flugobjekt erfasst und erkennt (klassifiziert). Das System verfolgt die Flugbewegungen und bereitet ggf. eine Reaktion vor. Der Erfassungsbereich geht über den artspezifischen Reaktionsbereich bzw. Risikobereich hinaus. Erkennung eines Flugobjektes Ein der Flugobjekterfassung nachgelagerter automatisierter Prozessschritt bei dem, in Abhängigkeit von den technischen Fähigkeiten des Detektionssystems (Klassifizierung, Identifizierung), das Flugobjekt für relevant oder nicht-relevant erklärt wird. 27

Fachbegriffe Falsch-Positiv-Rate Falsch-Negativ-Rate Gefahrenbereich Bedeutung und Definition (Flug-)Objekte, die nicht existieren oder kein Vogel bzw. kein Individuum der Zielart sind, die jedoch durch das Detektionssystem fälschlicherweise als relevant registriert werden und eine nicht erforderliche Reaktion (Vergrämung oder Abschaltung) der WEA auslösen (Erkennung eines Nicht-Vogels als Vogel). Flugereignisse von Individuen der Zielart, die durch das Detektionssystem übersehen bzw. nicht erfasst oder erkannt werden, so dass die erforderliche Reaktion (Vergrämung oder Abschaltung) nicht ausgelöst werden kann (Erkennung eines Vogels als Nicht- Vogel). Der vom Rotor überstrichene und alle horizontal möglichen Rotorstellungen berücksichtigende (kugelförmige) Bereich, in dem es theoretisch zu Kollisionen mit dem Rotorblatt kommen kann. Identifizierung eines Flugobjektes Klassifizierung eines Flugobjektes Ein der Flugobjekterkennung nachgelagerter automatisierter Prozessschritt, bei dem ein registriertes Flugobjekt durch die Systemsoftware einer bestimmten Vogelart zugeordnet wird. Die Identifizierung (artgenaue Erkennung) geht über eine reine Klassifizierung hinaus. Ein der Flugobjekterkennung nachgelagerter automatisierter Prozessschritt, bei dem ein registriertes Flugobjekt durch die Systemsoftware einer definierten Klasse (bspw. Größenklasse) zugeordnet wird und die abhängig vom Artvorkommen im Einzelfall neben der/den Zielart(en) weitere Arten einschließen kann. Leistungsfähigkeit Detektionssystems Wirksamkeit eines Beschreibt lediglich den Vorgang der Detektion und beinhaltet keine Bewertung der Wirksamkeit. Sie umfasst die Kriterien Erfassungsreichweite, Erfassungsrate, Flugobjektidentifizierung bzw. Klassifizierung, ohne zunächst standortbedingte Einschränkungen (bspw. begrenzte Einsehbarkeit, Systemausfälle) oder die nachfolgende Reaktion (Vergrämung oder Abschaltung) mit zu berücksichtigen. Ein Detektionssystem ist wirksam, wenn das signifikant erhöhte Tötungsrisiko durch den Systemeinsatz (hinreichende Detektion mit anschließender Vergrämung oder Abschaltung) mit hoher Prognosesicherheit für die betrachtete Zielart vermieden wird. Wirkungsgrad technischer Detektion Prozentualer Anteil der korrekt erfassten und erkannten, relevanten Flugereignisse, an den tatsächlich vorgekommenen relevanten Flugereignissen an der Grenze zum artspezifischen Reaktionsbereich. Zielart Eine am Standort vorkommende planungsrelevante und als kollisionsgefährdet eingestufte Vogelart, für die ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko besteht und für die eine bedarfsgesteuerte Betriebsregulierung eine geeignete Schutzmaßnahme darstellt und die 28

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